Richtige Mentalität bringt der SpVgg Ansbach einen historischen Sieg | FLZ.de

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Veröffentlicht am 09.03.2025 14:00

Richtige Mentalität bringt der SpVgg Ansbach einen historischen Sieg

Der überragende Niklas Seefried bejubelt eines seiner beiden Tore. (Foto: Michael Horling)
Der überragende Niklas Seefried bejubelt eines seiner beiden Tore. (Foto: Michael Horling)
Der überragende Niklas Seefried bejubelt eines seiner beiden Tore. (Foto: Michael Horling)

Historischer Sieg für die SpVgg Ansbach! Zum ersten Mal gewannen die Westmittelfranken ein Regionalligaspiel beim TSV Aubstadt, mit dem sie seit 2008 um Punkte streiten.

Der 3:2 (2:0)-Erfolg war mehr als verdient, vor allem wegen der ganz starken ersten Hälfte. „In der ersten Halbzeit waren wir galliger und besser und führten aufgrund unserer kämpferischen Einstellung völlig verdient“, sagte SpVgg-Trainer Niklas Reutelhuber, vom Coachen völlig abgekämpft, nach dem Spiel.

Ansbach diktiert das Geschehen

Die meisten der 636 Zuschauer rieben sich verwundert die Augen: Nicht die in Rot angetretenen Gastgeber gaben den Takt vor, sondern die ganz in Grün gekleideten Ansbacher diktierten das Geschehen.

Startelf-Comebacker Sven Landshuter vergab in der 6. Minute die erste große Chance der Ansbacher, als er einen Freistoß aus 18 Metern fast zentraler Position in die vierte Etage setzte. Björn Angermeier war nach einem energischen Alleingang gerade noch vor der Strafraumlinie gefoult worden.

Keine zwei Minuten später wurde Michael Sperr von Landshuter in Szene gesetzt, scheiterte aber am gut reagierenden TSV-Torhüter Max Böhnke.

Tor aus unmöglichem Winkel

Weitere zwei Zeigerumdrehungen später stand es 1:0 für Ansbach. Patrick Kroiß spielte eine Ecke kurz, schlug den Ball scharf nach innen und Niklas Seefried bugsierte das Leder gedankenschnell ins Tor.

Nicht einmal der Rückstand erweckte die Gastgeber aus ihrer Anfangslethargie. „Wir haben in der ersten Halbzeit leichte Versuche gemacht, Fußball zu spielen, aber es ist uns nicht gelungen“, so Aubstadts Trainer Julian Grell.

Beide Torleute reagieren stark

Der erlebte weiter Ansbacher Dominanz und den vorzüglichen Böhnke, der einige SpVgg-Möglichkeiten entschärfte. Sein Gegenüber Sebastian Heid war bei zwei Gelegenheiten der Ex-Profis Luke Hemmerich und Pascal Moll präsent. In der 42. Minute sorgte Niklas Seefried mit seinem zweiten Treffer für die 2:0-Halbzeitführung. Kroiß hatte sich clever den Ball erkämpft und mit einem schönen Anspiel Seefried auf die Reise geschickt. Dieser setzte sich stark durch und war mit einem Schuss aus unmöglichem Winkel unter die Latte erfolgreich.

„Die 2. Halbzeit war extrem ausgeglichen und nach dem 2:2 hätte alles passieren können,“ so Reutelhuber. In der Tat bekam Aubstadt durch zwei Einwechslungen und Umstellungen Oberwasser und wurde spielbestimmender. „Wir haben in der 2. Halbzeit viel besser gespielt und es war Leben auf dem Platz“, so Grell.

Andere Mentalität in Hälfte zwei

Er sah in der 58. Minute eine Einzelleistung von Marvin Weiß, der aus knapp 20 Metern das Spielgerät in den Torwinkel zum Anschlusstreffer schmetterte. Das 2:2 in der 75. Minute, Marco Nickel hatte den zehn Minuten zuvor eingewechselten Timo Pitter exzellent frei gespielt, bezeichnete Grell „als Ausdruck der nun herrschenden Mentalität“.

Mentalität war auch das Thema von Reutelhuber, als er das Siegtor knapp 90 Sekunden nach dem Ausgleich beleuchtete: „Wir hatten die Mentalität, den Rückschlag zu verdauen und zu reagieren um einem Ticken mehr!“

Doppeltorschütze ist jetzt gesperrt

Der überragende Seefried, der seine Leistung ein wenig mit einer überflüssigen Gelben Karte, seiner fünften, trübte, und somit im Heimspiel gegen Hankofen-Hailing gesperrt ist, setzte sich auf der rechten Seite gegen drei Gegenspieler durch und bediente Michael Sperr. Dieser legte zurück auf den eine gute Viertelstunde vorher eingewechselten Nico Hayer und der 19-Jährige erzielte mit einem platzierten Schuss aus 13 Metern den dritten Ansbacher Treffer.

Während Ansbach nun die obere Hälfte der Tabelle ins Visier nimmt, hat Aubstadt andere Sorgen. „Für uns hat nun der Abstiegskampf begonnen. Am nächsten Wochenende wird eine andere Mannschaft auf dem Platz stehen“, so Grell.


Von Harald Riegler
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