Veröffentlicht am 25.05.2022 13:18

Lkw-Fahrer täuscht Hilfstransport in die Ukraine vor

Um sich vor Polizeikontrollen zu schützen, hat ein 56-Jähriger seinen Lkw als Hilfstransport für die Ukraine gekennzeichnet. In Wahrheit war er mit falschen Kennzeichen unterwegs.

Der Ukrainer wurde am Dienstag gegen 12.15 Uhr von der Verkehrspolizei bei Ansbach auf dem Parkplatz Silberbach-Süd kontrolliert. Er hatte an Front und Heck Schilder mit einem Roten Kreuz und der Aufschrift „Humanitärer Hilfstransport für die Ukraine“ angebracht.

In Wahrheit transportierte er mehrere Fahrräder, zwei Lkw-Räder und einen Pkw. Erstanden hatte er alles ebenso wie den Lkw in Karlsruhe für seine Firma mit Sitz in Litauen. Nach Litauen sollte der Transport auch gehen. Der jetzt im Baltikum lebende Ukrainer räumte freimütig ein, die falschen Schilder über einen angeblichen Hilfstransport in sein Heimatland befestigt zu haben, um sich vor polizeilichen Kontrollen zu schützen.

Grund dafür war, dass er für die Überführungsfahrt litauische Händlerkennzeichen am Fahrzeug montiert hatte. Diese sind aber nur in dem baltischen Staat, nicht in Deutschland gültig sind. Zudem war die Ladung nicht korrekt gesichert.

Deshalb leitete die Polizei gegen den 56-Jährigen ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen Kennzeichenmissbrauch sowie Verstößen gegen das Kraftfahrzeugsteuer- und das Pflichtversicherungsgesetz sowie Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen das Güterkraftverkehrsgesetz und die Straßenverkehrsordnung ein. Auf Anordnung der zuständigen Staatsanwaltschaft musste der Lkw-Fahrer einen mittleren dreistelligen Geldbetrag als Sicherheit hinterlegen. Die falschen Schilder sind juristisch nicht zu fassen.

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