Der 1. FC Köln muss im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga weiter auf den ersten Sieg seit Ende Januar warten. Im über weite Strecken ereignisarmen Duell der Aufsteiger beim Hamburger SV nahmen die zuletzt kriselnden Rheinländer mit dem 1:1 (1:1) aber zumindest einen Punkt mit von der Elbe an den Rhein. Der junge WM-Anwärter Said El Mala (45. Minute) traf im Abendspiel für die Gäste, die am nächsten Samstag Borussia Mönchengladbach zum Derby empfangen.
Für die Kölner war der zweite Punkt aus den vergangenen sechs Partien inklusive vier Niederlagen ein kleiner Mutmacher. Nach 26 Spieltagen rückte der FC vorläufig auf Rang 13 vor. Die Norddeutschen stehen mit 30 Punkten auf Rang zehn.
Fabio Vieira (39.) hatte die Hamburger vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion nur kurz vor dem Treffer des 19 Jahre alten El Mala durch einen wunderschönen Lupfertreffer in Führung gebracht. Die Hanseaten verpassten es, mit Hilfe eines Siegs einen großen Schritt in Richtung Klassenverbleib zu machen.
Für die Kölner zählte das 4:1 im Hinrundenspiel zu den erfolgreichen Kapiteln der überwiegend starken Hinrunde. Dieses Mal waren die Rollen umverteilt: Der HSV machte es sich zuletzt im Tabellenmittelfeld gemütlich, während die Kölner tiefer in den Abstiegssog gerieten.
Der in die Kritik geratene FC-Trainer Lukas Kwasniok bekräftigte zuletzt, dass er Rückhalt im Verein spüre. Zur Ausbeute der Kölner sagte er bei Sky: „Punkte sind das Salz in der Suppe. Und wir haben zuletzt zu wenig Salz in die Suppe geschüttet.“ Bei den jüngsten vier Niederlagen aus den vorherigen fünf Spielen waren allerdings auch drei Top-Teams die Gegner.
Die Kölner begannen mutig, aber ohne große Gefahr für die Gastgeber. Die Fans sahen ausgeglichene, aber ereignisarme und langatmige erste knapp 40 Minuten ohne klare Torchancen. Daran änderten auch die besonderen HSV-Trikots zunächst nichts. Der Dress war zuvor von Fans getragen und mit persönlichen Botschaften der Anhänger versehen worden. Die Trikots waren dann den Spielern übergeben worden.
Ein Geniestreich änderte die Tristesse im Stadion: Nach einem schönen Zuspiel von William Mikelbrencis in den Lauf von Vieira lupfte dieser den Ball sehenswert über FC-Torwart Marvin Schwäbe. Der Volkspark bebte. Die Freude der Heimfans hielt aber nicht lang an. Nach Trubel im Zuge eines Eckballs im HSV-Strafraum stand plötzlich El Mala völlig frei und köpfte zum Ausgleich ein.
Der Kandidat für den Kader der deutschen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft im Sommer dürfte sich durch die zuletzt zwei Startelf-Einsätze auch wieder mehr in den Aufmerksamkeitsradius von Bundestrainer Julian Nagelsmann gespielt haben. Der DFB-Coach hatte zuletzt die aus seiner Sicht zu geringen Einsatzzeiten kritisiert.
In der zweiten Hälfte blieb es nach leichten Vorteilen für die Gäste insgesamt ein ausgeglichenes Spiel ohne große Aufreger. Bis Daniel Elfadli kurz vor Schluss doch noch die große Möglichkeit zum HSV-Sieg hatte, aber per Kopf das Tor knapp verfehlte.
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