Veröffentlicht am 14.07.2021 12:36

Reisezentrum der Deutschen Bahn bleibt erhalten

Wer in Neuendettelsau ein Zugticket am Bahnhof kaufen möchte, kann auch in Zukunft auf eine persönliche Beratung zurückgreifen. (Foto: Jim Albright)
Wer in Neuendettelsau ein Zugticket am Bahnhof kaufen möchte, kann auch in Zukunft auf eine persönliche Beratung zurückgreifen. (Foto: Jim Albright)
Wer in Neuendettelsau ein Zugticket am Bahnhof kaufen möchte, kann auch in Zukunft auf eine persönliche Beratung zurückgreifen. (Foto: Jim Albright)

Der Einsatz hat sich gelohnt: Das Reisezentrum der Deutschen Bahn am Bahnhof in Neuendettelsau bleibt bestehen. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) wird laut Verkehrsministerin Kerstin Schreyer die Aufrechterhaltung des personenbedienten Verkaufs über Dezember 2021 hinaus beauftragen und finanzieren.

Die für Neuendettelsau erfreuliche Nachricht gaben Landrat Dr. Jürgen Ludwig, Landtagsabgeordneter Andreas Schalk und Bürgermeister Christoph Schmoll in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt. „Wir freuen uns sehr, dass es nach einem gemeinsamen Bemühen gelungen ist, dass das DB-Reisezentrum in Neuendettelsau – entgegen den Plänen der Deutschen Bahn – nun erhalten bleiben wird“, so Dr. Ludwig, Schalk und Schmoll.

Zahlen sind sogar
 leicht gestiegen

Gemäß den Ausführungen von Verkehrsministerin Schreyer ist Neuendettelsau in mehrerlei Hinsicht ein Sonderfall. „Entgegen dem allgemeinen Trend sind die Verkaufszahlen nicht gesunken, wie in vielen anderen Verkaufsstellen in Bayern, sondern sogar leicht gestiegen“, stellt die Ministerin fest.

Hinzu komme die unübersehbare Situation mit den sozialen Einrichtungen. „Besonders für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung ist der personenbediente Verkauf von hoher Bedeutung und von besonderem Wert. Diese Fahrgastgruppen spielen in Neuendettelsau eine ausnehmend große Rolle.“

Dr. Ludwig, Schalk und Schmoll zeigen sich in ihrer Pressemitteilung erfreut, dass die Argumente, die genau diese besondere Situation in den Mittelpunkt gerückt haben, Wirkung bewiesen. „Gemeinsam danken wir allen Unterstützern, die sich mit uns gemeinsam für den Erhalt des Reisezentrums eingesetzt haben, insbesondere den Kernfranken-Bürgermeistern, dem Vorstand von Diakoneo sowie dem Fahrgastverband ProBahn. Ganz besonders danken wir Staatsministerin Kerstin Schreyer für ihre starke Entscheidung im Sinne unserer Region.“

Schreyer macht in ihrem Statement aber deutlich, „dass die schnell voranschreitende Digitalisierung eine entscheidende Rolle im Bereich des Fahrkartenvertriebs“ spiele. Und weiter: „Der Freistaat möchte die Einführung neuer Technologien vorantreiben und zugleich die Wirtschaftlichkeit des Schienenpersonennahverkehrs berücksichtigen. Dies ist auch der Grund, weshalb generell in Bayern der personenbediente Verkauf im Falle geringer Nachfrage zurückgefahren wird und auf alternative Vertriebsstrukturen wie beispielsweise Videoreisezentren umgestellt wird.“

Florian Schwab

Dieser Artikel wurde zum ersten Mal in der Fränkischen Landeszeitung vom 14. Juli 2021 veröffentlicht.

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