Kommunalwahl im Rothenburger Land: Grünes Licht für die Kandidaten | FLZ.de

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Veröffentlicht am 23.01.2026 07:57

Kommunalwahl im Rothenburger Land: Grünes Licht für die Kandidaten

In Adelshofen tagte der Wahlausschuss unter dem Vorsitz von Bürgermeister Johannes Schneider (links), der bei dem Votum nicht mehr antritt und stellvertretender Gemeindewahlleiter ist. Als Zuhörer anwesend waren mehrere Gemeinderatsmitglieder, darunter Bürgermeisterkandidat Kristof Matthes (ganz hinten, Zweiter von rechts). Auch dessen AfD-Konkurrent Stefan Bininda (rechts neben der Tür) war im Raum. (Foto: Jürgen Binder)
In Adelshofen tagte der Wahlausschuss unter dem Vorsitz von Bürgermeister Johannes Schneider (links), der bei dem Votum nicht mehr antritt und stellvertretender Gemeindewahlleiter ist. Als Zuhörer anwesend waren mehrere Gemeinderatsmitglieder, darunter Bürgermeisterkandidat Kristof Matthes (ganz hinten, Zweiter von rechts). Auch dessen AfD-Konkurrent Stefan Bininda (rechts neben der Tür) war im Raum. (Foto: Jürgen Binder)
In Adelshofen tagte der Wahlausschuss unter dem Vorsitz von Bürgermeister Johannes Schneider (links), der bei dem Votum nicht mehr antritt und stellvertretender Gemeindewahlleiter ist. Als Zuhörer anwesend waren mehrere Gemeinderatsmitglieder, darunter Bürgermeisterkandidat Kristof Matthes (ganz hinten, Zweiter von rechts). Auch dessen AfD-Konkurrent Stefan Bininda (rechts neben der Tür) war im Raum. (Foto: Jürgen Binder)

Zum Pflichtprogramm vor jeder Kommunalwahl gehört, dass sechseinhalb Wochen vor dem Urnengang in allen Gemeinden der örtliche Wahlausschuss zusammenkommt und über die Gültigkeit der eingereichten Wahlvorschläge urteilt. Auch im Rothenburger Land tagten jetzt diese Gremien - und hatten offenbar wenig auszusetzen.

So teilten die für Kommunalwahlbelange zuständigen Sachgebiete der Verwaltungsgemeinschaften (VG) Rothenburg und Schillingsfürst auf Anfrage der Redaktion mit, dass bei keinem der in den insgesamt 14 Mitgliedsgemeinden fristgerecht eingegangenen Wahlvorschläge nennenswerte formale Unstimmigkeiten feststellbar gewesen seien. Dementsprechend hätten die Wahlausschüsse hinsichtlich aller in der Region für die Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen am Sonntag, 8. März, nominierten Personen grünes Licht gegeben.

Johannes Schneider sprang ein

In Adelshofen war das Kontrollgremium im Sitzungssaal des Rathauses zusammengekommen. Den Vorsitz hatte Bürgermeister Johannes Schneider, der am 8. März nicht mehr antritt und stellvertretender Gemeindewahlleiter ist. Schneider sprang für Wahlleiter Klaus Sponsel ein, der verhindert war. Dem Ausschuss gehören vier weitere Personen mit Wohnsitz in der Gemeinde Adelshofen als Beisitzende an.

Als Zuhörer anwesend waren unter anderem mehrere Gemeinderatsmitglieder, darunter Bürgermeisterkandidat Kristof Matthes, sowie Stefan Bininda, der der AfD-Konkurrent von Matthes ist. Johannes Schneider erklärte zunächst, dass die fristgerecht eingegangenen Vorschläge für das Bürgermeister- und das Ratsvotum in der Gemeinde in den Tagen davor auf Formfehler hin geprüft worden seien, auch von Fachleuten der Verwaltungsgemeinschaft.

