Masturbation macht Spaß - und ist auch Teil der sexuellen Gesundheit. Sich selbst zu befriedigen ist nämlich nicht nur eine Möglichkeit, sexuelle Spannung abzubauen, sondern auch ein wertvolles Werkzeug, um den eigenen Körper besser kennenzulernen. Und herauszufinden, was einem im Bett wirklich gefällt.
„Es ist ganz wichtig, sich selbst zu kennen“, sagt Ann-Marlene Henning, Sexualtherapeutin aus Flensburg. „Das ist umso wichtiger, wenn man in intimeren, emotional tieferen Kontakt mit einem Gegenüber geht.“
Jahrhundertelang wurde Masturbation verteufelt - völlig zu Unrecht, sagt die Sexologin. „Heute ist ganz klar, dass es für den eigenen Körper extrem gesund ist und das Immunsystem boostet.“
Der Orgasmus selbst ist nur ein Reflex – vergleichbar mit dem Kniereflex, bei dem das Bein automatisch zuckt. Das ist wissenschaftlich belegt. Aber zwischen der Erregung und dem Höhepunkt liegt ein steuerbarer Raum, auf den jede und jeder Einfluss nehmen kann.
„Alles, was hilft, damit ich mich wohlfühle, bringt mich dem Höhepunkt näher“, sagt die Sexualtherapeutin. Wichtig sei es zu merken, sobald man sich unwohl fühlt. Die Frage ist dann:
Grundsätzlich sind Körperwahrnehmung und Achtsamkeit wichtig für sexuelle Zufriedenheit. Deshalb kann der Fokus auf bewusste Wahrnehmung hilfreicher sein als rein mechanische Techniken.
Masturbation ist gesunde Selbsterforschung, die das Wohlbefinden steigert. Bewusste Körperwahrnehmung und Entspannung führen zu intensiveren Sex-Erfahrungen – ob solo oder zu zweit.
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