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Veröffentlicht am 22.01.2026 13:48

Mehr Rettungsfahrzeuge für leichtere Notfälle unterwegs

Wenn nicht gleich ein Rettungswagen nötig ist, kommt in Bayern jetzt immer öfter ein Rettungseinsatzfahrzeug. (Archivbild) (Foto: Nicolas Armer/dpa)
Wenn nicht gleich ein Rettungswagen nötig ist, kommt in Bayern jetzt immer öfter ein Rettungseinsatzfahrzeug. (Archivbild) (Foto: Nicolas Armer/dpa)
Wenn nicht gleich ein Rettungswagen nötig ist, kommt in Bayern jetzt immer öfter ein Rettungseinsatzfahrzeug. (Archivbild) (Foto: Nicolas Armer/dpa)

Nach einem erfolgreichen Test bekommt Bayern sechs weitere Rettungsfahrzeuge für weniger schwere Notfälle. Nach Regensburg werden nun auch die Standorte Ansbach, Dachau, Rosenheim und Würzburg mit dieser neuartigen Kategorie ausgestattet, wie das Bayerische Rote Kreuz in München zur Indienststellung mitteilte. Es sei der nächste Schritt hin zu einem bayernweiten Einsatz, erläuterte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). 

Die Spezialautos werden Rettungseinsatzfahrzeuge (REF) genannt. Sie sind anders als Rettungswagen mit nur einem Notfallsanitäter oder einer Notfallsanitäterin besetzt und haben besondere Geräte wie eine Aufstehhilfe für Gestürzte an Bord. Das REF kommt in jenen Fällen ins Spiel, in denen Menschen zwar akute Hilfe benötigen, aber ein Notarzt oder ein Transport zum Krankenhaus voraussichtlich nicht nötig ist. Stellt sich die Lage am Ort doch anders da, wird entsprechend nachalarmiert.

Rettungsdienstfahrzeug reicht meist aus

Doch das war in der bisherigen Testphase mit zwei Fahrzeugen in Regensburg nur in 29 Prozent der Fälle notwendig. „Wir beobachten seit Jahren einen Zuwachs an sogenannten Low-Code-Einsätzen, bei denen bereits beim Notruf klar ist, dass keine unmittelbare Lebensgefahr vorliegt“, schilderte BRK-Landesgeschäftsführer Robert Augustin. Die Betroffenen könnten aber auch nicht bis zum nächsten Hausarzttermin oder zur Ankunft des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes warten. In diese Lücke springt nun das REF.

Typische Fälle sind etwa alleinlebende Senioren, die nach einem Sturz zwischen Waschbecken und Toilette eingeklemmt sind - was durchaus häufiger vorkommt. Auch ein entgleisender Blutzucker kann oftmals vollständig von den erfahrenen Notfallsanitätern in den Griff bekommen werden, ohne dass ein Klinikbesuch nötig wird. Ein drittes Beispiel ist starkes Hyperventilieren etwa in psychischen Ausnahmesituationen.

Starker Anstieg der Notfalleinsätze

Zwischen 2015 und 2025 ist die Zahl der Notfalleinsätze in Bayern um 28 Prozent gestiegen, während zugleich die Transportquote bei Rettungswagen von 73 auf 68 Prozent zurückging. „Fehlindizierte Einsätze sind ein echtes Problem im Rettungsdienst“, betonte Augustin. „Es kann nicht die Lösung sein, auf immer mehr Einsätze mit immer mehr Rettungswagen zu reagieren.“ Ansätze wie das neue Rettungseinsatzfahrzeug könnten diese Versorgungslücken schließen und gleichzeitig die vorhandenen Rettungswagen für lebensbedrohliche Fälle freihalten.

© dpa-infocom, dpa:260122-930-581640/1


Von dpa
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