iPhone Duo: Wie fühlt sich das Klapp-Smartphone an? | FLZ.de

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 10.09.2026 11:14

iPhone Duo: Wie fühlt sich das Klapp-Smartphone an?

Neuer Falter: Das Display des iPhone Duo ist aufgeklappt fast so groß wie der Bildschirm eines iPad mini. (Foto: Andrej Sokolow/dpa/dpa-tmn)
Neuer Falter: Das Display des iPhone Duo ist aufgeklappt fast so groß wie der Bildschirm eines iPad mini. (Foto: Andrej Sokolow/dpa/dpa-tmn)
Neuer Falter: Das Display des iPhone Duo ist aufgeklappt fast so groß wie der Bildschirm eines iPad mini. (Foto: Andrej Sokolow/dpa/dpa-tmn)

Da fehlt doch was, bei Apples erstem Klappfon, dem iPhone Duo: Seit rund sieben Jahren sind Smartphones dieser Art von Samsung, Motorola und Co. auf dem Markt und stets hatten sie eine sichtbare Falte in der Mitte des aufgefalteten Bildschirms. Mal stärker präsent, mal weniger, aber immer da. 

Nicht so bei Apples Erstling: Die berüchtigte Falte im aufgespannten inneren Display kann man - selbst wenn man gezielt danach sucht - nur gerade so andeutungsweise erkennen oder mit dem Finger fühlen.

Es hieß stets, Apple werde in die Klapptelefon-Kategorie erst einsteigen, wenn die Technik ausgereift genug sei. Das Problem mit der Display-Falte löste der iPhone-Konzern gleich mit mehreren technischen Tricks. Zum einen spannt der Scharnier-Mechanismus den inneren Bildschirm beim Einrasten stark auf. 

Zum anderen kaschiert Apple den an sich schwer vermeidbaren Knick mit einer Struktur aus zehn ultradünnen Schichten auf dem Display, die bei der Faltbewegung übereinander gleiten können. Die oberste Deckschicht ist aus einem Polymer mit Nano-Beschichtung, die den Bildschirm besonders matt aussehen lässt und an Papier erinnert.

Gleitender Schatten beim Aufklappen

Besondere Mühe gab sich Apple auch bei der visuellen Unterstützung des Faltvorgangs. Es ist inzwischen selbstverständlich, dass der Home-Screen oder die Apps, die man gerade nutzt, sich nahtlos an den kleineren Außen- oder den großen Innenbildschirm anpassen können. 

Der iPhone-Konzern greift beim Duo jedoch zu einer Animation: Beim Aufklappen gleitet ein Schatten vom Rand und macht allmählich das äußere Display schwarz, innen wiederum scheint sich das Bild mit der Bewegung aufzubauen. Das mag auf den ersten Blick wie ein nicht zwingend notwendiger Aufwand erscheinen - die vermutlich rechenintensive Animation sorgt aber für einen angenehmen Übergang.

Ein Smartphone im Reisepass-Format

Die ersten Klapp-Smartphones hatten ein langes und eher schmales Außendisplay und ließen sich in etwa zu einem Quadrat auffalten. Apple ließ sich eher von der iPad-Erfahrung inspirieren. Das Duo hat in etwa die Abmessungen eines Reisepasses - zusammengefaltet wie ausgeklappt. Dadurch füllen Videos das innere Display mit einer Diagonalen von 7,6 Zoll im Querformat ziemlich gut aus. Und im Hochformat lässt sich gut durch Webseiten scrollen oder ein Buch lesen. Ein angenehmes Format.

Die Konsequenz im zusammengeklappter Form: Das 5,4 Zoll große Außendisplay wirkt relativ breit und zugleich kürzer als man es gewohnt ist. Das Dock mit den fixierten Apps sowie die Uhr und die Anzeige der Signalstärke verlagerte Apple deswegen von ihren gewohnten Plätzen am oberen und unteren Bildschirmrand auf die rechte Seite. Nach dem ersten Eindruck fühlt es sich etwas ungewohnt an, den äußeren Bildschirm mit einer Hand zu bedienen.

App-Multitasking - ja das geht

Den Platz auf dem inneren Bildschirm kann man auch dafür verwenden, zwei Apps nebeneinander zu nutzen. Dafür muss man eine App leicht nach oben und dann nach links oder rechts ziehen - dann rastet sie auf der jeweiligen Display-Hälfte ein. Das funktioniert auf Anhieb ziemlich intuitiv und reibungslos. 

Die Mitte ist immer die Trennlinie zwischen den Apps. Man kann sie in beiden Display-Hälften aber beliebig austauschen, indem man dort den Home-Screen aufruft. Zugleich kann man beliebige Kombinationen von App-Paaren speichern und aufrufen.

Nutzt man auf dem inneren Bildschirm nur eine App, geht das Duo mit der zusätzlichen Fläche ähnlich um wie iPad oder Mac. In der Nachrichten-App zum Beispiel sieht man nebeneinander die Liste der Chats und den Inhalt. 

Ähnlich wie zuvor unter anderem Samsung experimentiert Apple aber auch mit Zwischenstufen. Gefaltet in einen Winkel von 90 Grad etwa kann man in der oberen Hälfte des Falt-Displays das Video sehen - und die untere füllen die Steuerungsknöpfe aus. Ähnlich kann man für Chats unten die Tastatur nutzen und oben die Beiträge lesen.

Das iPhone Duo: Kompromisse und offene Fragen

  • Nach kurzer Ausprobier-Zeit am Rande von Apples Neuheiten-Event lässt sich schwer sagen, wie lange die Batterie des Duo bei gewöhnlicher Alltagsnutzung hält. 
  • Auch ist zwar klar, dass die Kamera unter den Fähigkeiten eines iPhone 17 Pro oder des neuen 18 Pro mit dessen verstellbarer Blende bleibt. Allerdings hat sie einen 48-Megapixel-Sensor und Apple spricht von einem optischen 2x-Zoom. Vielleicht kann das für viele Nutzer im Alltag ausreichend sein? 
  • Auch wird das Duo statt der inzwischen gewohnten Gesichtserkennung FaceID über den Fingerabdruck-Sensor in der Seitentaste entsperrt - eine Notwendigkeit, wenn man nicht den Aufwand von zwei FaceID-Sensorblöcken auf jeder Seite betreiben will. 

Was zudem auffällt: Beim Auf- und Zuklappen muss man darauf achten, nicht ungewollt die Seitentaste zu drücken, die den Bildschirm sperrt.

Wo es unterdessen keine offenen Fragen gibt, ist der Preis. Schon der Einstiegspreis von 2.299 Euro für die Version mit 256 Gigabyte Speicherplatz wird das Duo beim Verkaufsstart im Oktober zum bisher teuersten iPhone machen. 

Die teuerste Variante mit zwei Terabyte Speicher kostet 3.799 Euro. Dazwischen gibt es 512 GB für 2.549 Euro und ein Terabyte für 3.049 Euro.

© dpa-infocom, dpa:260910-930-663352/1


Von dpa
north