Rollladen-Fund bei Oberscheinfeld: Die Rettung des Fledermaus-Männchens „Rollo” | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.01.2026 10:00

Rollladen-Fund bei Oberscheinfeld: Die Rettung des Fledermaus-Männchens „Rollo”

Das kleine Langohrmännchen „Rollo” genießt in der Scheinfelder Fledermaus-Pflegestation von Jana Stepanek derzeit Vollpension. (Foto: Jana Stepanek)
Das kleine Langohrmännchen „Rollo” genießt in der Scheinfelder Fledermaus-Pflegestation von Jana Stepanek derzeit Vollpension. (Foto: Jana Stepanek)
Das kleine Langohrmännchen „Rollo” genießt in der Scheinfelder Fledermaus-Pflegestation von Jana Stepanek derzeit Vollpension. (Foto: Jana Stepanek)

Fledermäuse treiben sich gerne in Kellern oder Dachböden herum, der Rollladen ist hingegen kein so wirklich guter Wohnort für die Tiere. Doch genau dort wurde in Prühl unlängst ein Exemplar gefunden und zu Jana Stepanek in die Aufpäppelstation nach Scheinfeld gebracht. Es handelt sich um eine seltene Art, betont die Fledermausexpertin.

„In unserem Landkreis überwintern die meisten Fledermäuse unterirdisch in alten Bierkellern, die – ähnlich wie bei Tropfsteinhöhlen – den Tieren optimal konstante Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnisse bieten”, erklärt Jana Stepanek. Während des Winterschlafs, der bis zu sechs Monate andauern kann, zehren sie von ihren eigenen Fettreserven und nutzen peu à peu das gespeicherte Fett als Energiequelle bis zum insektenreichen Frühling, so die Expertin.

In den Wintermonaten gelangen deshalb eher weniger Fledermäuse in die Scheinfelder Pflegestation, berichtet Stepanek. Doch einen wahrlich gefährlichen Überwinterungsort hat sich ein Graues Langohr (Plecotus austriacus) ausgesucht: Beim Betätigen des Rollos entdeckten aufmerksame Hausbesitzer im Oberscheinfelder Ortsteil Prühl das klamme Tierchen und brachten es nach Scheinfeld.

Er muss nun ordentlich futtern

Kurzerhand wurde das Findelkind „Rollo” getauft. Dehydriert war das kleine Graue Langohr und auch dankbar über Elektrolyte – Rollo erfreute sich bald darauf an ausgequetschten Mehlwürmern. Was für den menschlichen Gaumen nicht wirklich delikat klingt, ist für die Fledermäuse ein wahres Sterne-Essen.

Derzeit genießt Rollo das All-inklusive-Paket in der Pension Stepanek. Denn mit nur acht Gramm hat das junge Langohrmännchen kaum Winterspeck und muss erst einmal ordentlich futtern, bis es an einem sicheren Überwinterungsort unweit des Fundortes seinen Winterschlaf fortsetzen kann. Rollo ist übrigens auch der erste Fledermauspflegling im Jahr 2026 bei Jana Stepanek.

2025 waren bei ihr in Scheinfeld insgesamt 70 Fledermäuse in der Pflegestation betreut worden, die meisten davon kommen allerdings von Frühjahr bis Sommer an – und nur vier davon waren Graue Langohren. Stepanek: „Graue Langohren stehen auf der Roten Liste. Sie zählen zu den typischen Hausfledermäusen, die sich im Sommer meist auf Dachböden verstecken.” Prühl-Fund Rollo ist also eine kleine Rarität.

Kontakt zur Fledermauspflegestation in Scheinfeld:
Jana Stepanek, Telefonnummer 09162/928748

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