Der städtische Bauhof in Burgbernheim hat nicht nur einen Standort, sondern mehrere. Das soll sich nun ändern. Geplant ist ein Neubau auf einem rund 5000 Quadratmeter großen Gelände an der Gewerbestraße. Die Kosten dafür werden aktuell auf rund 4,5 Millionen Euro brutto geschätzt.
„Der Bauhof platzt aus allen Nähten, es ist räumlich sehr beengt und manchmal ist es wie beim Tetris spielen, wenn wir unsere Geräte unterbringen wollen“, erklärte Bauhofleiter Markus Hegwein. Er war bei der vergangenen Sitzung des Burgbernheimer Stadtrats anwesend und informierte über den Ist-Zustand der städtischen Einrichtung sowie über den Bedarf an Platz, um diese zukunftssicher aufzustellen.
Demnach seien rund 650 Quadratmeter notwendig. Es sollen unter anderem geschlossene Hallen für Fahrzeuge entstehen, weitere überdachte Hallen, Schuttboxen, eine Holzwerkstatt sowie eine normale Werkstatt und ein Sozialraum für die Mitarbeiter. Die in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie, die all das berücksichtigt, liegt nun vor. Sie war initiiert worden, um abzuklären, „in welchen Dimensionen wir denken müssen“, so Bürgermeister Matthias Schwarz (Freie Bürger), und um eine ungefähre Kostenschätzung aufstellen zu können.
Rund 4,5 Millionen Euro brutto wird der Neubau demnach voraussichtlich kosten. Mögliche Förderprogramme, die für die Finanzierung herangezogen werden könnten, gibt es aktuell nicht. Bürgermeister Schwarz hofft indes, dass solche möglicherweise noch entstehen könnten. Wenn Burgbernheim dann bereits fertige Pläne in der Schublade hätte, könne man kurzfristig reagieren und entsprechende Anträge stellen. Ein solches Vorgehen habe sich in der Vergangenheit bei anderen Projekten bereits bewährt.
Der Stadtrat beauftragte die Verwaltung nun einstimmig damit, die nächsten Schritte einzuleiten. Dazu gehört dann auch, einen Planer für das Projekt zu finden. Planungskosten für den Neubau des Bauhofs sind im aktuellen Haushalt eingestellt.
Dass der Neubau des Bauhofs dringend notwendig sei, darüber ist man sich im Stadtrat einig. Vize-Bürgermeister Stefan Schuster (CSU) verwies auf den Nachholbedarf, den es diesbezüglich nun mal gebe. Er begrüße den geplanten Neubau „außerordentlich“. Schließlich müsse diese städtische Einrichtung in die Jetzt-Zeit geholt und zukunftssicher aufgestellt werden. Schuster plädierte dafür, das Projekt „mit Nachdruck und Sorgfalt“ voran zu treiben. Die Kosten sollte man dabei nicht scheuen, sagte er.
Dem schloss sich sein Fraktionskollege Peter Bauerreis an, und betonte, dass man diesen Schritt unbedingt gehen müsse. Den Zustand der Gebäude, in denen der Bauhof untergebracht sei, bezeichnete er als geradezu „erschreckend“. Und auch das Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter müsse sich dringend verbessern.
Johannes Helgert (Freie Bürger) äußerte seine Bedenken in Bezug auf die seiner Ansicht nach große Fläche, die durch den Neubau versiegelt werden würde. „Ich bin erschrocken, angesichts der 5000 Quadratmeter und empfehle, von der Versiegelung etwas wegzunehmen.“ Bürgermeister Schwarz verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass es sich hierbei bereits um Planungsdetails handeln würde. Die könnten später mit dem beauftragten Planer diskutiert werden und seien variabel.
Grünes Licht gab der Stadtrat darüber hinaus für die Ersatzbeschaffung des Radladers TL80. Denn um den wieder flott machen zu können, müssten Reparaturkosten in Höhe von rund 22.000 Euro investiert werden. Das sei nicht wirtschaftlich, hieß es. Der neue Kramer Teleradlader 8085T kostet 107.000 Euro. Bauhofleiter Markus Hegwein wies darauf hin, dass dieses Gerät mit einem Teleskop und Arbeitskorb ausgestattet und standsicher sei. Damit könnten Arbeiten in der Höhe durchgeführt werden, beispielsweise könnten Äste geschnitten, Straßenlaternen repariert und die Weihnachtsbeleuchtung problemlos aufgehängt werden. Nach der Lieferzeit für den neuen Radlader gefragt, erklärte Hegwein, dass diese aktuell bei rund sechs Monaten liege.
Der Stadtrat stellt dem Bauhof zudem maximal 30.000 Euro zur Verfügung, um den Fuhrpark um einen Personenwagen zu erweitern. Der soll möglichst nicht mehr als rund 150.000 Kilometer Laufleistung haben und eine entsprechende Anhängelast ziehen können, um damit beispielsweise den Toilettenwagen zu Veranstaltungen bringen zu können.