Sein Leben ist voller Geheimnisse. Jetzt gibt es eines mehr: Wer hat auf dem Ansbacher Stadtfriedhof die Infotafel am Grab von Kaspar Hauser gestohlen?
Der junge Mann, der im Mai 1828 in Nürnberg auftauchte, ist ein Rätsel seiner Zeit. Unbekannt die Herkunft, geheimnisvoll der Tod. Am 17. Dezember 1833 starb er in Ansbach an einer Wunde, die ihm ein Attentäter im Hofgarten zugefügt hatte. Oder er sich selbst, um wieder mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Falls es einen Attentäter gab, war er sehr oberflächlich, denn die Wunde an Kaspars Leib war nur von leichter Natur. Falls es Kaspar selbst war, hat er sich fatal verschätzt, denn aus der Wunde wurde eine todbringende Entzündung.
Bestattet wurde er auf dem Ansbacher Stadtfriedhof. Sein Grab ist ein Wallfahrtsort, meist liegen kleine Pferde auf ihm. Ein Holzpferd war sein einziges Spielzeug, hat er erzählt, in den langen Jahren in einem fensterlosen Verlies, in dem er gefangengehalten wurde. Wer er war, wo er herkam, weiß niemand. Sein kurzes Leben war ein einziges Wunschdenken – von Abertausenden.
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