Es gibt zwei Optionen für den Glühweintreff beim Reichsstädtischen Weihnachtsmarkt. Bei einem vom Stadtrat geforderten Treffen haben Kur-, Kongress- und Touristik GmbH (KKT), deren Aufsichtsratsvorsitzender, Bürgermeister Jürgen Heckel, und Vertreter aller Stadtratsfraktionen nun Lösungsvorschläge erarbeitet.
Der Stadtrat hatte der KKT in seiner jüngsten Sitzung quasi das Messer auf die Brust gesetzt. Bis 7. November sollte diese einen Lösungsvorschlag erarbeiten, in dem es der Schaustellerfamilie Krzenck/Straetemans ermöglicht wird, ihren Glühweintreff doch noch beim Weihnachtsmarkt 2025 aufbauen zu dürfen.
Ein Blick zurück: Die Schaustellerfamilie, die mehr als 45 Jahre auf dem Weihnachtsmarkt ihren Glühwein nach Familienrezept verkauft hatte, hatte Anfang Oktober von der KKT – die städtische Tochterfirma ist die Veranstalterin des Weihnachtsmarkts – eine Absage für ihre diesjährige Teilnahme bekommen. Die Begründung: Die KKT hatte sich ein neues Konzept überlegt, in welches der Glühweintreff nicht mehr passe. Statt dessen sei eine Schlittschuhbahn der Familie Kirschbaum organisiert worden, die allerdings nur in Bad Windsheim aufgebaut werden könne, wenn sich das Geschäft auch für deren Betreiber rentiert. Deshalb kämen die Kirschbaums – und ihre Eisbahn – nur mit Glühwein- und Süßwarenstand.
Da die Platzkapazitäten auf dem Marktplatz begrenzt sind und ein weiterer Glühweinstand auf engem Raum laut KKT ein Überangebot darstelle, erhielten die langjährigen Schausteller die erwähnte Absage. Das wiederum erhitzte die Gemüter vieler Bad Windsheimer und die von Bürgerinnen und Bürgern aus dem Umland. Eine Petition, die bei der Übergabe etwa 2800 Unterschriften aufwies und zum „Erhalt des traditionellen Weihnachtsmarktes in Bad Windsheim” aufrief, wurde dem Stadtrat übergeben.
Das Gremium beschloss daraufhin, sich des Themas über den Kopf der KKT hinweg anzunehmen und forderte Geschäftsführerin Birgit Grübler und den KKT-Aufsichtsratsvorsitzenden Heckel auf, eine Lösung zu finden.
Das dazu gestellte Ultimatum ist seit Freitag abgelaufen. Es habe ein Treffen gegeben, erklärt Birgit Grübler auf Nachfrage unserer Redaktion. Fragen beantwortete sie nur schriftlich, da mittlerweile auch „Anwälte eingeschaltet” seien. Sie schreibt von einem „sehr guten und konstruktiven Termin”, bei dem sich alle einig gewesen seien, „dass Änderungen oder Ergänzungen auf dem Marktplatz selbst nicht möglich sind”.
Untersucht wurden mehrere Optionen, von denen es zwei in die engere Auswahl geschafft hätten: Der Dr. Martin-Luther Platz und ein Stellplatz an der Rolandstatue in der Pastoriusstraße. Es sei entschieden worden, dass die KKT beide Standorte auf die Möglichkeit einer Strom- und Wasserversorgung hin überprüft und abfragt, ob „die Erweiterung den Sicherheitsanforderungen standhält.”
Das vorläufige Ergebnis: Für den Dr.-Martin-Luther-Platz fehlt noch „eine finale Antwort” der Kirche, erklärt Grübler. Zudem stünde Denis Krzenck dort „keine unmittelbare Strom- und Wasserversorgung zur Verfügung.” Diese müsste er selbst organisieren. Laut Aussage der Stadtwerke wäre der nächstmögliche Stromanschluss in der Pfarrgasse, schreibt Grübler. Wasser könnte Krzenck aus dem Rathaus beziehen.
Am Roland „wäre unter eingeschränkten Bedingungen” ein Stand möglich. „Da der verfügbare Strom zum größten Teil für die Stände am Marktplatz benötigt wird, verbleibt hier nur ein Restwert.” Krzenck müsse entscheiden, „ob ihm der verfügbare Strom ausreicht oder er eventuell die Möglichkeit hat, mit einem Stand zu kommen, der zu den Versorgungsmöglichkeiten passt”, schreibt Grübler. Dort müssten zudem noch geklärt werden, ob „die Sicherheitsanforderungen seitens der Feuerwehr erfüllt werden können”, sollte Krzenck diesen Standort bevorzugen. Die Ergebnisse seien dem Stadtrat und Denis Krzenck mitgeteilt worden, so Grübler.
Bereits aufgestellt wurde am Mittwoch der Weihnachtsbaum. Aufgrund von Problemen bei der Fällung habe man kurzfristig entschieden, heuer einen Baum zu kaufen. Die Stadtgärtnerei hat den Baum für die KKT besorgt – eine etwa acht Meter hohe Nordmanntanne.