Sommerurlaub mit Hechel-Begleitung: Worauf es ankommt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 18.06.2026 04:08

Sommerurlaub mit Hechel-Begleitung: Worauf es ankommt

Damit der Urlaub auch für den Hund erholsam wird, sollte das Reiseziel zu seinen Bedürfnissen passen. (Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/dpa-tmn)
Damit der Urlaub auch für den Hund erholsam wird, sollte das Reiseziel zu seinen Bedürfnissen passen. (Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/dpa-tmn)
Damit der Urlaub auch für den Hund erholsam wird, sollte das Reiseziel zu seinen Bedürfnissen passen. (Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/dpa-tmn)

Ob im Wohnmobil an der Nordsee, beim Wandern in Tirol oder im Ferienhaus in Kroatien: Viele Hundebesitzer wollen in der schönsten Zeit des Jahres nicht auf ihren Vierbeiner verzichten. 

„Das ist grundsätzlich erstmal etwas Gutes, denn er gehört einfach zur Familie mit dazu“, sagt Beate Kluth, die seit 26 Jahren hundefreundliche Urlaubs-Unterkünfte vermittelt und Gruppenreisen für Hundebesitzer im In- und Ausland veranstaltet.

Doch vor allem im Sommer sollte man den Urlaub gut planen und sich genau über die Örtlichkeiten, die Unterkunft und etwaige Einreisebestimmungen informieren. „Vorbereitung ist alles“, sagt Kluth.

Welches Reiseziel passt zu meinem Hund?

Vor allem die Auswahl des Ziels ist wichtig. „Ich sollte nicht nur schauen, was mir gut gefällt, sondern es muss auch zu meinem Hund passen“, sagt Beate Kluth, die viele Unterkünfte in Europa selbst testet.

„Für einen Husky, der eigentlich auf Winter geeicht ist, wäre es keine gute Idee, im August nach Spanien zu fahren. Wenn er dann nur fertig in der Ecke liegen würde, wäre das kein schöner Urlaub für ihn - und für mich dann auch nicht.“ Ein Rhodesian Ridgeback wiederum würde sich in warmen Ländern viel wohler fühlen als im nassen Winter zu Hause.

Neben der Rasse spielen auch das Alter und die Konstitution eine Rolle. Bei Herzerkrankungen oder stark eingeschränkter Atmung, wie kurznasige Rassen sie haben können, sollten die Besitzer „unbedingt im Vorfeld mit dem Tierarzt Rücksprache halten, ob die Reise für das Tier überhaupt machbar ist oder nicht doch seinen Gesundheitszustand gefährdet“, sagt Ursula von Einem, Sprecherin des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte.

Bedenken sollte man auch: Selbst wenn man für seinen betagten oder gehandicapten Hund extra einen Buggy mitnimmt, stehen einem nicht automatisch alle Wege offen: „Wer gerne Wanderungen unternehmen möchte, sollte vorher auf jeden Fall schauen, dass es auch ebene Strecken gibt, wo ich den Buggy schieben kann. Auf Geröllstrecken in den Bergen nutzt mir das Hilfsmittel sonst gar nichts.“

Hinweis auf Strand allein reicht nicht

Doch auch, wer einen gesunden und wasserliebenden Hund besitzt, sollte ganz genau hinschauen, welchen Reiseort er bucht. „Strand in Dänemark oder Holland ist nicht automatisch für einen Hundeurlaub gut geeignet“, so Kluth.

Oft gibt es vor Ort diverse Einschränkungen - nicht nur bei der zeitlichen Nutzung. „Es gibt Strände, da sind Hunde nur bis 10 Uhr morgens oder ab 20 Uhr abends erlaubt“, sagt Kluth. „Und an manchen Orten dürfen die Hunde vielleicht noch an den Strand, aber keinesfalls ins Wasser. Dann ist die Enttäuschung natürlich groß.“

Besonders wer schwimmbegeisterte Hunde hat und Wert auf gemeinsamen Wasser-Spaß legt, sollte vor der Buchung besonders gut hinschauen. Welche Bestimmungen gelten in ihrem Ort - ganz gleich in welchem Land sie ihren Urlaub planen.

