Sonnenblumenkerne, Meisenknödel und Co. helfen Vögeln durch die kalte Zeit. Aber auch ihren Durst müssen die Gartengäste im Winter stillen können: „Trinkwasser ist genauso wichtig, wird jedoch häufig vergessen“, so Biologin Ursula Bauer von Aktion Tier.
In Not geraten Vögel, wenn natürliche Wasserstellen zufrieren und kein Neuschnee mehr fällt, den sie bei Wassermangel im Winter fressen. Und manche sind besonders auf zusätzliche Hilfe angewiesen: Finken und Spatzen sind Körnerfresser - das heißt, ihre Nahrung enthält kaum Feuchtigkeit.
Garten- und Balkonbesitzer können den Vögeln eine Tränke spendieren. Dafür eignen sich etwa ein Blumenuntersetzer oder auch eine flache Schale. Sie sollte aber nicht zu flach sein. Darin platzierte kleine Steine können den Vögeln als Sitzplätze dienen. Die Vogeltränke wird mit lauwarmem Wasser befüllt.
Ursula Bauer empfiehlt, darauf zu achten, dass das Wasser sauber bleibt. Das ist wichtig, damit sich keine Krankheitserreger vermehren können. Also täglich das Wasser wechseln und das Gefäß vorher mit heißem Wasser und einer Bürste säubern.
Der Nabu Hamburg schlägt alternativ vor, zwei Wasserschalen abwechselnd zu nutzen. Dann kann eine Tränke in der Sonne trocknen - die UV-Strahlung kann helfen Krankheitserreger abzutöten. Bildet sich bei Frost Eis, entfernt man das und füllt die Schale am besten mit lauwarmem Wasser auf.
Als Standort eignen sich leicht erhöhte Plätze, etwa auf einem Tisch oder einem großen Stein auf dem Rasen. Oder man hängt die Tränke auf - an der Decke des Balkons oder an einem Ast. Dann sind die Vögel vor Katzen oder anderen Feinden sicherer.
Einigen Arten wie etwa Amseln und Rotkehlchen kann man auch Äpfel anbieten - so können sie Flüssigkeit über die Nahrung aufnehmen. „Der in Obst enthaltene Fruchtzucker liefert außerdem in der kräftezehrenden kalten Jahreszeit schnell verfügbare Energie“, so Ursula Bauer.
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