Neue Pflegelotsen in Sugenheim: Unterstützung für Betroffene und deren Familien | FLZ.de

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Veröffentlicht am 01.09.2025 16:25

Neue Pflegelotsen in Sugenheim: Unterstützung für Betroffene und deren Familien

Die künftigen Pflegelotsinnen und Pflegelotsen: Robert Krasnoruzkij, Elli Reuther, Birgit Reich und Waldemar Hubert (von links), zusammen mit Bürgermeister Anton Schiefer (2. von links). (Foto: Judith Marschall)
Die künftigen Pflegelotsinnen und Pflegelotsen: Robert Krasnoruzkij, Elli Reuther, Birgit Reich und Waldemar Hubert (von links), zusammen mit Bürgermeister Anton Schiefer (2. von links). (Foto: Judith Marschall)
Die künftigen Pflegelotsinnen und Pflegelotsen: Robert Krasnoruzkij, Elli Reuther, Birgit Reich und Waldemar Hubert (von links), zusammen mit Bürgermeister Anton Schiefer (2. von links). (Foto: Judith Marschall)

Ein Schlaganfall oder eine plötzliche Erkrankung können das Leben von heute auf morgen verändern. Besonders nach der Entlassung aus dem Krankenhaus stehen Patientinnen und Patienten sowie Angehörige oft vor Herausforderungen. In Sugenheim wollen künftig vier ehrenamtliche Pflegelotsinnen und Pflegelotsen Betroffene unterstützen.

Die Initiative dazu ging vom Arbeitskreis Ortsentwicklung aus, der sich seit etwa einem Vierteljahr regelmäßig trifft. Im Bereich Soziales treibt derzeit Waldemar Hubert das Projekt voran. Er selbst arbeitet in der Altenpflege.

Gemeinsam mit Robert Krasnoruzkij, Birgit Reich und Elli Reuther – ebenfalls erfahrene Pflegekräfte – will das Quartett als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung stehen, wenn Menschen aufgrund eingeschränkter Gesundheit Hilfe benötigen.

Um das Vorhaben vorzustellen, organisierten Hubert sowie Bürgermeister Anton Schiefer einen Informationsabend zum Thema Pflege und Notfallversorgung. Rund 60 Interessierte kamen, um die Vorträge von Hubert und dem Bad Windsheimer Allgemeinarzt David Gössler zu hören.

Älter werdende Gesellschaft trifft auf Pflegekräftemangel

In seinem Beitrag ging Hubert auf die Themen „Demografischer Wandel“, „Fachkräftemangel“ und „Gesellschaftliche Verantwortung“ ein. So lag das Durchschnittsalter in Sugenheim 2012 noch bei 43,5 Jahren, 2021 bereits bei 45,2. Eine älter werdende Bevölkerung treffe dabei – nicht nur hier–auf einen Mangel an Pflegekräften.

Die Pflegelotsinnen und Pflegelotsen, so erläuterte es Hubert, wollten Verantwortung übernehmen und ein Bindeglied zwischen Hausärztinnen und Hausärzten, ambulanten Pflegediensten und Familien sein. Am Ende bedankte er sich ausdrücklich bei seinen drei Mitstreiterinnen und Mitstreitern.

Hausarzt Gössler lobte das Engagement der Vier. Er selbst habe im Praxisalltag kaum Zeit für ausführliche Gespräche, da die Belastung für einzelne Ärztinnen und Ärzte stetig steige. Früher habe es in Bad Windsheim einmal 15 Allgemeinärztinnen und Allgemeinärzte gegeben, heute seien es nur noch vier. Seine Praxis durchlaufen täglich durchschnittlich 200 Patientinnen und Patienten. Gössler schloss mit einem Appell: „Seid nett zu eurem Hausarzt.“

Pflegedienstleiter geben Einblick in Praxisalltag

Auch zwei Pflegedienstleiter berichteten aus ihrer Praxis. Alexandra Göttfert stellte ihren in Neustadt ansässigen Pflegedienst vor, der fast den gesamten Landkreis abdeckt. Sie präsentierte unter anderem die „Rote Mappe“, die Diagnosen, Medikamentenpläne, Versichertenkarten und Patientenverfügungen bündelt und so die Arbeit von Notärztinnen und Notärzten erleichtert.

Außerdem betonte sie, dass Pflegedienste nicht nur ältere Menschen betreuten – ihre Patientinnen und Patienten seien zwischen vier und 98 Jahren alt. Christian Dorsch vom ambulanten Pflegedienst Dorsch in Markt Bibart stellte ebenfalls sein Angebot vor. Zunächst biete er eine Tagespflege an, perspektivisch solle auch ein häusliches Angebot hinzukommen.

Beide begrüßten ausdrücklich die Idee ehrenamtlicher Pflegelotsinnen und Pflegelotsen, die Familien nach einem Schicksalsschlag Orientierung geben können. Bürgermeister Schiefer ergänzte, dass die Hemmschwelle, Hilfe anzunehmen, oft geringer sei, wenn die erste Beratung durch vertraute Menschen aus dem Ort erfolge.


Von Judith Marschall
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