Mit hohem Tempo hat ein 16-Jähriger am Mittwochabend die vielbefahrene Bundesstraße bei Burgoberbach überquert – mit einem E-Scooter. Er wollte der Polizei entkommen und nahm dabei jedes Risiko in Kauf.
Nach Angaben der Ansbacher Inspektion wollte eine Streife am Mittwoch gegen 18.20 Uhr zwei Jugendliche auf E-Scootern bei Burgoberbach (Landkreis Ansbach) kontrollieren. Die beiden waren auf einem Radweg entlang der B13 in Richtung Merkendorf unterwegs. Als sie die Polizeistreife bemerkten, hielten sie zunächst an und drehten um.
Doch einer der beiden 16-Jährigen fuhr anschließend mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit davon. Er setzte laut Polizei seine Flucht über den Radweg, eine Böschung und die B13 fort. Trotz des lebhaften Verkehrs auf der Bundesstraße wurde er von keinem Auto erfasst. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei soll er keine anderen Verkehrsteilnehme gefährdet haben.
Der 16-Jährige verschwand in einem Waldstück. Später tauchte er wieder auf. Er erschien in Begleitung seines Vaters bei der Polizei und räumte ein, den E-Scooter gefahren zu haben. Nach seinen Angaben hatte er ihn wenige Tage zuvor online bestellt. Das Fahrzeug war nicht versichert und erreicht laut Herstellerangaben eine Höchstgeschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde (km/h).
Der Jugendliche besitzt aber lediglich die Fahrerlaubnis der Klasse AM. Damit dürfte er nur Kleinkrafträder oder E-Scooter bis maximal 45 km/h fahren. Gegen den 16-Jährigen wird deshalb wegen des Verdachtes des Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie wegen Verstößen gegen das Pflichtversicherungsgesetz und die Fahrzeugzulassungsordnung ermittelt.
Der E-Scooter, mit dem der Jugendliche geflüchtet war, war im Wald aufgrund der Dunkelheit zunächst nicht aufzufinden. Auch gegen den gleichaltrigen Begleiter des Jugendlichen wird ermittelt. Er hatte gegenüber den Beamten zunächst angegeben, den geflüchteten 16-Jährigen nicht zu kennen. Gegen ihn besteht deshalb der Verdacht der versuchten Strafvereitelung, teilte die Ansbacher Inspektion mit.
Am selben Abend scheiterte die Flucht eines anderen Jugendlichen vor der Polizei in Ansbach. Dieser überquerte gegen 23 Uhr die Brauhausstraße in Richtung Jüdtstraße. Als er eine Polizeistreife bemerkte, versuchte er, sich der Kontrolle zu entziehen.
Er fuhr jedoch in eine Sackgasse und konnte dort von den Beamten leicht angehalten werden. Sie stellten fest, dass das vorgeschriebene Versicherungskennzeichen fehlte. Der Jugendliche räumte ein, sich nicht um den erforderlichen Versicherungsschutz gekümmert zu haben. Seine Weiterfahrt wurde unterbunden; gegen den Jugendlichen wird wegen eines Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz ermittelt.