Schon am 28. Juni 1979 hatte Weidenbach den Antrag gestellt, in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen zu werden. Nun, über 45 Jahre später, ist die Modernisierung abgeschlossen. Bürgermeister Willi Albrecht bewertet kurz und bündig: „Sieht doch toll aus.“
Nach dem Antrag in den späten 1970er Jahren dauerte es noch einmal bis zum 6. Dezember 2000, bis das Amt für Ländliche Entwicklung Weidenbach in das Erneuerungsprogramm aufnahm. 1998 gab es ein erstes Grundseminar, bei dem Arbeitskreise gebildet wurden. Denn dies war den Bürgermeistern wichtig: Die Menschen sollten eingebunden sein und nicht über ihre Köpfe hinweg entschieden werden.
Für Albrecht ist dieser Ansatz erfolgreich umgesetzt worden: Zunächst waren Bürger in Arbeitskreisen involviert, später war durch die Teilnehmergemeinschaft ein eigenes Gremium für die Dorferneuerung geschaffen worden. Auf Versammlungen konnte sich jeder einbringen und seine Wünsche äußern. Die wurden in das vom Planungsbüro ausgearbeitete Konzept so weit wie möglich übernommen. Besonders die Verkehrssicherheit für Fußgänger und der Bau von Gehsteigen stand im Interesse der Bevölkerung. Bisher hat Albrecht so gut wie keine Kritik an den ausgeführten Maßnahmen vernommen.
„Wir wollten auch Treffpunkte schaffen, an denen die Menschen zusammenkommen können“, erklärte der Rathauschef. Gerade weil es immer weniger Gastwirtschaften gebe, sei ihm dies wichtig. Darum wurden im Rahmen der Dorferneuerung drei Dorfgemeinschaftshäuser in Irrebach, Nehdorf und Weiherschneidbach geschaffen.
Der persönliche Höhepunkt ist für den Bürgermeister die Neugestaltung des Dorfplatzes vor dem Bürgerhaus. Schließlich wurde dieser von 2022 bis 2024 und damit in seiner Amtszeit überarbeitet.
Dutzende Einzelmaßnahmen sind umgesetzt worden. Das alles kostete natürlich Geld: Für öffentliche und gemeinschaftliche Anlagen investierte Weidenbach 9,7 Millionen Euro. Aus Bundes-, Landes- und EU-Fördertöpfen flossen 4,53 Millionen Euro zurück. Allein die Erneuerungen am Bürgerhaus schlagen mit weiteren 2,38 Millionen Euro zu Buche. 790.000 Euro übernimmt davon der Europäische Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raumes.
Für Albrecht besonders erfreulich: Viele Bürger zogen mit und sanierten ihre privaten Anwesen. Bis September 2024 gingen 332 bewilligte Anträge ein. Die Anwohner setzten Maßnahmen im Wert von 10,86 Millionen Euro um und erhielten 1,71 Millionen Euro an Fördergeldern. Weitere 48 Anträge sind noch offen.
Insgesamt sind so 22,94 Millionen Euro in die Dorferneuerung investiert worden, 7,03 Millionen Euro wurden gefördert. „Es ist schön, zu sehen, wie sich alle Ortsteile in 20 Jahren verändert haben“, erklärte Albrecht.
Am Sonntag, 13. Oktober, soll der Abschluss der Dorferneuerung groß gefeiert werden. Los geht es um 9 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Kirche St. Georg. Anschließend zieht ein Festzug mit Weidenbacher Vereinen zum neu gestalteten Dorfplatz. Um 10.30 Uhr möchte Albrecht das Abschlussdenkmal einweihen: eine Granitskulptur mit einem Windspiel aus acht goldenen Würfeln. Jeder steht für einen Ortsteil von Weidenbach. Ab 12.30 Uhr gibt es Mittagessen, gefolgt von einem geselligen Beisammensein mit Kinderprogramm, Schaubacken, Schachspiel und vielem mehr.