Sonnenstrahlen im Gesicht, Vogelgezwitscher in den Ohren: Eigentlich sind es gerade schöne Tage, aber Sie sind einfach nur müde und erledigt?
Das kennt so mancher in diesen Wochen. Dahinter kann Frühjahrsmüdigkeit stecken - oder auch eine behandlungsbedürftige Depression. Wie unterscheidet man das eine vom anderen? Und was hilft?
Gut zu wissen: Frühjahrsmüdigkeit ist keine Krankheit, sondern eine natürliche Reaktion auf den Wetterumschwung, so Conrad von Heydendorff, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.
Der Winter - genauer gesagt: das fehlende Licht - hat Spuren in unserem Hormonhaushalt hinterlassen. Vereinfacht gesagt: Vom Glückshormon Serotonin war dort in den vergangenen Monaten eher wenig vorhanden, vom Schlafhormon Melatonin hingegen recht viel.
Das zunehmende Tageslicht stößt nun hormonelle Veränderungen im Körper an. Er produziert wieder mehr Serotonin und weniger Melatonin. Bei dem Wechselspiel kann es allerdings zu einem Ungleichgewicht kommen - und zwar dann, wenn das Melatonin noch eine Weile die Oberhand behält. Wir fühlen uns dann trotz allerbestem Frühlingswetter müde.
„Zudem weiten sich bei steigenden Temperaturen die Blutgefäße, was den Blutdruck sinken lässt und kurzzeitig zu Müdigkeit und Schwindel führen kann“, so Conrad von Heydendorff.
An eine Depression sollte man denken:
Dann sollte man keine Scheu haben, einen Arzt oder eine Psychotherapeutin aufzusuchen. Depressionen gelten als gut behandelbare Erkrankung.
Auf dem Sofa versacken und der Müdigkeit nachgeben? Experten raten zum Gegenteil - zu Bewegung an der frischen Luft. „Schon ein täglicher Spaziergang von 30 Minuten hilft dem Körper, die Hormonumstellung zu beschleunigen“, so von Heyendorff. Licht ist schließlich der wichtigste Taktgeber für unsere innere Uhr.
Zudem können Wechselduschen dabei helfen, den Kreislauf in Schwung zu bringen. Immer eine gute Idee, jetzt aber besonders: eine vitaminreiche Ernährung.
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