Zu Dritt stehen die Polizisten in der ersten Reihe am Rand von Altschauerberg (Gemeinde Emskirchen). Ihnen gegenüber: rund 4000 Drachenlord-Hater, die die Schanze stürmen wollen. Demonstrativ zücken die Beamten ihre Knüppel, strecken sie in die Luft. Abschreckung. Mit viel Aufwand hat die Polizei am Samstag den Schanzensturm verhindert.
Drachenlord, Hater, Schanze. Für viele mögen diese Wörter wie aus einer fremden Welt klingen. Das ist sie gewissermaßen auch. Das Drachengame war bundesweit der erste Fall, in dem sich Internethass und Mobbing in die reale Welt übertragen hat. Mehr als zehn Jahre ist das schon her. Doch für diesen Samstag wurde wiedermal in den Landkreis Neustadt/Aisch-BadWindsheim geladen; gewissermaßen zum Familientreffen der Hater-Schar. 4000 Menschen sind dieser Einladung gefolgt und versammeln sich auf dem Parkplatz des Emskirchener Rewe-Markts, um gemeinsam im Pulk nach Altschauerberg zu ziehen. Ein Teilnehmer beteuert am Sonntag dann am Telefon, dass es diesmal nicht um den Hass gegen den Drachenlord geht, vielmehr sei es eine Art „Erinnerungstour“ auf den Spuren des Youtubers gewesen.
Dass Altschauerberg zum Schauplatz für „Haider” wurde, geht auf Rainer W. zurück, der unter dem Pseudonym „Drachenlord” mit Clips auf Youtube bekannt wurde. Er eckte seit Anfang der 2010er Jahre im Internet immer wieder mit teils extremen Ansichten an. Schnell wurde er von Kritikern im Internet beschimpft, gemobbt, gestalkt.
Bereits FLZ+? Hier einloggen