Wie weit komme ich mit meinem E-Auto im Winter? Das wollte der ADAC genau wissen und schickte 14 E-Autos auf eine simulierte Reise von München nach Berlin. Schon im Vorjahr machte der Autoclub so einen Test - seinerzeit mit den jeweils reichweitenstärksten Autos.
Diesmal standen „familienfreundliche Elektroautos“ im Fokus. Kriterien waren unter anderem, dass:
Die gute Nachricht: viele Modelle kommen auch auf längere Autobahnfahrten bei Kälte gut klar. Allerdings tun sie das mit „teils deutlichen Unterschieden“ bei Reichweite, Verbrauch und Ladegeschwindigkeit.
Und dazu kommt - als schlechte Nachricht: Wie beim letztjährigen Test zeigte sich, dass speziell im Winter die von den Herstellern genannten Normreichweiten „fernab der realen Reichweite“ liegen. Denn diese WLTP-Werte würden bei 23 Grad Celsius und einem moderaten Fahrprofil gemessen.
Doch der Mehrverbrauch im ADAC-Winter-Langstreckentest bei 0 Grad Celsius und Autobahntempo lag durchschnittlich 57 Prozent über der WLTP-Angabe. Der stärkste Abweichler lag bei 69 Prozent - die geringste Abweichung wurde mit 40 Prozent beim Tesla Model Y festgestellt, der mit dem Urteil „gut“ (Note 2,5) auf den zweiten Platz kommt.
Laut ADAC ist der Audi A6 Avant e-tron performance „klarer Testsieger“ und schneidet ebenfalls „gut“ (Note 1,9) ab. Im Vergleich kommt der Audi nach 3 Stunden und 49 Minuten Fahrzeit 441 Kilometer weit. Dabei erreicht einen relativ niedrigen Verbrauch von 23,2 kWh auf 100 Kilometer.
Für die gesamte Strecke von München nach Berlin - 582 Kilometer - ist daher ein Ladestopp fällig. Das Modell kann aber Energie für 300 Kilometer in 20 Minuten nachladen. Somit bekam es Bestwerte in erzielter und nachgeladener Reichweite.
Nur der erwähnte Tesla Model Y konnte den Audi beim Verbrauch schlagen. Er kommt auf 22,2 kWh/100 km. Knapp danach folgen der VW ID.7 Tourer Pro (Note 2,7) und der Smart #5 Premium (Note 2,9). Beide werden mit „befriedigend“ bewertet wie noch weitere sieben Modelle. Drei Modelle erreichen ein „ausreichend“ (Noten 3,5/3,6/4,0).
Für die Strecke München – Berlin sind bei den meisten Modellen zwei Ladestopps nötig. Nur der Audi und der Smart schaffen es mit einem Stopp von 20 Minuten bis ins Ziel. Bei vielen anderen reicht für die Reststrecke ein zweiter kürzerer Stopp dann auch aus.
Im Gegensatz zum Vorjahrestest seien diesmal die teuersten Autos nicht unbedingt die reichweitenstärksten. Der Testsieger liegt zwar mit 77.250 Euro „im oberen Preisbereich“ Die darauffolgenden drei Modelle von Tesla, Volkswagen und Smart kosten den Angaben aber zufolge zwischen 50.900 Euro und 54.905 Euro und könnten somit mit ihrer „Preis-Leistung“ punkten. Der teuerste Testwagen kostet 91.700 Euro und landet nur auf dem vorletzten Platz in der Gesamtwertung.
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