Studie: Wohnungsbau-Krise kostet Staat Milliardeneinnahmen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.08.2026 11:02

Studie: Wohnungsbau-Krise kostet Staat Milliardeneinnahmen

Ein neues Wohnhaus entsteht im Münchner Stadtteil Freiham. Doch gemessen am Bedarf wird in Bayerns Städten viel zu wenig gebaut. (Symbolbild) (Foto: Malin Wunderlich/dpa)
Ein neues Wohnhaus entsteht im Münchner Stadtteil Freiham. Doch gemessen am Bedarf wird in Bayerns Städten viel zu wenig gebaut. (Symbolbild) (Foto: Malin Wunderlich/dpa)
Ein neues Wohnhaus entsteht im Münchner Stadtteil Freiham. Doch gemessen am Bedarf wird in Bayerns Städten viel zu wenig gebaut. (Symbolbild) (Foto: Malin Wunderlich/dpa)

Der Einbruch des Wohnungsbaus bremst nach einer neuen Studie das Wachstum in Deutschland und kostet den Staat Milliarden. Im vergangenen Jahr sind nach den Berechnungen des Pestel-Instituts bundesweit rund 84.600 Wohnungen weniger gebaut worden als zwei Jahre zuvor. 

Allein in Bayern entstanden 2025 demnach 18.750 Wohnungen weniger als 2023, heißt es im neuen „Bau-Monitor“ des Instituts. Gemessen an Bevölkerung und Wohnungsbedarf schlägt die Negativentwicklung im Freistaat damit sehr stark zu Buche. Nach Schätzung des Pestel-Instituts fehlen bundesweit mittlerweile 1,35 Millionen Wohnungen, davon 220.000 in Bayern. Auftraggeber war der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel.

Fehlende Steuereinnahmen für Staat, Mietpreisexplosion für Bürger

Für den Staat bedeutet der Absturz des Wohnungsbaus demnach Einnahmeausfälle in Milliardenhöhe. Würden wie in den Jahren vor Beginn der Baukrise bundesweit etwa 300.000 Wohnungen im Jahr fertiggestellt, hätten das Wirtschaftswachstum demnach um 0,6 Prozent und die Steuereinnahmen um gut sieben Milliarden Euro höher ausfallen können. Allein die in Bayern anfallenden Mindereinnahmen der Finanzverwaltung bezifferte das Pestel-Institut auf 1,3 Milliarden Euro Umsatzsteuer, gut 350 Millionen Euro Grunderwerbsteuer und mehr als 600 Millionen Einkommensteuer. 

Für die Bürger wiederum hat der Wohnungsmangel steigende Wohnkosten zur Folge: Die durchschnittliche Nettokaltmiete stieg in Bayern laut „Bau-Monitor“ von März 2015 bis März dieses Jahres um mehr als 70 Prozent. Damit liegt der Freistaat in den Berechnungen bundesweit in der Spitzengruppe auf Platz drei. Noch schneller verteuerte sich das Wohnen demnach nur in Hamburg und Baden-Württemberg.

Lage im Wohnungsbau „toxisch“

„Es werden so viele Wohnungen gebraucht wie lange nicht“, sagte Studienautor Matthias Günther laut Mitteilung. „Und es werden so wenigeWohnungen gebaut wie lange nicht.“ Der Pestel-Chefökonom sprach von einer toxischen Situation und attackierte die Bundesregierung: „DenWohnungsbau so abstürzen zu lassen, ist sowohl sozial als auch ökonomisch unverantwortlich.“

© dpa-infocom, dpa:260826-930-583813/1


Von dpa
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