iPhone Duo im Test: Das Apple-Tablet für die Hosentasche | FLZ.de

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Veröffentlicht am 21.10.2026 14:02

iPhone Duo im Test: Das Apple-Tablet für die Hosentasche

Das iPhone Duo bietet aufgeklappt ein Display im Tablet-Format. (Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn)
Das iPhone Duo bietet aufgeklappt ein Display im Tablet-Format. (Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn)
Das iPhone Duo bietet aufgeklappt ein Display im Tablet-Format. (Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn)

Was lange währt, wird endlich gut? Das iPhone Duo ist Apples Einstieg ins Geschäft mit Klapp-Smartphones, aus dem sich der Konzern bisher heraushielt - während Samsung, Google und chinesische Rivalen ein Klapp-Modell nach dem anderen auf den Markt brachten. Wie macht sich das erste Klapp-iPhone für schlappe 2299 Euro Einstiegspreis im Alltag?

Großer Bildschirm...

Ein aufklappbarer großer Bildschirm innen, ein kleinerer auf der Außenseite - so wie bei vielen Klapp-Smartphones hält es Apple auch bei seinem Erstling. Die Abmessungen orientieren sich an einem Reisepass. Aufgeklappt bekommt man ein Tablet mit einer Bildschirmdiagonale von 7,6 Zoll und einem Seitenverhältnis von 1,4 zu 1 - perfekt für alles langgezogene wie Video und Foto, das Lesen von Büchern, E-Mails oder News. Auch Webseiten lassen sich bequem blättern. 

Der Vorteil zum quadratischen Display der meisten anderen Klapp-Smartphones ist dabei offensichtlich. 

  • Das Video aus einem Streamingdienst kann den Bildschirm weitgehend ausfüllen. 
  • Ein Buch kann man wie auf einem E-Book-Reader lesen. 
  • In einer E-Mail oder auf einer Website ist mehr Inhalt auf einen Schlag zu sehen. 
  • Man kann zwei Apps nebeneinander nutzen - und auch zu einem festen Paar verknüpfen. 
  • Die Selfie-Kamera für den aufgeklappten Zustand ist unter dem Display versteckt. Beim Scrollen fällt sie nur gelegentlich als Schatten auf.

Kurzum: Das iPhone Duo ist auch ein Tablet, das zusammengeklappt in die Tasche passt - mit allen Vorteilen eines großen Bildschirms.

...kleiner Bildschirm

Die Entscheidung für das Pass-Format hat Folgen: Das Display auf der Außenseite ist mit 5,4 Zoll (13,7 Zentimeter) kleiner als man es inzwischen von Smartphones gewohnt ist. Laut Apple hat es etwa 90 Prozent der Fläche des Displays eines iPhone 18 Pro. Mit dem gleichen Seitenverhältnis von 1,4:1 wie der innere Bildschirm ist es allerdings auch breiter.

Apple nutzt das Format auf clevere Weise: Das Dock mit den vier fixierten Apps und alle Anzeigen von der oberen Bildschirmkante wandern an den rechten Displayrand. Das Ergebnis: Eine App hat ein Fenster mit einer Diagonalen von etwa 5 Zoll im klassischen Format - oder das ganze Außendisplay, wenn die Entwickler die neueste Version von Apples Developer Kit nutzen. 

Auf den ersten Blick können die Apps auf dem Außendisplay etwas klein wirken, insbesondere wenn man gerade lange den großen inneren Bildschirm benutzt hat. Allerdings: Die Apps haben dort immer noch mehr Platz als auf einstigen Standard-Modellen bis hin zum iPhone 8.

Keine Finger-Akrobatik - fühlt sich gut an

Im Alltag gewöhnt man sich beim Duo schnell an das kompaktere Format für die Situationen, in denen ein Aufklappen des Geräts gerade unpassend ist. Und es kann sich gut anfühlen, das Handy wieder nur mit einer Hand ohne Finger-Akrobatik zu bedienen. Ein kleines Interface-Juwel ist die neue Kombi-Anzeige, die Batteriestand sowie die Signalstärken für WLAN und Mobilfunknetz in einem einzigen Kreis unterbringt.

Auch die fettabweisende Display-Beschichtung funktioniert gut - die ist vor allem auf dem Außenbildschirm wichtig. Denn wenn man das Duo aufgeklappt hält, liegt eine Hand fast immer auf dem Außendisplay. Das bereitet zunächst Sorge, doch auch nach längerer Nutzung muss man nicht zum Putztuch greifen.

Faltenfreie Display-Anmutung

Ein festes Merkmal bisheriger Klapp-Smartphones ist die Falte in der Mitte des Klapp-Bildschirms. Mal mehr, mal weniger sichtbar oder als störend empfunden - aber sie war immer präsent. Der erste Eindruck beim iPhone Duo: ein glatter Bildschirm, faltenfrei. Apple besticht mit einem ausgeklügelten Spannmechanismus und einem besonderen Display. Es hat insgesamt zehn Schichten, die dank eines besonderen Klebstoffs beim Auf- und Zuklappen übereinander gleiten. Und es hat eine matte Oberfläche.

