Es ist eine sehr spezielle Mischung ausfränkischer Grantigkeit, bayerischer Folklore und erstaunlich treffsicherer Polit-Satire: Mit der „Fastnacht in Franken“ steuern die Narren im Freistaat auf einen ihrer Sessionshöhepunkte zu. Auf den besten Plätzen sitzen in Veitshöchheim traditionell die, die besonders viel einstecken müssen: die Ministerinnen und Minister des bayerischen Kabinetts.
Lieblingsopfer der Kabarettisten und Büttenredner ist traditionell der Ministerpräsident - mit Markus Söder (CSU) haben die Narren einen echten Faschingsfan als Zielscheibe, der mit seinen aufwendigen Kostümen seine ganz eigene Show abzieht. Aber auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) bietet in der Regel viel Stoff für Klamauk auf der Bühne.
Bei der Kultsendung des Bayerischen Rundfunks (BR), live aus den Mainfrankensälen nahe Würzburg, sind am Freitag (19.00 Uhr) wieder viele Stars der fränkischen Faschingszene dabei. Neben den Kabarettisten Martin Rassau und Volker Heißmann aus Fürth wollen „Dreggsagg“ Michl Müller aus Bad Kissingen und Bauchredner Sebastian Reich aus Würzburg mit seinem vorlauten Nilpferd Amanda die rund 600 Narren im Saal unterhalten.
Tränenreich könnte der Auftritt der Altneihauser Feierwehrkapell'n aus der Oberpfalz werden, die heuer letztmalig bei der Show dabeisein werden. Die trotz ihrer Lästereien über das Frankenvolk gerngesehene Truppe macht nach 20 Jahren Schluss in Veitshöchheim.
Die Sendung beschert dem Bayerischen Fernsehen seit Jahren die höchsten Einschaltquoten. Rund um die Bühne bieten alljährlich etwa 100 Künstler, Tänzerinnen, Brauchtumsfiguren, das Orchester und der Elferrat ein unterhaltsames Programm. Hinter den Kulissen wirbeln zugleich an die 100 Beteiligte des BR und des Fränkischen Fastnacht-Verbands, dessen Prunksitzung die Show eigentlich ist. Im nächsten Jahr soll die 40. „Fastnacht in Franken“ ausgestrahlt werden.
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