Stallbrand: Über 1.000 tote Schweine und Millionenschaden | FLZ.de

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 06.08.2026 21:15, aktualisiert am 07.08.2026 13:56

Stallbrand: Über 1.000 tote Schweine und Millionenschaden

Der Schweinestall ist komplett abgebrannt. (Foto: Stefan Puchner/dpa)
Der Schweinestall ist komplett abgebrannt. (Foto: Stefan Puchner/dpa)
Der Schweinestall ist komplett abgebrannt. (Foto: Stefan Puchner/dpa)

Beim Brand eines Bauernhofes in der Nähe von Augsburg sind mehr als 1.000 Schweine verendet. Menschen wurden nicht verletzt, doch es entstand ein Millionenschaden. Das Feuer war am Donnerstagabend in dem Schweinestall in Ried (Landkreis Aichach-Friedberg) ausgebrochen und griff anschließend auf zwei weitere Gebäude über. Die Löscharbeiten zogen sich durch die ganze Nacht. Auch am Freitag war die Feuerwehr nach Angaben des Polizeipräsidiums Schwaben Nord noch im Einsatz.

Ursache für den Großbrand war nach Erkenntnissen der Ermittler ein technischer Defekt. Bis zu 250 Einsatzkräfte waren in der Spitze im Einsatz, ebenso ein Polizeihubschrauber.

Die genaue Anzahl der verendeten Schweine stand auch am Freitagmittag noch nicht endgültig fest. Zunächst hatten unterschiedliche Angaben existiert: Die Polizei sprach in der Nacht unter Berufung auf den Landwirt von 1.600 Tieren, die Feuerwehr nannte 1.200 bis 1.300 Tiere. „Es gibt unterschiedliche Schätzungen“, sagte eine Polizeisprecherin. „Sicher ist, es sind über 1.000. Überlebt hat keines.“

SPD fordert mehr Brandschutz auf Höfen

Deren Leid ruft auch die Politik auf den Plan. Die SPD-Landtagsfraktion forderte Verbesserungen bei Brandschutz und Löschtechnik auf Bayerns Bauernhöfen. Trockenheit und Hitze begünstigten zunehmend die Ausbreitung von Feuer, darauf müssten die Behörden reagieren. Automatische Brandmeldeanlagen, Rauch- oder Wärmemelder, Alarmierungssysteme sowie Sprinkler- und andere automatische Löschanlagen könnten auch in Ställen gute Dienste leisten, betonte die SPD-Tierschutzexpertin Anna Rasehorn. Im Fall der Fälle könnten eine gute Löschwasserversorgung, großzügige Feuerwehrzufahrten oder die Bildung von Brandabschnitten die Arbeit der Feuerwehr erleichtern. 

Warnung an die Bevölkerung

Im aktuellen Fall waren Anwohner wegen der starken Rauchentwicklung gewarnt und dazu aufgerufen worden, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Die Polizei bat zudem Autofahrer, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Die an den Hof angrenzende Staatsstraße wurde bis in den Morgen gesperrt.

Der Sachschaden wird nach aktuellen Erkenntnissen auf einen unteren siebenstelligen Betrag geschätzt, wie die Polizei mitteilte. Neben dem Schweinestall wurde auch eine Lagerhalle mit Getreide sowie ein weiteres Nebengebäude mit Maschinen zerstört. Feuerwehrleuten gelang es, ein darüber hinausgehendes Ausbreiten der Flammen zu verhindern. Unter anderem sollen ein Heizöltank sowie eine Getreidetrocknungsanlage nahe der Gebäude gestanden haben. 

Zahlreiche Landwirte hatten die Feuerwehr bei den Löscharbeiten unterstützt. Mit ihren Traktoren zogen sie in der Nacht große Wassertanks zur Einsatzstelle. Teile der Wände rissen die Einsatzkräfte mit einem Bagger ein, um auch an die dahinter liegenden Glutnester zu gelangen.

© dpa-infocom, dpa:260806-930-494991/8


Von dpa
north