Sperr und Heid gehen: Die SpVgg Ansbach verliert zwei weitere Stammkräfte | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.04.2025 18:00

Sperr und Heid gehen: Die SpVgg Ansbach verliert zwei weitere Stammkräfte

Stürmt nicht mehr für Ansbach: Michael Sperr (rechts), hier mit Mohamed Bekaj (Türkgücü München). (Foto: Martin Rügner)
Stürmt nicht mehr für Ansbach: Michael Sperr (rechts), hier mit Mohamed Bekaj (Türkgücü München). (Foto: Martin Rügner)
Stürmt nicht mehr für Ansbach: Michael Sperr (rechts), hier mit Mohamed Bekaj (Türkgücü München). (Foto: Martin Rügner)

Mit Michael Sperr und Sebastian Heid verlassen zwei weitere langjährige Stammspieler am Saisonende den Fußball-Regionalligisten SpVgg Ansbach.

Beide spielen seit Jugendtagen für die nullneuner und haben den Aufschwung, der die Ansbacher Kicker in den letzten Jahren bis in die vierte Liga führte, mit geprägt.

Treffsicherster Stürmer oft nicht in der Startelf

Der Abgang von Sperr ist überraschend. Der 25-Jährige aus dem Ansbacher Ortsteil Wallersdorf ist mit zehn Toren der aktuell treffsicherste Stürmer. Im zweiten Halbjahr allerdings spielte der Angreifer für viele Beobachter nur schwer nachvollziehbar öfter nicht von Anfang an, wurde zur Teilzeitkraft.

Warum ist Schluss bei den nullneunern? „Es gibt eine ganze Reihe von Gründen“, sagt Sperr auf FLZ-Anfrage. Ein Teil davon bezieht sich auf seinen Beruf. Als Ingenieur in einem Architektenbüro ist er häufig unterwegs, auf Baustellen als Bauleiter gefragt. „Es fällt mir zunehmend schwerer, den zeitlichen Aufwand, der für die Regionalliga nötig ist, mit meiner Tätigkeit in Einklang zu bringen“, sagt Sperr, der auch privat ein kleines Bauvorhaben vorantreibt.

Viel mehr ist in Ansbach nicht drin

Die Entwicklung in Ansbach sieht er für sich zudem an einem Endpunkt angekommen. „Viel mehr kann ich mit der SpVgg nicht mehr erreichen“, sagt Sperr, ein weiterer Grund.

Obwohl Sperr jedes negative Wort über seinen Verein vermeidet, lässt sich aus seinen Äußerungen schließen, dass er mit seiner aktuellen Situation im Team nicht zufrieden ist, was durchaus auch eine Rolle beim Abschied aus Ansbach spielt.

Kein System für Stürmer

Dabei geht es nicht nur darum, mal nicht in der Startelf aufzutauchen. Auch das System an sich, das Wert vor allem auf defensive Stabilität legt, ist nicht unbedingt das, in dem er sich als Stürmer am wohlsten fühlt.

Fußball wird Michael Sperr, der einst ein Angebot von der Nachwuchsabteilung des FC Bayern München vorliegen hatte, weiterhin spielen. Für welchen Verein er künftig antritt, wird sich zeigen.

Torhüter geht in die Kreisliga

Diese Entscheidung ist bei Sebastian Heid schon gefallen. Der Torhüter schließt sich zur neuen Saison dem Heimatverein TSV/SV Pfofeld/Theilenhofen an, der aktuell mit dem ehemaligen Ansbacher SpVgg-Kicker Johannes Meyer auf der Trainerbank in der Kreisliga spielt.

„Mein Entschluss, nach dieser Saison die SpVgg zu verlassen, stand schon länger fest“, berichtet der 31-Jährige, der seit 2009 das SpVgg-Trikot trägt. Dennoch erkämpfte sich der Heilerziehungspfleger im Winter den im ersten Halbjahr verlorenen Stammplatz zwischen den Pfosten zurück. „Mein Ziel war, noch einmal eine richtig gute Halbserie zu spielen“, so Heid, der künftig mehr Zeit für private Dinge haben möchte.

Hasselmeier: Verlust mit neuen Spielern kompensieren

„Der Abgang von Basti und Michi ist ein großer Verlust für unseren Verein. Beide haben nicht nur auf dem Platz immer ihr Bestes gegeben, sondern auch als Persönlichkeiten das Team bereichert. Wir danken ihnen für alles, was sie für uns getan haben und wünschen für die Zukunft alles erdenklich Gute. Für uns gilt es jetzt, das zu kompensieren und neue Spieler an Bord zu holen“, wird Christoph Hasselmeier, der sportlicher Leiter der SpVgg Ansbach, in einer Pressemitteilung zitiert.

Schon länger steht fest, dass Jonas Bayerlein (Trainer DJK Abenberg) und Michael Belzner (Trainer TSV Marktbergel) die Ansbacher zum Saisonende verlassen.


Alexander Keck
Alexander Keck
Der noch in Vor-Internetzeiten der FLZ zugelaufene Schwarzwälder hat im Verlauf von fast drei Jahrzehnten die fränkischen Merkwürdigkeiten, die in Ohrmuscheln (Allmächd!) und auf Esstellern (Saure Zipfel!) landen schätzen gelernt. Nur die im Vergleich zu Spätzle stets zu breiigen Knödel mag der Schwabe nicht. Das Schreiben über Sport dagegen immer noch sehr - gerne auch abseits des Mainstreams.
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