Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die erzwungene Ruhepause nach seiner Hüft-OP an Weihnachten zum Nachdenken genutzt. „Es war wie im Urlaub: Ab dem dritten Tag fallen mir tausend Dinge ein, die man machen könnte“, sagte Söder der „Augsburger Allgemeinen“. Für das Ärzteteam sei er wahrscheinlich ein anstrengender Patient gewesen.
„Mir geht es da wohl wie vielen Menschen: Ich habe „Dr. House” und andere Arzt-Serien gesehen und stelle auf Basis dieses Halbwissens immer wieder Nachfragen.“ Aber er höre auch auf den Rat der Fachleute, betonte Söder. „Eine medizinische Therapie ist so ähnlich wie Reformen in der Politik: Die Therapie tut weh und mittendrin zweifelt man auch mal. Aber wer es durchzieht, wird erfolgreich sein.“
Mit Blick auf seine vielfach kritisierten Auftritte in den sozialen Medien sagte Söder der Zeitung: „Das erreicht sehr viele Menschen - gerade auch Jüngere, die sonst nur schwer für politische Inhalte zu gewinnen wären. Wer behauptet, Klicks spielen keine Rolle, der täuscht sich.“ Natürlich dürfe man nicht übertreiben, aber der Zeitaufwand dafür sei gering. „Übrigens: Wenn ich sehe, wer heute im Internet alles kocht, isst, singt oder Weihnachtspullover trägt, dann lässt sich über die Kritik zumindest streiten.“
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