Das Ergebnis: Die Falte ist da. Man kann sie spüren, aber man sieht sie nicht wirklich. Höchstens vielleicht von der Seite - je nach Lichteinfall. Schaut man frontal auf das Display, sieht es einfach glatt aus. Dazu trägt auch bei, dass das aus Titan gefertigte Gelenk aus rund 100 Einzelteilen den Bildschirm ordentlich straffzieht. 

Nach den Erfahrungen mit früheren Falt-Telefonen steht die Frage im Raum: Wird das mit längerer Nutzung stärker sichtbar werden? Apple-Manager Tom Marieb sagte dazu „Techradar“, dass dank der matten Oberfläche auch mögliche Veränderungen weniger sichtbar sein sollten. 

Es ist keine iPhone-Pro-Kamera

Im Inneren des Duo steckt der gleiche A20-Pro-Chip wie im diesjährigen iPhone 18 Pro. Trotz des dünnen Designs gibt es eine Vapor Chamber zur besseren Kühlung bei anspruchsvollen Rechen-Aufgaben. Dazu gehört auch die Verarbeitung von Bildern der Kamera. Die Kameras (Hauptobjektiv und die Ultraweitwinkel-Linse haben beide 48 Megapixel) leisten ganze Arbeit quer durch verschiedene Lichtverhältnisse, trotz des knappen Raums in dem dünnen Gehäuse. 

Nur das Fehlen eines Teleobjektivs macht sich bemerkbar, wenn man den Luxus des bis zu achtfachen Zooms der beiden jüngsten Pro-Modelle gewohnt sein sollte. Beim Duo ist ein 2x-Zoom in optischer Qualität vorhanden (indem nur ein Teil der Pixel genutzt wird). Danach geht es in den Digital-Zoom mit Qualitätsverlusten.

Finger anlegen statt Gesicht reinhalten

Eine Funktion, die für viele iPhone-Nutzer inzwischen selbstverständlich ist, fehlt beim Duo: die Gesichtserkennung FaceID zum Entsperren oder der Freigabe von Zahlungen. Stattdessen gibt es einen Fingerabdruck-Sensor im Einschalt-Knopf an der Seite. Apple erklärt das damit, dass man eine einheitliche Identifizierungs-Methode in zu- und aufgeklapptem Zustand bieten will.

Im Alltag gewöhnt man sich schnell daran, wieder TouchID zu verwenden. Zumal die Position des Knopfs, die man beim Drehen des aufgeklappten Duo schnell aus den Augen verlieren kann, dann auf dem Display angezeigt wird. Besitzer einer Apple Watch können einrichten, dass die Uhr das iPhone Duo entsperrt - so wie das auch bei Mac-Computern der Fall ist. 

Achtung: das bedeutet auch, dass sich das Telefon entsperren würde, wenn andere Personen es in unmittelbarer Nähe greifen. 

Klapp oder nicht Klapp? - das ist hier die Frage

Zwei zentrale Fragen müssen Duo-Interessenten für sich beantworten:

  • Ist die Möglichkeit des Tablet-Displays in der Tasche den Kompromiss wert, den Rest der Zeit einen etwas kleineren Bildschirm zu nutzen? 
  • Kann man auf das Teleobjektiv eines iPhone 17 Pro oder 18 Pro verzichten? 

Und okay, es gibt noch eine dritte Frage: Ist man bereit, einen kräftigen Aufpreis zu bezahlen. 

  • Das iPhone 18 Pro bekommt man ab 1.449 Euro bzw. ab 1.599 Euro in der größeren Max-Variante. 
  • Das iPhone Duo startet bei 2.299 Euro - und in der Spitze muss man für 2 Terabyte Speicher 3.799 Euro hinblättern.

Zugleich gibt es für alle, die mehr Geld als Toleranz für Kompromisse haben, die Möglichkeit, einen Mobilfunk-Anschluss fließend zwischen zwei iPhones wechseln zu lassen. In Deutschland bietet die Funktion mit dem Namen iPhone Handoff bisher die Telekom für 6,95 Euro im Monat an. Die eventuell vorhandene Apple Watch kann sich aber weiter nur mit einem Gerät koppeln. 

Ebenfalls versperrt: der Umweg über die günstigere Partner-SIM. Das Duo unterstützt nur eSIM.

Das naheliegendste Konkurrenzgerät für das iPhone Duo ist das in einem ähnlichen Format gehaltene Samsung Z Fold8 zum Preis von 1.999 Euro aufwärts. Klapp-Smartphones von Motorola, Google, Samsung oder Xiaomi in anderen Formaten liegen da teils deutlich drunter. 

Seit sieben Jahren versuchen Samsung und Co. nun schon, die Klapp-Smartphones im Markt zu etablieren. Bislang ist der große Durchbruch ausgeblieben. Vielleicht belebt die Apple-Konkurrenz mit dem Duo nun das Geschäft.

© dpa-infocom, dpa:261021-930-872159/1


Von dpa
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