Zum traditionellen Neujahrsempfang am Dreikönigstag hatte der CSU-Ortsverband Wassertrüdingen in den Bürgersaal eingeladen. Die große Zahl von Gästen aus Politik, Gesellschaft und Kirche zeugte von Interesse an einem Austausch und den Referenten mit Blick auf die in acht Wochen anstehenden Kommunalwahlen.
Grußworte sprachen dabei Landrat Dr. Jürgen Ludwig und der Bürgermeister-Kandidat der CSU für Wassertrüdingen, Jochen Reuter, Rektor der Betty-Staedtler-Mittelschule. Ein Wechsel an der Rathausspitze zum Wohle der Stadt sei zwingend erforderlich, führte Ortsvorsitzender Thorsten Müller aus und warb auch für weitere Kontinuität in der Führung des Landkreises Ansbach.
Der Gedankengang „Heimat mitgestalten und Verantwortung für die Heimat und die Heimatstadt übernehmen“ zog sich wie ein roter Faden durch die Ansprachen der Gastredner und die persönliche Vorstellung der 20 Kandidatinnen und Kandidaten für den Wassertrüdinger Stadtrat.
Landrat Dr. Jürgen Ludwig, seit rund 14 Jahren im Amt, streifte die medizinische Versorgung und die großen Anstrengungen in der Krankenhauslandschaft sowie den Pflegesektor. Im Seniorenheim des Landkreises in Wassertrüdingen wurden drei Millionen Euro für Baumaßnahmen, darunter eine neue Küche, investiert. Für die Integrierte Leitstelle in Brodswinden, deren Betrieb am 14. November 2025 aufgenommen worden war, wurden 33 Millionen Euro in die Hand genommen.
Unverzichtbar und wertvoll sei für den Landrat das ehrenamtliche Engagement bei den Rettungseinrichtungen, denn das „Ehrenamt ist sozialer Kitt“. Natur- und Umweltschutz habe „immer Konjunktur“.
Sieben Millionen Euro werden in den kommenden zehn Jahren für ein Wiesenbrüterprogramm im Altmühltal aufgewendet. Bei der Mobilität wurde die Reaktivierung der Bahnlinie – spontaner Applaus gab es hierfür – mit weiterem Engagement für die Durchbindung nach Nördlingen angeführt, der ÖPNV müsse nach Notwendigkeit und Bezahlbarkeit betrachtet werden.
Im Bildungsbereich seien die 26 Schulen in Verantwortung des Landkreises gut aufgestellt. Persönlich liege dem Landrat das Miteinander am Herzen und dass Vertrauen und Zutrauen gestärkt werde. Einfache Antworten wird es auf die vielen Herausforderungen nicht geben, aber durch Fakten, Argumente und miteinander reden können tragfähige Lösungen geschaffen werden, schloss Dr. Jürgen Ludwig.
„Wichtiges richtig machen“ lautete der Leitsatz von Jochen Reuter und dies vertrauensvoll und ohne Vorurteile. Der 52-jährige habe sich bewusst für eine Kandidatur als Bürgermeister von Wassertrüdingen entschieden, ließ er wissen, er habe elfjährige Erfahrung als Gemeinderat in Markt Dürrwangen und 19-jährige Tätigkeit in der Schulleitung.
Eine Prioritätenliste mit dem Ansatz „Pflicht vor Kür“ will Reuter angehen und führte Beispiele wie die Sanierung des Gebäudekomplexes „Guter Hirte“ an, das fehlende Jugendzentrum für die Stadt Wassertrüdingen, dass bezahlbarer Wohnraum durch Nachverdichtung realisierbar oder interkommunale Zusammenarbeit im Abwasserbereich nachhaltig sei.
Reuter will aber auch die Bürgerinnen und Bürger in die Pflicht nehmen. Die in der Stadt vorhandenen Angebote nutzen und Veranstaltungen besuchen, das Lebensgefühl der Landesgartenschau wiederbeleben und ein Klima des Vertrauens und des Miteianders schaffen, führte Jochen Reuter an. Ortsvorsitzender Thorsten Müller und sein Stellvertreter Andreas Schröder bedankten sich bei den Grußwortrednern mit regionalen Produkten.