Die Kirchweih in Bad Windsheim hat einen neuen Festwirt: Thomas Ullrich, 48 Jahre, Betreiber des Lokals „Anders“ in Neustadt, wird das Zelt auf dem Platz Am Schießwasen bespielen. Am Donnerstag wurde er im Sitzungssaal des Rathauses offiziell vorgestellt - und seine Pläne für die Kirchweih gleich mit dazu.
Beim Frühlingsfest in Bad Windsheim hatte das Team der Kur-, Kongress- und Touristik-GmbH (KKT) den Festwirt noch selbst ersetzt. „Damals war bereits klar, dass das nur eine Übergangslösung sein kann und wir das nicht dauerhaft stemmen können“, sagte KKT-Geschäftsführer Jörg Stämmer. Die Familie Maier aus Kitzingen, die das Festzelt zuvor betrieben hatte, war aus personellen Gründen abgesprungen und hatte für eine weitere Saison nicht mehr zur Verfügung gestanden.
Das Problem der Personal-Not droht Ullrich nicht. „Wir können auf festes Stamm-Personal zurückgreifen und haben rund 30 Bedienungen“, erklärte der 48-Jährige. Die sind bereits jetzt regelmäßig auch an Wochenenden im Einsatz, wenn wieder mal ein Catering ansteht, das bei Ullrich gebucht worden war. Auf Leihbedienungen muss der Gastronom nicht zurückgreifen. Bürgermeister Jürgen Heckel begrüßte das: „Es ist in den heutigen Zeiten zwar Luxus, Bedienungen im Festzelt zu haben, aber es bedeutet mehr Komfort und mehr Flair für die Gäste“, sagte er.
Heckels Ziel ist es, Ullrich langfristig an Bad Windsheim zu binden. „Ich will keine Eintagsfliege als Festwirt“, betonte er. Er setze auf Kontinuität und sei davon überzeugt, dass Ullrich „der Richtige“ für die Kirchweih in Bad Windsheim sei. Der hat nämlich neben Stammpersonal auch kulinarisch einiges zu bieten.
So soll es während der Kirchweih, die am Freitag, 25. August, mit dem Bieranstich durch den Bürgermeister startet und am Dienstag, 29. August, mit einem Feuerwerk endet, endlich wieder einen Mittagstisch geben. Auf der Speisekarte werden dann unter anderem die beliebten Traditionsgerichte Schäufele, Sauerbraten und Schlachtschüssel stehen. Bereits ab 19. August stehen etliche Vorkirchweihen an.
„Ullrich lebt Tradition“, betonte KKT-Geschäftsführer Stämmer, der den Gastronom erst im Juni angesprochen hatte, ob der sich die Rolle des Festwirts in Bad Windsheim vorstellen könnte. Nach einer kurzen Bedenkzeit hatte er zugesagt. Der 48-Jährige will nun einen guten Start hinlegen, um dann auf den gesammelten Erfahrungen aufzubauen.
„Noch kennt er das Gäste-Aufkommen nicht und muss erst einmal schauen, wie es läuft und wann die Stoßzeiten sind“, sagte Heckel. Dass nach dem Festzug durch die Altstadt am Freitag großer Andrang im Zelt herrschen werde und der Ausschank schnell abgewickelt werden müsse, verstehe sich allerdings von selbst.
Erste Kirchweih-Erfahrungen hat Ullrich heuer bereits in Neustadt gesammelt. Dort war er maßgeblich an der Organisation des Kneipendorfes beteiligt. Das jüngere Publikum hat er auch in Bad Windsheim im Blick. So wird es am Samstag-Abend zwei DJs im Festzelt geben sowie erstmals einen Bar-Betrieb.
Besonderen Wert legt Bürgermeister Jürgen Heckel darauf, dass auf der Kerwa wieder das Bier der Bad Windsheimer Brauerei Döbler ausgeschenkt wird. „Man muss zu seinen heimischen Produkten stehen und nichts Externes auf einer Kerwa anbieten“, sagte der Stadtchef und betonte, dass die Bad Windsheimer Kirchweih vor allem eines bleiben werde: traditionell.
Mit den beliebten Platzkirchweihen, einem kunterbunten Musikprogramm, Standkonzerten des Spielmanns- und Fanfarenzuges Bad Windsheim, Kirchweihschießen, dem Vergnügungspark und Bürgermeister-Frühschoppen, dem Familien- und dem Seniorentag, dem Maßkrug-Schieben, der Aufführung des Historischen Wagnertanzes von 1560 auf dem Dr.-Martin-Luther-Platz sowie einem funkelndem Feuerwerk als brillantem Abschluss soll es eine friedliche Kerwa werden.