„Demokratie braucht viele Stimmen”: Was professionelle Berichterstattung ausmacht | FLZ.de

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Veröffentlicht am 14.09.2026 04:00

„Demokratie braucht viele Stimmen”: Was professionelle Berichterstattung ausmacht

Redakteurin Ute Niephaus bei der Arbeit: Der Emskirchener Helmuth Röschlein hat in Emskirchen die Fränkische Landeszeitung gesammelt. In einem Kellerraum lagern Originalausgaben von 1947 bis 1972. (Foto: Mirko Fryska)
Redakteurin Ute Niephaus bei der Arbeit: Der Emskirchener Helmuth Röschlein hat in Emskirchen die Fränkische Landeszeitung gesammelt. In einem Kellerraum lagern Originalausgaben von 1947 bis 1972. (Foto: Mirko Fryska)
Redakteurin Ute Niephaus bei der Arbeit: Der Emskirchener Helmuth Röschlein hat in Emskirchen die Fränkische Landeszeitung gesammelt. In einem Kellerraum lagern Originalausgaben von 1947 bis 1972. (Foto: Mirko Fryska)

„Ich will jeden Tag meine Zeitung. Die gehört einfach dazu.“ Diese oder ähnliche Sätze hören wir oft, wenn wir mit unserem FLZ-Stand die Feste der Region besuchen. Schöne Sätze sind das; voll Wertschätzung und Anerkennung für unsere Arbeit. Und dennoch: Die Medienbranche befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Wandel.

Die Auflagen gedruckter Tageszeitungen gehen zurück. Auf der ganzen Welt. Auch in Deutschland, Bayern, Westmittelfranken. Dabei befindet sich der Nachrichtenkonsum auf einem hohen Niveau. Doch die Menschen informieren sich aus vielen verschiedenen Angeboten, vielen verschiedenen Quellen, und ein großer Teil davon ist digital. Hier sind Informationen schnell, aktuell und jederzeit verfügbar.

Und wer sich einmal an diese andere Art der Mediennutzung gewöhnt hat, an diese Geschwindigkeit, an die ständige Abrufbarkeit von News auf dem Smartphone oder dem Laptop, der erwartet das auch von lokaljournalistischen Inhalten.

E-Paper, flz.de und Social Media

Die FLZ hat dem Rechnung getragen. Die gedruckte Zeitung gibt es als digitale Variante, also als E‑Paper. Der Internetauftritt flz.de bietet außerdem eine breite Palette an Nachrichten, Informationen und Reportagen aus der Region. Wir veröffentlichen unsere journalistischen Inhalte auf Facebook und Instagram. Und wir zeigen mit unseren feinen, kurzen Videos eine weitere, moderne Facette von Lokaljournalismus.

Denn wir sind zutiefst überzeugt: Lokaljournalismus liefert einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für die Demokratie. Lokaljournalismus hat Zukunft. Daher beteiligen wir uns an der bundesweiten Aktion journalistischer Medien „Demokratie braucht viele Stimmen“. Eine Woche lang – von Montag, 14. September, bis zum Samstag, 19. September – wird Ihnen das Logo dieser Aktion oft begegnen. Beim Fernsehen, im Internet, beim Zeitschriften- oder Zeitunglesen. Ziel der Aktionswoche ist es, gemeinsam zu zeigen, was Journalistinnen und Journalisten jeden Tag leisten und warum unabhängiger Journalismus für eine lebendige Demokratie unverzichtbar ist.

Sie schicken uns Themenvorschläge und wir machen uns dann an die Recherche. (Archivbild: Jim Albright)

Wir recherchieren Ihr Herzensthema: Beteiligen Sie sich an unserer Aktion

Was bewegt Sie in Ihrem direkten Umfeld? Was fehlt Ihnen? Was gibt es bei Ihnen Ungewöhnliches? Über drei der eingereichten Themen werden wir berichten.
in 290 Minuten
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Möglichkeit zur Bildung einer eigenen Meinung

Demokratie braucht viele Stimmen: Die FLZ ist eine davon. Jeden Tag arbeiten bei uns viele Kolleginnen und Kollegen dafür, Sie mit Informationen aus Westmittelfranken zu versorgen und Ihnen damit die Möglichkeit zu geben, sich Ihre eigene Meinung zu bilden. Die Region und ihr direktes Umfeld mitzugestalten.