Nur kleine Beanstandungen bei Unterstützungsunterschriften

Dabei seien keine gravierenden Probleme aufgetaucht. Lediglich bei den für die Wahlvorschläge verpflichtenden Unterstützungsunterschriften seien kleinere Dinge zu beanstanden gewesen. So seien von den gut 150 Personen, die einen der sechs Wahlvorschläge in der Gemeinde unterschrieben hätten, drei nicht wahlberechtigt, weshalb diese Namen gestrichen würden. In keinem Fall habe das aber zur Ungültigkeit eines Wahlvorschlags geführt.

Das bedeute, dass die bei Veranstaltungen in den fünf Gemeindeteilen Adelshofen, Großharbach, Neustett, Tauberscheckenbach und Tauberzell von den Stimmberechtigten getroffenen Nominierungsentscheidungen nicht zu beanstanden seien, so Schneider. Diese fünf Wahlvorschläge – jeweils mit Kristof Matthes als Bürgermeisterkandidat und acht Personen, die sich für Sitze im Gemeinderat bewerben - seien aus diesem Grund als gültig anzusehen und für das Votum zuzulassen. Gleiches gelte für den Wahlvorschlag der AfD.

Zu diesem merkte Schneider an, dass die entsprechende Versammlung am Dienstag, 16. Dezember, in Neustett stattgefunden habe. Auf der Anwesenheitsliste hätten drei Personen unterschrieben. Als AfD-Bürgermeisterkandidat sei Stefan Bininda nominiert worden. Auf der Liste für den Gemeinderat stünden außer ihm noch drei weitere Personen. Der mit diesen Namen eingereichte AfD-Wahlvorschlag sei mit elf gültigen Unterstützungsunterschriften versehen, so Schneider. Das Kontrollgremium besiegelte die Gültigkeit sämtlicher sechs Wahlvorschläge schließlich mit einem einstimmigen Beschluss.

In ähnlicher Form gingen auch die Wahlausschusssitzungen in den anderen Mitgliedskommunen der VG Rothenburg sowie in denen der VG Schillingsfürst über die Bühne. In keinem der Orte ergaben sich gravierende Änderungen gegenüber den bei den Nominierungsveranstaltungen getroffenen Weichenstellungen.

Bewerber zieht nach Nominierung zurück

Eine kleine Abweichung ergab sich in Wörnitz. So umfasst die von der dortigen Wählergemeinschaft eingereichte Liste der Kandidatinnen und Kandidaten für die Gemeinderatswahl nur noch 16 statt 17 Namen, weil ein Bewerber in den Tagen nach der Nominierung seinen Rückzug erklärte.

Hauptbesonderheit der Kommunalwahl 2026 im Rothenburger Land ist neben dem erstmaligen Antreten von Personen unter offiziellem AfD-Label (nur in Adelshofen) die Situation in der Gemeinde Steinsfeld, denn dort wird der Stimmzettel zur Bürgermeisterwahl am 8. März leer sein, weil nach dem kurzfristig erklärten Rückzieher von Amtsinhaberin Margarita Kerschbaum rechtzeitig keine Person mehr gefunden werden konnte, die zu einer Kandidatur bereit gewesen wäre.

Frauenanteil wird schrumpfen

Nach dem Verstreichen der Einreichungsfristen zeichnet sich im Übrigen ab, dass es in der Region ab Mai 2026 weniger weibliche Gemeindeoberhäupter geben wird als die bisherigen vier, denn neben der Steinsfelderin Margarita Kerschbaum hören die Rathauschefinnen Gabriele Hofacker (Diebach) und Friederike Sonnemann (Wörnitz) auf. Um die Nachfolge der beiden bewerben sich als jeweils einzige Kandidaten zwei Männer.

Sicher eine Bürgermeisterin haben wird in den nächsten Jahren die Gemeinde Gebsattel, denn Elisabeth Stammler, die seit Anfang 2025 im Amt ist, steht am 8. März nicht zur Wahl, sondern erst wieder 2032. Und in Geslau möchte mit Claudia Reingruber eine Frau Nachfolgerin von Rathauschef Richard Strauß werden und hat keinen Gegenkandidaten.

Das war es dann aber auch schon, es sei denn, Steinsfeld bekommt erneut eine Bürgermeisterin. Doch die weitere Entwicklung dort steht in den Sternen.

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