Das Wasser rauschte über die Mühlräder und machte ordentlich Lärm. Am Pfingstmontag war im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim nicht zu überhören, dass die Mühlen in Betrieb waren. Anlass war der deutschlandweite Mühlentag.
Da ist zum einen, etwas versteckt, eine Ölmühle aus der Gegend von Königshofen und zum anderen die 1576 erbaute Mühle aus dem Landkreis Fürth.
Blaumohn, der Samen des Schlafmohns, Leinsaat, der Samen der Flachspflanze, Bucheckern, die Früchte der Rotbuche, Walnuss und Raps: Das sind Grundstoffe, die in der 1810 gebauten Ölmühle aus der Gemeinde Mömbris (Landkreis Aschaffenburg) verarbeitet wurden. Im Freilandmuseum konnten Jung und Alt deren Arbeitsweise bis kennenlernen.
Im Gegensatz zur weit mächtigeren Unterschlauersbacher Getreidemühle wirkt die Ölmühle winzig. Müller waren in vergangenen Zeiten durchaus wohlhabend, der Besitzer der Ölmühle gehörte aber wohl eher nicht dazu, erfuhren die Besucherinnen und Besucher. Zur Armut des Besitzers trug auch die Konkurrenz bei. Alleine an der den westlichen Spessart durchlaufenden Kahl waren im 19. Jahrhundert 73 Mühlwerke, von denen 13 der Ölgewinnung dienten.
Einen Aha-Effekt erlebten die Gäste dann in der Unterschlauersbacher Mühle. Allein deren Raum mit dem Mahlwerk ist fast so groß wie die gesamte Ölmühle. Bei Führungen und Erzählungen wurde den Besuchern die Funktionsweise der beiden Mühlen erklärt. Kinder konnten beim offenen Mitmachprogramm von Wasserrädchen bauen.
Abgerundet wurde das spannende Programm mit einem Pfingstmarkt, bei dem Handwerkliches und regionale Produkte angeboten wurden. Mit dem Mühlentag startete die Mühlenwoche im Freilandmuseum.