Wir beobachten die Arbeit von Stadt- und Gemeinderäten, wir decken Missstände auf, wir zeigen die Vielfalt des Ehrenamts und die Vielfalt der Veranstaltungen in unserer Region. Wir erklären Ihnen, wo Sie Hilfe finden und wo Sie sich entspannen und erholen können. Wo Sie einen Umweg in Kauf nehmen müssen, weil die Straße wegen Baumaßnahmen gesperrt ist, und wo eine neue Gastwirtschaft eröffnet. Wir geben Orientierung und sorgen dafür, dass wichtige Themen öffentlich diskutiert werden.

Hinter all dem, also hinter all den Reportagen, Bildern, Videos, steckt die Arbeitskraft vieler Menschen. „Euren Job macht doch ohnehin bald die KI“, auch das bekommen wir immer öfter zu hören; in Gesprächen auf der Straße, im Bekanntenkreis, bei Recherchen.

KI kann bei der Herstellung helfen

Sicher, die Möglichkeiten von KI-Anwendungen entwickeln sich rasant weiter. Sie können die verschiedenen Schritte in der Herstellung journalistischer Produkte auch immer besser unterstützen. Aber die Menschen ersetzen können sie nicht. KI-Sprachmodelle verarbeiten ausschließlich Inhalte, die bereits im Internet zur Verfügung stehen.

Doch die KI geht nicht auf den Bauernhof, um die junge Landwirtin zu portraitieren, die mit viel Optimismus trotz schlechter Preise die Schweinezucht von ihren Eltern übernommen hat. Die KI kann vielleicht aus dem Protokoll der Stadtratssitzung eine Zusammenfassung schreiben. Sie kann jedoch nicht die Diskussion im Verlauf der Sitzung wiedergeben; den Austausch der Argumente, das politische Ringen um den richtigen Weg.

Journalismus gleicht Quellen ab

Die Kernbotschaften der Medienaktion „Demokratie braucht viele Stimmen“ treffen auch für lokale Berichterstattung zu: Journalismus recherchiert sorgfältig. Er beginnt nicht mit der Veröffentlichung, sondern mit der gewissenhaften Suche nach Wahrheit – unabhängig von Schnelligkeit oder Aufmerksamkeit. Journalismus überprüft Informationen. Quellen werden abgeglichen, Fakten bestätigt, Aussagen auf ihre Richtigkeit geprüft – bevor ein Beitrag an die Öffentlichkeit geht.

Diskutieren Sie mit uns über die Zukunft

Wie wird der Gemeinderatsbericht 2035 aussehen? Gibt es ihn überhaupt noch? Lassen wir uns bald Lokalnachrichten nur noch vom Smartphone oder Laptop vorlesen?

Diskutieren Sie mit Chefredakteurin Gudrun Bayer und Digitalredakteur Johannes Hirschlach über die Zukunft des Lokaljournalismus. Wir laden Sie am Donnerstag, 17. September, um 17 Uhr in unser Druckzentrum in Ansbach-Schalkhausen ein.

Im Anschluss an die Diskussion nimmt Sie Alexander Hieber, der technische Leiter der FLZ, mit auf eine Führung durch die Druckerei. Erleben Sie dabei unsere Druckmaschine in voller Aktion.

Da die Plätze begrenzt sind, ist eine Anmeldung nötig. Dafür schicken Sie bis spätestens Mittwoch, 16. September, 18 Uhr, eine E-Mail an redaktion@flz.de mit der Angabe Ihres Namens und Ihrer Adresse. Es stehen maximal 15 Plätze zur Verfügung. Ihre Anmeldung ist daher nur mit einer Rückbestätigung gültig.

