Auf satte 17 PS und ein Höchsttempo von etwa 100 Stundenkilometern (km/h) bringt es eine Simson S51, die Polizeibeamte am Sonntag gegen 20.45 Uhr in Merkendorf (Landkreis Ansbach) samt ihrem 17-jährigen Fahrer aus dem Verkehr gezogen haben.
Das 50-Kubikzentimeter-Kleinkraftrad aus der ehemaligen DDR hat serienmäßig maximal knapp vier PS und darf nur 60 km/h laufen. Für das frisierte Moped wäre laut Angaben der Inspektion Ansbach mindestens die Fahrerlaubnis der Klasse A2 erforderlich, der Jugendliche hat aber nur die Lizenz der Klasse AM. Deshalb musste er den Weg zu Fuß fortsetzen.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde die Simson zur technischen Prüfung auf einem Rollenprüfstand sichergestellt. Der 17-Jährige wurde seinen Erziehungsberechtigten übergeben. Gegen ihn wird nun wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis strafrechtlich ermittelt.
Die Simson S51 wurde zwischen 1980 und 1990 vom VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann“ produziert. Sie war wegen ihrer anspruchslosen, reparaturfreundlichen Technik beliebt. Seit der Wiedervereinigung dürfen diese Zweitakter in Deutschland dank einer Ausnahmeregelung im Einigungsvertrag trotz ihrer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h als Kleinkraftrad mit einem Versicherungskennzeichen zulassungsfrei mit der Führerscheinklasse AM gefahren werden – sofern sie nicht technisch aufgemotzt wurden.