Veröffentlicht am 30.11.2022 02:49

U9 im Münchner Stadtrat: Kämmerei fordert Aus

Soll München sich die Option auf eine neue U-Bahn-Trasse offenhalten - dafür aber das Risiko eingehen, sich um viele Milliarden Euro verschulden zu müssen? Oder soll das Projekt „U9-Entlastungsspange“, das das U-Bahn-Netz der Landeshauptstadt zukunftsfähig machen soll, eingestellt und damit ein dreistelliger, bereits investierter Millionenbetrag versenkt werden? Vor dieser schwierigen Entscheidung stehen am Mittwoch (9.00 Uhr) die Abgeordneten im Stadtrat.

Es geht um eine Trasse, die die in Spitzenzeiten schon jetzt teils überfüllten U-Bahn-Strecken in Nord-Süd-Richtung sowie die Innenstadtbahnhöfe entlasten soll. Das Komplizierte daran: Obwohl noch gar nicht feststeht, ob die Trasse überhaupt gebaut und finanziert werden kann, müssen einige Arbeiten schon jetzt im Zuge der Bauarbeiten zur zweiten S-Bahn-Stammstrecke vorgenommen werden - vor allem der im Zweifel später nötige neue U-Bahnhof unterm Münchner Hauptbahnhof.

Die Stadtratsfraktionen der Grünen sowie von SPD und CSU haben bereits angekündigt, für die U9 stimmen zu wollen. Damit käme eine Mehrheit zustande. Dem entgegen steht eine eindringliche Warnung der Stadtkämmerei: „Wir empfehlen aus der Vorhaltemaßnahme (...) auszusteigen“, heißt es in der Stellungnahme für die Vollversammlung. Selbst wenn unerwartet viele Fördergelder flössen, sei die von der Stadt noch aufzunehmende Summe „angesichts der schon jetzt stark ansteigenden Verschuldung der Landeshauptstadt München nicht finanzierbar“.

© dpa-infocom, dpa:221129-99-711431/2

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