    Journalismus ordnet Zusammenhänge ein. Er erklärt, was eine Nachricht bedeutet, welche Hintergründe relevant sind und warum ein Thema für viele Menschen zählt. Journalismus korrigiert Fehler. Die Bereitschaft zur Korrektur ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck professioneller Verantwortung und Grundlage nachhaltiger Glaubwürdigkeit. Sie ist daher wichtig für die Vertrauensbildung.

    Viele Menschen in Westmittelfranken vertrauen der FLZ. Sie erkennen den großen Aufwand, der hinter professionellem Lokaljournalismus steckt. Sie erkennen den Unterschied zwischen Schnell-Mal-Dahergesagt oder gründlich recherchiert und überprüft. Die Zeitung ist ihnen wichtig. Das wird uns in unserem Alltag jeden Tag aufs Neue signalisiert. Selbst wer sich beschwert – zum Beispiel über zu viel oder zu wenig Berichterstattung bei einem Thema –, selbst wer beim FLZ-Stand oder einer Veranstaltung die Gelegenheit nutzt, „der da von der Zeitung“, also mir, mal so richtig die Meinung zu geigen, zeigt damit: Was die FLZ veröffentlicht, ist für sie oder ihn erheblich.

    Abos sind die Grundlage für die Zukunft

    Doch Qualitätsjournalismus entsteht nicht kostenlos. Der Aufbau der digitalen Angebote, ohne das bewährte Gedruckte zu vernachlässigen, benötigt deutlich mehr Ressourcen als früher. Mehr Arbeitskraft, aber auch mehr technische Infrastruktur, größere Server, schnellere Leitungen, aufwändigere Software.

    Dazu kommt: Die Bereitschaft, auch für digitalen Journalismus ein Abonnement abzuschließen, ist gering. Die Selbstverständlichkeit, mit der Menschen für das gedruckte Produkt, das zu ihnen nach Hause kommt, bezahlen, übertragen sie nicht auf das Produkt, das auf ihren Bildschirm kommt. Dabei sind die Abos die Grundlage dafür, unabhängigen, glaubwürdigen, verlässlichen Journalismus auch in Zukunft anbieten zu können. Also dafür, möglichst viele der journalistischen Stimmen, die für eine stabile Demokratie wichtig sind, zu erhalten.

    Wir berichten über unsere Herzensthemen

    Als unseren Beitrag für die bundesweite Aktionswoche haben wir ein Paket geplant, das Ihnen die Menschen, die bei der FLZ arbeiten, ein bisschen näherbringt. Wir sprechen über unsere journalistischen Herzens­themen und darüber, wie wir in der Praxis daran arbeiten. Der erste Beitrag über einen Blindenhund kommt von unserer Kollegin Ute Niephaus. Wir verraten Ihnen, warum Lokaljournalismus für uns eine Herzensangelegenheit ist. Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, sich aktiv zu beteiligen. Bis einschließlich Samstag finden Sie verschiedene Beiträge sowohl in der gedruckten Zeitung als auch digital. Wir sind überzeugt davon, dass die Aktion dazu beiträgt, Ihnen die Arbeit engagierter Journalistinnen und Journalisten noch ein Stück näherzubringen.

    Mehr zur Aktionswoche journalistischer Medien finden Sie hier.

    Begleitend zur Aktion können Sie vom 14. bis 19. September alle Artikel unseres FLZ+-Angebots kostenlos lesen.


    Gudrun Bayer
    Gudrun Bayer
    ... ist seit Oktober 2020 bei der FLZ und hat hier als Chefredakteurin ihren Traumjob gefunden. Als Autorin tritt die frühere Sportredakteurin, Gerichtsreporterin und Magazinredakteurin nur noch selten in Erscheinung. Nach mehr als 40 Jahren im Journalismus werkelt sie im Hintergrund dafür, dass ihre Kolleginnen und Kollegen gute Rahmenbedingungen für die Berichterstattung haben. Und sie hat ein Herz für die Ausbildung.
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