Das Nahwärmenetz in Merkendorf wird endlich konkreter. Nachdem vor Kurzem die Zusage für die Förderung der Machbarkeitsstudie eingegangenen ist, konnten nun die Planungen so richtig anlaufen. Und man setzt im südlichen Landkreis Ansbach auf eine sehr innovative Wärmegewinnung.
Die Mitglieder des Arbeitskreises „Nahwärme Merkendorf“ trafen sich mit Bürgermeister Stefan Bach und den Fachleuten des Planungsbüros „Energie Plus Concept“ aus Nürnberg, um die nächsten Schritte zu erörtern. Die Nürnberger Firma wird die Machbarkeitsstudie erstellen.
Vor zwei Jahren begannen die Vorbereitungen für das Nahwärmenetz in Merkendorf mit der Gründung einer Genossenschaft. Zunächst galt es herauszufinden, wie viele Haushalte im Hauptort Interesse an einem Anschluss haben. Nun stehen 214 Namen auf der Liste.
In der Kick-off-Veranstaltung stellten Professor Dr. Volker Stockinger und Julian Horzella das weitere Vorgehen vor. Stockinger bedauerte die Verzögerung der Planungen durch die Haushaltssperre im Bund wegen der unklaren Finanzsituation. Deshalb erhielt die Stadt erst jetzt die Zusage für die Förderung.
Vorliegen soll die fertige Machbarkeitsstudie im Januar 2025. Zu Beginn müsse der Ist-Zustand bei den Interessenten erfasst werden, machte Julian Horzella deutlich: Welche Baujahre weisen die Häuser auf? Wann die letzte Sanierung? Wie viele Personen leben in dem Gebäude?
Nach dem Abschluss des ersten Moduls heuer im Mai soll die Potenzialanalyse innerhalb von zwei Monaten erarbeitet sein, so Professor Stockinger, der an der Technischen Hochschule Nürnberg lehrt. Diese soll klären, wie die Wärme am besten erzeugt wird. Die Experten stellen sich einen Mix aus der Abwärme zweier Biogasanlagen und Erdwärmekollektoren vor.
Diese Wärmetauscher im Boden sollen zumindest zu einem Teil unter Ackerflächen verlegt werden. Die Flächen können dennoch wie bisher landwirtschaftlich genutzt werden. Die entsprechende Technik existiert noch nicht so lange, insofern könnte Merkendorf hier zu einem Pionier werden. Allerdings müssen noch geeignete Flächen hierfür gesucht werden.
Ob Wärme aus Bächen ebenfalls in Frage kommen könnte, müsse extra geprüft werden, da dies auch vom Wasserstand abhängig sei, führte Horzella weiter aus. „Bei Bedarf kann der Energiemix mit Hackschnitzeln oder Windkraft ergänzt werden“, ergänzte Stockinger.
Bürgermeister Bach geht davon aus, dass nach Vorliegen der Machbarkeitsstudie relativ schnell die nächsten Schritte und damit auch die tatsächliche Realisierung in Angriff genommen werden können. Hausaufgabe für die Merkendorfer ist es nun aber zunächst, geeignete Standorte für eine Heizzentrale ausfindig zu machen. Das ist für die weitere Planung ein ganz wichtiger Aspekt.