„Paukenschlag” zum Start: Erste Sitzung des neuen Wolframs-Eschenbacher Stadtrats | FLZ.de

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„Paukenschlag” zum Start: Erste Sitzung des neuen Wolframs-Eschenbacher Stadtrats

Bürgermeister Michael Dörr begrüßt die neuen Stadträtinnen und Stadträte (von links): Christina Schuster, Max Wittmann, Birgit Brand-Seitz, Tino Neuendorf, Thomas Geidner und Artur Helmreich. (Foto: Antonia Müller)
Bürgermeister Michael Dörr begrüßt die neuen Stadträtinnen und Stadträte (von links): Christina Schuster, Max Wittmann, Birgit Brand-Seitz, Tino Neuendorf, Thomas Geidner und Artur Helmreich. (Foto: Antonia Müller)
Bürgermeister Michael Dörr begrüßt die neuen Stadträtinnen und Stadträte (von links): Christina Schuster, Max Wittmann, Birgit Brand-Seitz, Tino Neuendorf, Thomas Geidner und Artur Helmreich. (Foto: Antonia Müller)

Sechs neue Stadträtinnen und Stadträte haben in Wolframs-Eschenbach ihr Amt angetreten. Zwischen zig Formalitäten gab es in Wolframs-Eschenbach eine Überraschung bei der konstituierenden Sitzung.

Doch der Reihe nach. 16 Plätze waren zu vergeben bei der Kommunalwahl am 8. März. Zehn der bisherigen Stadtratsmitglieder haben den Sprung ins Gremium erneut geschafft. Sechs Personen durften nun erstmals in der Runde Platz nehmen. Bürgermeister Michael Dörr hieß sie herzlich willkommen.

Für die CSU/Unabhängigen Bürger sind Birgit Brand-Seitz, Tino Neuendorf, Thomas Geidner und Artur Helmreich dazugekommen. Auf Seiten der Freien Wähler sind Christina Schuster und Max Wittmann frisch dabei. Die Neuen legten zunächst ihren Eid ab.

Schlackl bleibt zweiter Bürgermeister

Bei der Wahl des zweiten Bürgermeisters schlug Christine Obenhofer für die Freien Wähler Stadtrat Helmut Frey vor. Er bringe sehr viel Wissen und Erfahrung mit. Bettina Durst sprach sich für die CSU/UB für Johann Schlackl aus. Er hat auch in der vergangenen Wahlperiode den Rathauschef vertreten. Schlackl setzte sich bei der geheimen Wahl durch und darf sein Amt damit behalten.

„Ich wünsche uns ein harmonisches und vor allen Dingen erfolgreiches Wirken in den kommenden sechs Jahren”, sagte Bürgermeister Michael Dörr in seiner Ansprache an das neue Gremium. Mit Blick auf die Wirtschaftskrise gebe es viele Herausforderungen. Die Arbeit in den kommenden Jahren wird nicht einfach werden, so Dörr. Er appellierte, stets das Wohl der Gemeinde im Auge zu haben. „Ein Optimum unserer Arbeit kann dann erzielt werden, wenn die Sachfragen im Vordergrund stehen und persönliche Präferenzen außen vorgelassen werden.”

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Sichert ist zukünftig unabhängiger Stadtrat

Es folgte der „Paukenschlag”, wie Stadtrat Christian Ludwig es im Verlauf des Abends nannte. Dörr verkündete, dass am Tag vor der Sitzung eine Nachricht bei ihm eingetroffen sei: Stadtrat Thomas Sichert verlässt die Fraktion der Freien Wähler.

Dass diese Entscheidung kurz nach der Wahl und so knapp vor der Sitzung getroffen wurde, sorgte für Ärger und Verwunderung. Johann Schlackl (CSU/UB) monierte, dass man sich bereits viele Gedanken über die Besetzung der Ausschüsse gemacht habe, die nun hinfällig wären. Den Zeitpunkt finde er fragwürdig. Er forderte Sichert auf, den Schritt zu erklären – auch für die Wählerinnen und Wähler. „Die werden sicher Fragezeichen haben”, sagte er. Christian Ludwig (CSU/UB) meinte: „Das hat schon ein Geschmäckle.” Die Leute hätten ihr Kreuz schließlich bei ihm als FW-Stadtrat gemacht. Die FW-Fraktion hielt sich weitgehend zurück.

Thomas Sichert, der künftig als einzig unabhängiger Stadtrat im Gremium sitzen wird, blieb sachlich. Die Gründe für die Entscheidung möchte er nicht in der Öffentlichkeit ausbreiten, erklärte er. Sichert möchte zukünftig „nur die eigene Meinung” vertreten. Da die Kommunalwahl eine Persönlichkeitswahl sei, gehe er davon aus, dass die Bürgerinnen und Bürger ihn nicht wegen eines Parteibuchs gewählt hätten. Er möchte sich nun als Fraktionsloser für das Wohl der Stadt einsetzen und hofft auf eine gute Zusammenarbeit, betonte er.

Weil Sichert zukünftig keiner Fraktion mehr angehörte, wurde die vorbesprochene Besetzung der Ausschüsse spontan geändert. Erst ab drei Personen erreiche man Fraktionsstärke, erläuterte Dörr. Nur Fraktionen hätten ein Recht auf Sitze im Ausschuss. Die Konsequenz: Sichert gehört keinem Ausschuss an. Die Besetzung der Ausschüsse ergibt sich aus der Fraktionsstärke nach einem komplexen Berechnungsschlüssel.

Sitzungsgeld auf 30 Euro angehoben

Neben den Ausschussplätzen legte der Stadtrat auch die Besetzung für folgende Versammlungen fest: die VG-Gemeinschaftsversammlung, den Zweckverband Sparkasse, die Bücherei, die Musikschule-Rezat-Mönchswald sowie den Schulverband.

Jugendbeauftragte sind Tino Neuendorf und Max Wittmann. Für die Seniorinnen und Senioren ist weiterhin Ehrenbürger Erwin Seitz zuständig. Ansprechpartner für Menschen mit Behinderung ist Gerhard Hausleitner.

Das Sitzungsgeld erhöhte der Stadtrat von 25 auf 30 Euro. Auch die Entschädigung für Verdienstausfall ist auf denselben Betrag angehoben worden. Daneben erfolgten einige formelle Änderungen in der Satzung und in der Geschäftsordnung, die Geschäftsleiter und Kämmerer Stefan Beyerlein erklärte. Der Bürgermeister und sein Stellvertreter haben außerdem erneut die Ermächtigung bekommen, Grundstücksgeschäfte abzuwickeln.


Antonia Müller
Antonia Müller
Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach
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