Überraschender Durchmarsch in Bad Windsheim: Der parteilose Philipp Flierl setzte sich gegen Amtsinhaber Jürgen Heckel (WiR) und Michael Lappler von den Grünen durch und ist ab Mai Bad Windsheims neuer Bürgermeister.
Es gibt keine Stichwahl. Auf Anhieb hat sich Flierl, der von CSU, Freier Wählergemeinschaft und Liste Land ins Rennen um den Bürgermeisterstuhl geschickt wurde, die dafür notwendigen Stimmen geholt. Mit den erreichten 58,3 Prozent ist Flierl sehr zufrieden, Amtsinhaber Jürgen Heckel (WiR) erreichte 35 Prozent, Lappler erhielt 6,7 Prozent.
Flierl habe schon sehr darauf gehofft, dass es keine Stichwahl geben wird, da er den Rückhalt von zwei Parteien und einer Gruppierung hinter sich hat. Was der Wähler am Ende ankreuze, könne man nie voraussagen. „Aber das ist doch ein ganz ordentliches Ergebnis für einen Newcomer.“ Im FSV-Heim feierte der 37-Jährige am Sonntagabend mit Familie, Freunden und etlichen Anhängern seiner unterstützenden Parteien. Die ausgelassene Stimmung im proppenvollen Gastraum war beim Telefonat mit unserer Redaktion nicht zu überhören.
Philipp Flierl und auch seine Unterstützer seien froh, dass der Wahlkampf für sie nun ein Ende habe und der 37-Jährige nicht in eine Stichwahl müsse. Respekt zollte der künftige Rathauschef dem Amtsinhaber. Jürgen Heckel habe ihn gleich nachdem das Ergebnis feststand angerufen, um ihm zu gratulieren. Er habe ihm eine „saubere Amtsübergabe“ zugesagt, erzählt Flierl, der sich nun auf eine gute Zusammenarbeit im Stadtrat freut.
Mit Spannung erwartete er die Auszählung der Stimmen, die bei Redaktionsschluss am Sonntagabend noch nicht vorlag. Auf Flierl und seine neue Mannschaft warten nun viele Aufgaben. So gilt es, wieder Stabilität in die Stadtverwaltung zu bringen und dafür zu sorgen, dass die Landesgartenschau in Bad Windsheim 2027 zum vollen Erfolg wird.
Für Heckel dürfte das Ergebnis eine ordentliche Watsch’n gewesen sein. Nur in seinem Wohnort, Lenkersheim, lag der 60-Jährige knapp vorn. „Ich respektiere das Wahlergebnis“, sagte Heckel. Mehr gab es von ihm am Sonntagabend nicht zu hören. Er hat die Ergebnisse mit seinen Anhängern in der Bar des Arvena Reichsstadthotels verfolgt und wirkte am Telefon sehr gefasst.
Michael Lappler habe sich zwar immer als „Außenseiter“ gesehen, sich aber doch „wenigstens ein zweistelliges Ergebnis“, gewünscht. Die Grünen seien auf dem Land nicht so beliebt, das wisse er, dass es aber doch so wenige Stimmen für ihn gab, dafür macht der 59-Jährige seine fehlende Bekanntheit in der Stadt verantwortlich.
„Ziemlich überrascht“ habe ihn die Tatsache, dass es zu keiner Stichwahl gekommen ist. „Ja, Heckel war eben angezählt, und Flierl hatte ganz klar drei Parteien hinter sich.” Lappler hoffe nun auf ein Stadtratsmandat und dann wolle er sich mit voller Kraft für Bad Windsheim einsetzen.
Im Stadtrat ist die Christlich-Soziale Union in Bayern e. V. (CSU) künftig mit sechs Sitzen vertreten. Freie Wähler Bayern / Freie Wählergemeinschaft Bad Windsheim e. V. (FW/FWG) kommen auf vier Mandate, die Alternative für Deutschland (AfD) auf drei. BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN (GRÜNE) erreichen zwei Sitze, die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) drei. Die Windsheimer und Ortsteilbürger ins Rathaus e. V. (WiR e.V.) kommen derzeit sicher auf zwei Sitze – ein weiterer Sitz ist per Losentscheid noch offen. Die Wählergruppe Liste Land Bad Windsheim (Liste Land) erreicht drei Sitze.