Veröffentlicht am 29.07.2022 08:41

Nächster Meilenstein für die LAG Rangau: Drei Allianzen gründeten einen Verein

Die Führungsriege der LAG Rangau: Bernd Meyer, Claudia Wust, Hans Henninger und Christoph Schmoll (von links). (Foto: Florian Pöhlmann)
Die Führungsriege der LAG Rangau: Bernd Meyer, Claudia Wust, Hans Henninger und Christoph Schmoll (von links). (Foto: Florian Pöhlmann)
Die Führungsriege der LAG Rangau: Bernd Meyer, Claudia Wust, Hans Henninger und Christoph Schmoll (von links). (Foto: Florian Pöhlmann)

Im besten Fall ist der 17. Mai 2022 irgendwann ein Datum von historischer Tragweite. Mit der Gründung der LAG Rangau als Verein kann der Zusammenschluss aus drei kommunalen Allianz nun Fahrt aufnehmen.

Der Musiksaal der Gesamtschule Dietenhofen diente als Kreißsaal, Bürgermeister, Landräte, Verwaltungsexperten und interessierte Bürger fungierten, wenn man so will, als Hebammen. Das Kind, das nun das Licht der Welt erblickte und sich anschickt, große Taten für die Bevölkerung in den beiden Landkreisen Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Ansbach umzusetzen, war mit großer Spannung erwartet worden.

20 Städte und Gemeinden aus den drei Allianzen Aurach-Zenn, NorA (Nördlicher Landkreis Ansbach) sowie Kernfranken sind die frischgebackenen Eltern, die für ihren Spross eine große Zukunft sehen. Es geht für die nun getaufte LAG Rangau um die Bewerbung für das Leader-Programm der Europäischen Union, das im Förderzeitraum von 2023 bis 2027 „die Entwicklung einer lebenswerten, zukunftsstarken und bürgerfreundlichen Region festigen“ soll, wie es die Macher formulieren.

„Ich bin überzeugt, dass der regionale Gedanke viele Chancen bietet“, meinte Ansbachs Landrat Dr. Jürgen Ludwig in Richtung der 59 Gründungsmitglieder der Lokalen Aktionsgruppe, die sich künftig über alle Befindlichkeiten und Grenzen hinweg für das Ziel der Entwicklung des ländlichen Raumes engagieren wollen. „Die Einbeziehung der Bürger ist ein wichtiger Motor“, berichtete sein Landratskollege Helmut Weiß aus seinen Erfahrungen.

Einig waren sich die Vertreter der verschiedenen Gemeinden über das große Ganze: Die Satzung des Vereins verabschiedete das Gremium einstimmig. Nicht minder klar fiel das Votum für die auf drei Jahre gewählte bürgermeisterliche Führungsriege der LAG aus: Bernd Meyer, Gemeindeoberhaupt aus Sachsen bei Ansbach, wurde zum Vorsitzenden gewählt, Claudia Wust (Neuhof) ist erste Stellvertreterin, Hans Henninger (Flachslanden) zweiter Stellvertreter. Schatzmeister ist Christoph Schmoll aus Neuendettelsau.

Der Größe der Allianzen entsprechend, komplettieren für Aurach-Zenn Rüdiger Probst (Wilhelmsdorf) und Sandra Winkelspecht (Emskirchen), für Kernfranken Markus Nehmer (Lichtenau), Jürgen Pfeiffer (Heilsbronn) sowie Matthias Seitz (Windsbach) und für die NorA Renate Hans (Lehrberg) das Gremium.

So weit, so gut. Auch der Beschluss der Beitragsordnung ging geräuschlos vonstatten: Wer dem Verein beitreten möchte, hat dafür jährlich zwölf Euro Mitgliedsbeitrag zu entrichten. Für die Mitgliedskommunen werden pro Einwohner ein Euro fällig.

Doch schon bei der Wahl des Entscheidungsgremiums zeigte sich, dass das Kirchturmdenken noch nicht ad acta gelegt ist. Aus der Versammlung wurden Bedenken laut, dass einzelne Gemeinden zu stark vertreten seien. „Es ist schön, wenn der ganze Raum vertreten ist. Es kommt aber auf die inhaltliche und nicht die räumliche Zuordnung an“, gab Versammlungsleiter Gunter Schramm nach einer Unterbrechung zu bedenken.

Als nächster Schritt wird nun bis zum 30. Juni 2022 die bereits ausgearbeitete Lokale Entwicklungsstrategie als Bewerbungsgrundlage eingereicht. „Ich hoffe auf viele spannende Projekte, die unsere Region stärken werden“, fand Meyer ein versöhnliches Schlusswort.

Florian Pöhlmann

Dieser Artikel erschien erstmals am 20. Mai 2022 in der FLZ

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