Heike Gareis (SPD) und Alexander Müller (CSU) werden in zwei Wochen in die Stichwahl um den Posten des Neustädter Stadtoberhauptes gehen. Beide verfehlten die 50 Prozent-Marke, wobei Müller mit 42,5 Prozent die Nase leicht überraschend vorne hatte.
Einen echten Achtungserfolg verbuchte Harald Haag, dessen Unterstützer in der Stichwahl nun das Zünglein an der Waage spielen könnten. Der Kandidat der Freien Wähler, kommunalpolitisch ein bislang eher unbeschriebenes Blatt, holte aus dem Stand 8,1 Prozent und punktete vor allem in seinem Heimatdorf Unternesselbach, im benachbarten Schauerheim, aber auch in etlichen weiteren Ortsteilen, wo er jeweils um die 20 Prozent einsackte.
„Aber natürlich hätte ich in der Kernstadt mehr Stimmen gebraucht”, so Haag, der für die Stichwahl noch keine Wahlempfehlung aussprechen wollte. „Das werden wir im Vorstand beraten.”
Hochzufrieden war hingegen Alexander Müller. Der Augenoptikermeister, der den Sessel des Bürgermeister nach 18 Jahren SPD-Führung im Rathaus für die CSU in den Blick genommen hat, hat in den vergangenen Wochen einen Stimmungsumschwung wahrgenommen. „Also in 2026 habe ich gepunktet, das war zu merken.” Er habe sich 14 Tage Urlaub genommen und werde in den kommenden Tagen einen echten Haustürwahlkampf bestreiten.
Ähnliches hat sich auch Heike Gareis vorgenommen, denn das „persönliche Gespräch” sei durch nichts zu ersetzen. Zur Stichwahl wolle sie nun auch diejenigen überzeugen, die diesmal nicht zur Wahl gegangen sind. Ob und wie die Wähler der drei geschlagenen Bewerber dann abstimmen werden, sei schwer vorherzusagen, so Gareis, die keinen Hehl aus einer gewissen Enttäuschung machte. „Wir haben mit einer Stichwahl gerechnet, aber im Ergebnis habe ich persönlich schon auf ein bisschen mehr gehofft.”
Ebenfalls nicht zufrieden war Gerd Scheuenstuhl (FDP). „Aber man darf auch nicht vergessen, dass wir als FDP praktisch wieder Neuland betreten haben”, so der Kandidat, der auf 5,2 Prozent der Stimmen kam. Er habe einen engagierten Wahlkampf geführt, habe sich nichts vorzuwerfen und die Situation von Anfang an richtig eingeschätzt. Eine Wahlempfehlung für die Stichwahl werde er derzeit „noch nicht aussprechen”.
Das will auch André Hufnagel nicht tun. Er zeigte sich gegenüber der Redaktion durchaus zufrieden mit den erzielten 3,1 Prozent, denn „zum ersten Mal mit dieser Truppe ist das super”. Er habe wichtige Erfahrungen gemacht, seine Lehren aus den Inhalten des Wahlkampfs gezogen und sei zuversichtlich, dass die Linke in sechs Jahren davon profitieren werde. „Dieser Wahlkampf ist für uns eine Vorlage für den nächsten.”
Mit 65,8 Prozent hatte die Wahlbeteiligung zwar noch deutlich Luft nach oben, lag aber immerhin schon knapp sieben Prozentpunkte über der Beteiligung des Jahres 2020. Kein Wunder, war damals Amtsinhaber Klaus Meier doch der turmhohe Favorit.
Sollte Alexander Müller sich letztendlich durchsetzen, kann er im Stadtrat wohl auf eine recht komfortable Sitzverteilung hoffen. Laut dem vorläufigen Ergebnis kommt die CSU auf zehn Sitze. Ziemlich sicher dürften dabei die bisherigen Räte Martin Hufnagel, Jutta Bauereiß, Christian Köstner, Richard Dollinger und Peter Holzmann neben „Stimmenkönig” Alexander Müller mit dabei sein – für die Neulinge Christine Pohli und Alexander Meinl sah es ebenfalls sehr gut aus.
Etwas Federn dürfte die SPD lassen, die bis kurz vor 22 Uhr bei sechs Sitzen lag. Je einen Sitz könnten FDP und die Linke haben, jeweils drei Mandate gehen wohl an die Grünen und die Freien Wähler.