Kleines Adelshofen, große Auswahl: 44 Personen treten zur Kommunalwahl an | FLZ.de

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Veröffentlicht am 02.02.2026 13:00

Kleines Adelshofen, große Auswahl: 44 Personen treten zur Kommunalwahl an

Hört nach 24 Jahren als Rathauschef auf: Johannes Schneider. (Foto: Gemeinde Adelshofen)
Hört nach 24 Jahren als Rathauschef auf: Johannes Schneider. (Foto: Gemeinde Adelshofen)
Hört nach 24 Jahren als Rathauschef auf: Johannes Schneider. (Foto: Gemeinde Adelshofen)

Würde vor der Kommunalwahl die Anzahl von Kandidierenden pro Einwohnerin und Einwohner ermittelt, dann hätte Adelshofen mittelfrankenweit eine Spitzenposition, denn in der 900-Seelen-Gemeinde bewerben sich 44 Personen um acht Ratssitze. Um das Bürgermeisteramt konkurrieren zwei Männer, einer davon für die AfD.

Die Kommune steht vor einer Zäsur, denn es geht um die Nachfolge von Johannes Schneider (64), der seit 24 Jahren Rathauschef ist und im November bekanntgab, beim Votum am 8. März nicht mehr antreten zu wollen. Zunächst sah es danach aus, dass es lediglich einen offiziellen Bewerber um seine Nachfolge geben würde. So wurde bei den Nominierungsversammlungen der fünf Ortsteil-Wählergruppen im Dezember jeweils Kristof Matthes als Bürgermeister-Kandidat gekürt.

Techniker bei der Fernwasserversorgung

Der 40-Jährige ist als Techniker bei der Fernwasserversorgung Franken berufstätig und lebt mit seiner Familie in Neustett. Er gehört seit 2020 dem Gemeinderat an. Ein vorrangiges Ziel sei, ehrenamtliches Engagement zu stärken und zu honorieren, so Matthes. Die Infrastruktur in der Gemeinde müsse erhalten und nach Möglichkeit verbessert werden. Dazu gehörten die Kita-Erweiterung genauso wie der Breitbandausbau oder die Pflege der Feldwege.

Ganz wichtig sei ein gutes Verhältnis im Gemeinderat. Seine Familie sei einverstanden damit, dass er das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters von Adelshofen anstrebe. Er werde die Anforderungen auch mit seiner hauptberuflichen Tätigkeit als Angestellter im öffentlichen Dienst vereinbaren können, betonte der 40-Jährige bei den Nominierungsversammlungen.

Treffen nicht öffentlich angekündigt

Als diese über die Bühne gingen, gab es in der Gemeinde noch keine Anzeichen dafür, dass Matthes einen Konkurrenten bekommen würde. Das änderte sich, als sich kurz vor Weihnachten bei einem öffentlich nicht angekündigten Treffen in Neustett eine Handvoll Leute entschied, Stefan Bininda als AfD-Bewerber ins Rennen um die Nachfolge von Johannes Schneider zu schicken.

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Der 56-Jährige, der als Elektrofachkraft im Gebäudemanagement tätig ist, war vor gut fünf Jahren aus dem Landkreis Fürth zugezogen, wo er sich schon kommunalpolitisch für die rechtspopulistische Partei betätigt hatte. In Neustett war er im vergangenen Jahr als Sprecher einer Bürgerinitiative in Erscheinung getreten, die gegen das Kanalsanierungskonzept der Gemeinde protestierte.

Kostensenkungen in der „stark verschuldeten Gemeinde” sowie das Herstellen von Klarheit über die Verschuldung und weitere Baumaßnahmen gab der 56-Jährige als inhaltliche Ziele aus. Auch die Stärkung regionaler Erzeugnisse und der ortsansässigen Landwirtschaft betonte er als erstrebenswert.

Traditionell fünf Ortslisten

Es werden somit auf dem Stimmzettel zur Bürgermeisterwahl 2026 in Adelshofen zwei Namen stehen und damit einer mehr als in den meisten anderen kleinen Kommunen der Region. Beim Gemeinderatsvotum liegt Adelshofen, was die personelle Auswahl angeht, noch deutlich weiter vorn, wobei das dort gute Tradition ist. So werden seit jeher in allen fünf bis zur Gebietsreform selbstständigen Orten des Kommunalgebiets - neben dem Hauptort sind das Tauberzell, Großharbach, Tauberscheckenbach und Neustett - separate Listen mit jeweils acht Leuten aufgestellt.

Das macht dann schon einmal 40 Kandidierende. Mit diesem Verfahren soll die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, dass im achtköpfigen Gremium auch tatsächlich jeder Gemeindeteil mit mindestens einer Person vertreten ist, was in den vergangenen Amtsperioden auch wunschgemäß klappte.

AfD nur mit einem Quartett

Die Neuerung besteht darin, dass es dieses Mal eine sechste Liste für das Votum zum Gemeinderat gibt, denn es wurde erstmals auch ein AfD-Wahlvorschlag eingereicht. Auf der Liste stehen neben Stefan Bininda noch drei weitere Namen. Es ist also nur ein Quartett, das sich für die AfD um Sitze im achtköpfigen Gremium bewirbt.

Wenngleich in der Gemeinde Adelshofen mit insgesamt 44 Kandidierenden die Gesamtauswahl für das Ratsgremium sehr groß ist, hält sich der weibliche Anteil eher in Grenzen, denn auf den sechs Listen finden sich nur acht Frauennamen. Das entspricht einer Quote von 18 Prozent. Es sei leider vergeblich versucht worden, mehr Frauen zu gewinnen, hieß es aus einigen Gemeindeteilen.

Von den acht amtierenden Ratsmitgliedern treten Andreas Grießmeyer, Stefan Haag, Friedrich Letterer, Thomas Pflüger und Edwin Serby erneut an.

Die Wahl in
Adelshofen

  • Bürgermeisterkanidaten:
    Kristof Matthes, 40, Techniker, nominiert von fünf Ortsteil-Wählergruppen
    Stefan Bininda, 56, Elektrofachkraft (AfD)
  • Gemeinderat (acht Sitze):
    Vorschläge der Wählergruppen Adelshofen, Großharbach, Neustett, Tauberscheckenbach und Tauberzell (jeweils acht Personen) sowie der AfD (vier Personen)

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