Neustadt scheint ein beliebtes Pflaster zu sein: Allein zwischen Mai und Mitte Oktober sind 421 Menschen in die Kreisstadt gezogen. Bürgermeister Klaus Meier freute sich beim Neubürgerempfang über die Attraktivität der Stadt, denn aktuell leben 13.784 Personen in Neustadt – so viel wie nie zuvor.
Ein Ehepaar hatte es im Juli in die Stadt an der Aisch verschlagen. Beide kamen auf Nachfrage zu ihrer neuen Heimat regelrecht ins Schwärmen. Eigentlich sei der Ortswechsel aus Oberasbach reiner Zufall gewesen. „Wir wollten raus und ländlicher wohnen und haben den Radius bei der Wohnungssuche erweitert“, erzählen sie im Gespräch mit der Redaktion.
Ihr vorläufiges Fazit: Man hätte es nicht besser treffen können. „Wir lieben Neustadt, es ist bombig. Wir können alles gut zu Fuß erreichen und haben alles, was wir zum Leben brauchen.“ Gepunktet hätten unter anderem auch die drei Eisdielen, das schöne Waldbad und die vielen Wander- und Radwege. Und: In Neustadt ist immer was los. Fast jedes Wochenende seien tolle Veranstaltungen geboten, so das Ehepaar.
Joachim Stark ist im eigentlichen Sinne kein Neu- sondern ein „Wieder“-Bürger. Nach 17 Jahren Thailand ist er mit Frau und dem adoptierten Enkelkind der Freunde wegen wieder in Neustadt gelandet. Der kleine Shalam geht mittlerweile in einen Neustädter Kindergarten und lernt die Sprache.
Originell verlief die Ansiedelung eines anderes Paares: Christian Schäfer und Judith Nicolaus hatten sich 2011 bei ihrem Arbeitgeber, einem Spielwarenhersteller, kennen und lieben gelernt. Der gebürtige Neustädter Schäfer lebte danach jedoch zunächst in Rheinland Pfalz – in einem Ort namens Birkenfeld. Nun jedoch zog es die beiden mit ihrer elf Jahre alten Tochter zurück in seine alte Heimat. Allzu schwer dürfte die Umgewöhnung nicht fallen, weil zumindest der Ortsname der gleiche blieb: Das Paar wohnt heute zwar in einem anderen Bundesland, aber im Neustädter Ortsteil namens Birkenfeld.
Ein weiteres Neu-Neustädter Paar war aus Dietenhofen an die Ufer der Aisch gezogen. Sie hätten sich „verkleinern“ wollen, wollten nicht länger „die Sklaven ihres Hauses“ sein, wie sie sich ausdrückten. Die Wahl fiel letztlich auf Neustadt, auch wenn das Paar ursprünglich Bad Windsheim favorisiert hatte. Schließlich lieben sie Wanderungen in den Ipsheimer Weinbergen. Doch weil in Bad Windsheim keine passende Wohnung zu finden war, wurde es eben Neustadt „Wir haben bisher nur gute Erfahrungen gemacht und die Leute sind alle sehr entspannt und freundlich“, sagten sie beim Neubürgerempfang.
Ja, die Stadt sei attraktiv, betonte Klaus Meier an diesem Abend, an dem Sekt und Häppchen gereicht wurden. Neustadt punkte mit extrem niedriger Arbeitslosenquote, habe viel zu bieten und sei mit seinem historischen Kern auch optisch sehr ansprechend. Die Ökumene funktioniere mit Pfarrer Christian Schäfer und Daniel Bittel bestens und für besondere Fälle könne man sich auch auf die Nachbarschaftshilfe – federführend organisiert von Jutta Holz und Sigrid Kolb – stets verlassen.
Im Laufe des Abends wurde bei den neuen Neustädtern natürlich kräftig Werbung gemacht. Sabine Fink vom Stadtmarketing präsentierte das vielfältige Kulturangebot und verwies auf insgesamt rund 1400 Kilometer Radwege im Landkreis. Jürgen Froelich, Vorsitzender der Werbegemeinschaft erklärte, die Stadt sei immer voller Leben. „In dieser Stadt kannst du alles machen.“
Die Caritas stellte Veronika Polok vor, das THW war mit Johannes Wagner und die Feuerwehr Neustadt mit Kommandant Florian Brandt vertreten. Karl-Heinz Haag berichtete von der Arbeit des Seniorenrates der Stadt, der viel bewege.
Natürlich stellte sich auch Bürgermeister Klaus Meier vor. Er habe stets ein offenes Ohr und freue sich über Gespräche. Er war es auch, der ein wenig Stadthistorie präsentierte und den perfekten Standort „zwischen Wein- und Bierfranken“ betonte. In seiner Aufzählung durfte – natürlich – die Kerwa nicht fehlen und auch die Städtepartnerschaften würden in der Kreisstadt gepflegt und besäßen einen hohen Stellenwert. Das Karpfenmuseum sei zu einem Besuchermagnet geworden und die Kulturveranstaltungen in der NeuStadtHalle sowie im Schlosshof seien einzigartig in der Region. Darüber hinaus sei die Kreisstadt mit dem BayernLab und Landesluftbildzentrum sowie dem Technologietransferzentrum zu einer IT-Hochburg geworden.
Ob es all dieser Werbung noch bedurft hätte, blieb an diesem Abend offen. Die Neubürger jedenfalls schienen mit der Wahl ihres Wohnorts sehr zufrieden zu sein – kritische Anmerkungen blieben aus.