Die Gemeinde Adelshofen wird im Frühjahr 2026 definitiv ein neues Oberhaupt bekommen, da der langjährige Rathauschef Johannes Schneider nicht mehr zur Wahl antritt. Seine Nachfolge möchte Kristof Matthes antreten. Bei der Nominierungsversammlung für den Hauptort hat er dafür jetzt auch die erste Hürde genommen.
Das Prozedere zur Kandidaten-Aufstellung für Kommunalwahlen ist in der Gemeinde Adelshofen ein besonderes, denn es finden traditionell in allen fünf bis zur Gebietsreform selbstständigen Orten des Kommunalgebiets – neben Adelshofen sind das Tauberzell, Großharbach, Tauberscheckenbach und Neustett – separate Nominierungsveranstaltungen statt.
Die Anwesenden sind an diesen Abenden jeweils aufgerufen, Frauen und Männer aus dem Ort zu berufen, die sich für Sitze im achtköpfigen Gemeinderat bewerben. Ein Kandidat oder eine Kandidatin für das Bürgermeisteramt soll ebenfalls gekürt werden.
Der gemeindeinterne Nominierungsreigen für die Wahl am Sonntag, 8. März 2026, wurde mit dem Termin in Adelshofen eröffnet. Rathauschef Johannes Schneider betonte, dass das in der Kommune praktizierte Verfahren mit fünf Veranstaltungen und fünf daraus resultierenden Wahlvorschlägen zwar ein bisschen zeitaufwändig sei, aber erfahrungsgemäß die Wahrscheinlichkeit erhöhe, dass ins Ratsgremium tatsächlich aus jedem Gemeindeteil mindestens eine Person gewählt werde. Und das sei ja das Ziel.
Danach ging es an die Klärung der Personalfragen. Kristof Matthes, der mit seiner Familie in Neustett wohnt und seit sechs Jahren Gemeinderatsmitglied ist, hatte bereits vor einigen Wochen sein Interesse an einer Kandidatur für das Bürgermeisteramt erklärt und stellte sich bei der Veranstaltung in Adelshofen nun einem offiziellen Votum.
Der 40-Jährige, der als Techniker bei der Fernwasserversorgung Franken berufstätig ist und überdies eine Landwirts-Ausbildung absolviert hat, bezeichnete es als wichtiges Ziel, ehrenamtliches Engagement zu stärken und zu honorieren. Die Infrastruktur in der Gemeinde müsse erhalten und nach Möglichkeit verbessert werden. Dazu gehörten die Kita-Erweiterung genauso wie der Breitbandausbau oder die Pflege der Feldwege, erklärte Matthes.
Mit konstruktiver Kritik könne er umgehen. Ganz wichtig sei ein gutes Verhältnis im Gemeinderat. Seine Familie sei im Übrigen einverstanden damit, dass er das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters von Adelshofen anstrebe, so der Vater von vier Kindern. Er habe sich das gut überlegt und werde die Anforderungen auch mit seiner hauptberuflichen Tätigkeit als Angestellter im öffentlichen Dienst vereinbaren können.
Matthes äußerte großen Respekt für Amtsinhaber Johannes Schneider, der seit 2002 Bürgermeister ist. „Das sind große Fußstapfen, in die ich da reinwachsen müsste”, meinte er. Schneider wiederum würdigte die Bereitschaft von Matthes, sich dieser Aufgabe zu stellen. Die Arbeit eines Rathauschefs ehrenamtlich zu machen, sei „schon eine Hausnummer”. Man habe vor allem mit immer mehr Bürokratie zu tun. „Die Arbeit eines Bürgermeisters ist aber die Gleiche, ob in der Gemeinde nun 900 Menschen wohnen wie in Adelshofen oder 5000.” Man müsse es deshalb wollen und Freude daran haben.
Anschließend gaben die Anwesenden Kristof Matthes ein klares Signal, indem sie ihn mit 20 von 21 abgegeben Stimmen als Bürgermeisterkandidat nominierten. Ein Zettel war ungültig. Zügig ging anschließend auch die Aufstellung der achtköpfigen Liste für den Gemeinderat vonstatten. Angeführt wird sie vom zweiten Bürgermeister Stefan Haag und Gemeinderatsmitglied Edwin Serby. Die mit 20 Jahren jüngste Person auf der Liste – Emely Gundel – ist auch die einzige Frau, die aus Adelshofen antritt.