Auch wenn der geplante Kindergarten im Baugebiet Röschenhof fertiggestellt ist, bleibt der Bedarf an Betreuungsplätzen für Feuchtwangens Nachwuchs hoch. Wie Hauptamtsleiter Walter Wiegner jetzt im Stadtrat berichtete, werden vor allem Krippenplätze für Kinder im Alter von null bis drei Jahren benötigt.
Die Zahl der Mädchen und Buben sei in Feuchtwangen nach wie vor auf einem konstant hohen Niveau, sagte Wiegner und begründete dies mit einer hohen Geburtenrate sowie mit Zuzügen. Ergänzend dazu erzählte Bürgermeister Patrick Ruh allerdings von einem vorübergehenden Rückgang der Geburten im Vorjahr. Als Grund dafür wertete er den Ukrainekrieg und die daraus resultierende negative Stimmung im Land. Allerdings erblickten inzwischen wieder so viele Kinder das Licht der Welt wie in den Vorjahren.
Nach Walter Wiegners Aussage stehen insgesamt 550 Plätze in den Tagesstätten im Wannenbad, am Sandweg, in der Wohlgemuthstraße, im Schwalbennest und im KIM der Lebenshilfe sowie in Breitenau und Mosbach zur Verfügung. Davon seien 394 für Regelkinder ab drei Jahren bis zum Einschulungsalter sowie 156 Plätze für Mädchen und Buben, die jünger als drei Jahre sind. „Zu beachten ist allerdings, dass sich davon 48 Plätze in Notgruppen befinden, das heißt, diese sind nur befristet.“
Mit Blick auf die Null- bis Dreijährigen liege der Versorgungsgrad bei 42 Prozent. Aber: „Um allen Kindern ab dem ersten Lebensjahr einen Betreuungsplatz zur Verfügung stellen zu können, ist eine Betreuungsquote von 66 Prozent notwendig“, schilderte der Hauptamtsleiter den Bedarf. Folglich wären noch etwa sieben Gruppen mit 84 Krippenplätzen notwendig. Derweil würden nach Wiegners Berechnung für Mädchen und Buben, die älter als drei Jahre sind, insgesamt 438 und damit 44 zusätzliche Regelplätze benötigt.
Zur geplanten Tagesstätte im Röschenhof, deren Trägerschaft die evangelische Kirchengemeinde übernimmt, rief Wiegner in Erinnerung, dass hier 37 Plätze für Regel- und 42 für Krippenkinder vorgesehen sind. Betreut werden sollten sie in einer Regelgruppe, einer altersgemischten Gruppe, die bei Bedarf für einen begrenzten Zeitraum auch als Regelgruppe geführt werden könnte, sowie in drei Krippengruppen. Und: „Zusätzlich soll noch eine Hortgruppe mit 25 Plätzen entstehen.“ Diese sei für Mädchen und Buben im Grundschulalter gedacht.
Schließlich empfahl der Hauptamtsleiter für die weiteren Planungen, die beiden Notgruppen in Mosbach und am Sandweg zeitnah aufzulösen. Zugleich würden aber dringend weitere Kitaplätze benötigt. „Auch im Hinblick auf die Warteliste und die anderen bestehenden Notgruppen im Wannenbad, die keine dauerhaften Lösungen sind, muss der Bau eines weiteren Kindergartens in Betracht gezogen werden.“ Wiegner: „Bis dahin sollten zusätzliche Plätze anderweitig zur Verfügung gestellt werden.“
Notwendig geworden war das „Update“ der Bedarfsfeststellung wegen Verzögerungen beim Neubau im Röschenhof. Der Haupt- und Personalausschuss hatte die Zustimmung bereits empfohlen – und dem folgte der Stadtrat jetzt einstimmig.
Indes ist bereits der Bau eines weiteren Kindergartens in Feuchtwangen im Gespräch. Sein Standort ist im geplanten Baugebiet Hochschule vorgesehen. Zudem reichte Birgit Meyer („Wir“/Grüne) als „örtliche Stadträtin“ in der Sitzung jetzt einen Antrag ein, demzufolge ein Kindergartenstandort auch im Bereich der „Altgemeinde Aichau“ ins Auge gefasst werden sollte. Diese Tagesstätte, die voraussichtlich als Jurte beziehungsweise in Modul- oder Holzbauweise geplant werde, solle die Stadt ab dem Kindergartenjahr 2024/2025 betreiben – „außer es findet sich eine andere Trägerschaft“.