Neubau der Grundschule Dietenhofen: Projekt trotz gestiegener Kosten beschlossen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 17.02.2026 20:39

Neubau der Grundschule Dietenhofen: Projekt trotz gestiegener Kosten beschlossen

Hier, auf dem Sportplatz südlich des Musiksaals, soll es entstehen – das neue Grundschulgebäude des Schulverbands Dietenhofen-Rügland. Nach einigen Irritationen und erneuten Beratungen stellten sich die Gemeinderäte beider Kommunen einstimmig hinter das Projekt. (Foto: Yvonne Neckermann)
Hier, auf dem Sportplatz südlich des Musiksaals, soll es entstehen – das neue Grundschulgebäude des Schulverbands Dietenhofen-Rügland. Nach einigen Irritationen und erneuten Beratungen stellten sich die Gemeinderäte beider Kommunen einstimmig hinter das Projekt. (Foto: Yvonne Neckermann)
Hier, auf dem Sportplatz südlich des Musiksaals, soll es entstehen – das neue Grundschulgebäude des Schulverbands Dietenhofen-Rügland. Nach einigen Irritationen und erneuten Beratungen stellten sich die Gemeinderäte beider Kommunen einstimmig hinter das Projekt. (Foto: Yvonne Neckermann)

Für geschätzte Gesamtkosten von 21 Millionen Euro soll die Grundschule in Dietenhofen neu gebaut werden. Die Gemeinderätinnen und -räte der Schulverbands-Mitgliedskommunen Dietenhofen und Rügland haben sich jeweils einstimmig hinter die Pläne gestellt – in Rügland allerdings mit deutlichem Stirnrunzeln.

Irritationen gab es aber auch auf Dietenhofener Seite, denn dort hatte man die Befürchtung, die kleine Nachbargemeinde würde das Vorhaben aufgrund des angewachsenen Finanzvolumens grundsätzlich wieder infrage stellen. Im Raum gestanden hatten zuvor 13 bis 16 Millionen Euro.

Eine gewisse Distanz
zum Projekt

„Im Zuge des Rügländer Wahlkampfs wurden kürzlich Äußerungen getätigt, die eine gewisse Distanz zu dem gemeinsam auf den Weg gebrachten Projekt durchblicken ließen“, berichtete in der Dietenhofener Ratssitzung zunächst Bürgermeister Rainer Erdel. Er ist Vorsitzender der Schulverbandsversammlung. In Rügland sei wohl besprochen worden, man müsse jetzt mal schauen, ob man überhaupt mitmache, stellte er fest.

Zwar sei die Schulverbandsversammlung das zuständige Beschlussorgan. Diese hätte vor Jahren schon zwischen Sanierung und Neubau abgewogen und entschieden, den Neubau anzustreben. Eine gesonderte Ermächtigung durch die jeweiligen Ratsgremien sei rechtlich nicht erforderlich. „Um vorsichtshalber alle Unwägbarkeiten aus dem Weg zu räumen“, habe man aber nun entschieden, die Gemeinderatsbeschlüsse herbeizuführen. „Die Angelegenheit ist schließlich alles andere als trivial. Investiert wurden auch bereits 85.000 Euro für die Planung.“

Die Rügländer waren dann einen Tag später an der Reihe und nahmen sich für die Beratung viel Zeit. Von über 20 Millionen Euro sei vorher nicht die Rede gewesen, erinnerte sich der Rügländer Gemeinderat Bernd Böhrer, ebenfalls Mitglied der Schulverbandsversammlung. Er sei auch in der Sitzung, bei der die aktuellen Entwürfe präsentiert wurden, dabei gewesen. „Bei den jetzigen Zahlen habe ich daher richtig gezuckt.“ Die Konsequenz wäre eine Verdopplung der jährlichen Belastungen. „Das macht mich nicht euphorisch.“

Viel Zukunftsmusik
und Eventualitäten

Man sei bislang von einer Investitionsumlage für Rügland von 36.500 Euro im Jahr ausgegangen, bestätigte der Rügländer Bürgermeister Wolfgang Schicktanz. Künftig müsse man, wie es ausschaue, aber wohl doch mit 61.000 Euro kalkulieren – jedenfalls, wenn eine Kreditfinanzierung über 30 Jahre gewählt werde. Auf Dietenhofen würden demnach 324.000 Euro jährlich zukommen.

„Ganz schön heftig“, fand auch Schicktanz. Er gab aber auch wieder, was Erdel 24 Stunden zuvor bereits dargestellt hatte: Die 21 Millionen Euro enthalten viel Zukunftsmusik, Eventualitäten und mögliche Kosten, einschließlich neuer Möbel, neuer Sportanlagen und Außenanlagen sowie den Rückbau der bisherigen Grundschul-Pavillons. Die 13 bis 16 Millionen Euro, die das frühere Planungsbüro ganz zu Beginn ermittelt hatte, betrafen allein den Neubau.

18 Millionen Euro gelten als förderfähig. Nach aktuellen Informationen der Regierung von Mittelfranken erwartet Kämmerin Elisabeth Rauscher hierfür einen Fördersatz zwischen 50 und 60 Prozent. Hinzu kommen voraussichtlich Bundesmittel für den Offenen Ganztag. Der verbleibende Eigenanteil soll über Kredite finanziert werden. Die resultierenden finanziellen Verpflichtungen werden nach dem Schlüssel 84 zu 16 Prozent auf die Mitglieder umgelegt.

Vernünftige und
saubere Lösung

Ausschlag für das positive Votum der Rügländer gaben schließlich vor allem zwei Punkte. Zum einen herrschte Konsens darüber, dass ein Neubau einer Sanierung vorzuziehen sei. Hier erinnerte Schicktanz an die bereits durchgeführte Wirtschaftlichkeitsberechnung. Lösen würde eine Sanierung außerdem nicht das Problem des zusätzlichen Raumbedarfs.

Zum anderen referierte die Gemeinderätin Margit Spatze noch einmal kompakt, aber eindrucksvoll über die für sie augenfälligen Vorteile. Spatze ist beruflich bei der Regierung von Mittelfranken im relevanten Bereich tätig. „Die jetzigen Pavillons sind energetisch problematisch und schwierig zu sanieren. Der Neubau, den Entwürfen entsprechend, ist daher in meinen Augen die einzige vernünftige und saubere Lösung.“ Bei der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit müsse man auch Folgendes bedenken: „Wenn wir eine Bestandssanierung anstreben, müssten wir einen Teil der Klassenzimmer in Container auslagern.“ Miete oder Anschaffung würden erhebliche Kosten verursachen. Sie ging von zwei bis drei Millionen Euro aus. „Dafür erhalten wir dann aber keine Förderung.“

Der Rügländer Gemeinderat folgte dieser Argumentation schließlich, nahm jedoch ausdrücklich die Bitte in den Beschluss auf, die Pläne in jeder Phase erneut intensiv auf Einsparpotenziale zu prüfen.

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