„Gemeinden werben oft mit der Auszeichnung der „blauen Flagge” dafür, dass ihr Wasser besonders sauber ist“, so die Hunde-Reiseexpertin. Das kann aber unter Umständen auch bedeuten, dass die Vierbeiner in einem Abstand von 200 Metern überhaupt nicht in die Nähe des Wassers kommen dürfen. Vom Schwimmen ganz zu schweigen. 

Auf der anderen Seite gilt: Schon zwei, drei Orte weiter können an derselben Küste wieder viel lockerere Bestimmungen gelten. „Das variiert manchmal von Gemeinde zu Gemeinde oder auch der Jahreszeit“, sagt Kluth.

Garten, Zaun, offene Treppe?

Genau hinschauen sollten die Hundebesitzer auch bei der Auswahl ihrer Unterkunft. Speziell mit Blick darauf, wie „hundefreundlich“ sie wirklich ist und welche Anforderungen und Bedürfnisse man selbst für seine vierbeinigen Begleiter hat.

„Eingezäunt“ kann bei einem Ferienhaus auch bedeuten, dass die Absperrung so niedrig ist, dass mein sportlicher Jagdhund problemlos drüberspringt und auf Wanderschaft geht. Ergo: Im Zweifel vorher nach der Höhe des Zaunes fragen.

Und wer nur Wert auf eine Terrasse legt, sollte schauen, ob sie bei Bedarf auch zur Wohnung nebenan abgegrenzt ist. Vor allem dann, wenn mein Hund sozial vielleicht nicht so verträglich ist und den Nachbarn und seinen Zweibeiner als Bedrohung empfindet.

Kleiner Tipp: Fotos von der Innenausstattung des Ferienhauses oder auch des Hotels sind hilfreich: „Eine offene Treppe kann für manche Vierbeiner ein K.-o.-Kriterium sein“, sagt Kluth.

Ich packe meinen Hunde-Koffer ...

Wer ins Ausland fährt, sollte sich vor allem über die jeweiligen Einreisebedingungen wie Impfungen aber auch über eine mögliche Maulkorbpflicht für manche Rassen oder generell für Hunde in Bussen und Bahnen informieren.

„Neben den organisatorischen Voraussetzungen sollte unbedingt eine Reiseapotheke mit in den Urlaub genommen werden“, sagt Ursula von Einem. Darin sollten neben Desinfektionsmittel, Verbandszeug und einem Fieberthermometer auf jeden Fall die üblichen Medikamente des Tieres mitkommen. Außerdem eine Augenspüllösung, Schmerzmittel, ein Gel zur Abschwellung von Insektenstichen und ein pflanzliches Durchfallmittel. 

„Am besten sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt ab, was für das jeweilige Reiseziel wichtig ist“, empfiehlt Tierärztin von Einem. Unbedingt sollten Hundebesitzer im Vorfeld der Reise die entsprechende Zecken- und Insektenprophylaxe durchführen und auch eine Zeckenzange oder -karte nicht vergessen.

Und auch auf Notfälle sollte man vorbereitet sein, um schnell handeln zu können: Die Tierärztin rät, sich bereits vor der Reise Tierarztpraxen vor Ort herauszusuchen, um im Notfall direkt Ansprechpartner zu haben.

Und noch ein grundsätzlicher Tipp: Natürlich sollte für den Urlaub auch das eigene Futter für den Hund mitgenommen werden, „damit der Hund nicht zusätzlich zum Reisestress unter einer Nahrungsumstellung leidet.“

Flugzeug, Auto, Bahn?

Apropos Reisestress: Wie sieht es mit dem Transportmittel aus? Dazu hat die Tierärztin eine klare Meinung: „Auf Flugreisen sollten Sie nach Möglichkeit kein Tier mitnehmen“, sagt sie. Im Zug oder Auto müssten entsprechend viele und gegebenenfalls längere Pausen eingeplant werden, damit das Tier unbeschadet ankommt.

„Ist die Fahrt an sich für Ihren Hund stressig, gibt es die Möglichkeit, das Tier mit Hilfe von Medikamenten zu beruhigen. Das sollte aber die absolute Ausnahme sein“, sagt Ursula von Einem. In einem solchen Fall sei es für das Tier in der Regel stressfreier, wenn man eine gute Pflegestelle zu Hause organisiert und den Vierbeiner nicht mit in den Urlaub nimmt.

© dpa-infocom, dpa:260618-930-240695/1


Von dpa
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