Die Linke kritisiert das Vorgehen der Union bei der Kandidatensuche für das Bundespräsidentenamt. Nachdem bekannt wurde, dass CDU-Chef Friedrich Merz den Spitzengremien seiner Partei die CSU-Politikerin Ilse Aigner für das höchste Staatsamt vorschlagen will, kritisierte Linke-Parteichefin Ines Schwerdtner am Abend: „Ich hätte mir gewünscht, dass Union und SPD über die eigenen Reihen hinausschauen und eine Kandidatur suchen, die das Land zusammenbringt. Stattdessen machen die Regierungsparteien das höchste Amt im Staat wieder unter sich aus, als wäre Schloss Bellevue ein parteipolitischer Wanderpokal. Das macht dieses Amt kleiner als es ist.“
„Und es geht völlig an dem vorbei, was gerade in diesem Land passiert: Immer mehr Menschen kehren Parteien und Politik den Rücken, weil sie das Gefühl haben, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird“, sagte Schwerdtner auf Anfrage. Sie fügte hinzu: „Ich bin gespannt, wie Frau Aigner die Menschen vom Gegenteil überzeugen will.“
Der CDU-Vorsitzende Merz kündigte bei einem Abendessen mit dem Parteipräsidium an, die 61-jährige bayerische Landtagspräsidentin Aigner am Montag offiziell den Spitzengremien der Partei als Bundespräsidentin vorzuschlagen, wie es aus Parteikreisen hieß.
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