Das Ergebnis der ersten Verkehrszählung auf der Westtangente und der Bundesstraße 25 in Feuchtwangen liegt jetzt vor: Demnach waren im Herbst pro Tag durchschnittlich 4262 Fahrzeuge, davon 12,5 Prozent Langfahrzeuge, auf der neuen Umgehung unterwegs. Auf der B25 wurden derweil 9873 Fahrzeuge gezählt. Der Anteil der Langfahrzeuge lag bei elf Prozent.
Die Westtangente, die Anfang Juni 2023 für den Verkehr freigegeben worden ist, soll die B25-Ortsdurchfahrt in Feuchtwangen vor allem vom Schwerverkehr entlasten. Gleichwohl klagten Anlieger gegenüber der FLZ-Redaktion wiederholt über nach wie vor viele durchfahrende Lkw. Und tatsächlich nutzen zahlreiche Brummi-Lenker trotz der klar erkennbaren Hinweisschilder vor den Ortszufahrten weiterhin die Dinkelsbühler und die Crailsheimer Straße als kürzeste Verbindung durch Feuchtwangen, statt auf der Entlastungsstraße zu fahren.
Um hier Verbesserungen zu erreichen, schließe das Staatliche Bauamt Veränderungen an der B25 nicht aus, sagte der bei der Stadt für Verkehr zuständige Thomas Schmidt im FLZ-Gespräch. Denkbar wäre da zum Beispiel, einen Fahrradschutzstreifen auf der Straße zu markieren, der für die Laster mit einer gewissen Bremswirkung verbunden sei.
Jedoch wolle die Staatsbehörde die weitere Entwicklung abwarten und werde deshalb frühestens eineinhalb Jahre nach Eröffnung der Westtangente – also nicht vor Spätherbst – tätig. Ebenso habe das Bauamt für die erste Verkehrszählung vorgegeben, diese frühestens ein halbes Jahr nach der Freigabe der Umgehung auf den Weg zu bringen.
Im Rahmen dieser Zählung im Dezember seien jeweils eine Woche lang die Fahrzeuge auf der B25 bei der Ampel am Freibad sowie auf der Westtangente im Bereich des Bahnübergangs ermittelt worden. Und mit Blick auf eine für das Jahr 2030 erarbeitete Prognose „sind wir ganz gut dabei“, meinte Schmidt zu den eingangs genannten Zahlen.
Gleichwohl sollten weitere Untersuchungen folgen: So kündigte der Verkehrsfachmann eine weitere Zählung zwischen den Pfingst- und den Sommerferien an. Im Oktober oder November sei dann eine aufwendigere Verkehrsflusszählung beabsichtigt, die detaillierten Aufschluss gebe. Voraussetzung dafür sei aber, dass der Bau- und Verkehrsausschuss grünes Licht für die Vergabe des Auftrags an eine Firma gibt.
Wie Schmidt erklärte, erfassen bei einer solchen Analyse Kameras die Fahrzeuge an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet. Anhand der Ergebnisse lasse sich dann eindeutig feststellen, woher die Verkehrsteilnehmer kommen, welche Wege sie in der Stadt nehmen und wohin sie anschließend fahren. Damit könne ebenfalls ermittelt werden, ob Brummis heimische Betriebe ansteuern oder nur auf der Durchreise sind.
Allerdings seien gewisse Unschärfen bei den Ergebnissen wegen vorab nicht kalkulierbaren Umständen möglich: Als ein Beispiel dafür nannte der für Verkehr zuständige Beamte Sperrungen der Autobahnen wegen Unfällen. Davon abgesehen sei die Straße nach Leukershausen und Crailsheim ab Juni ein halbes Jahr lang wegen Sanierungsarbeiten komplett zu. Derweil wirke sich auf den Verkehr aktuell aus, dass die Ausfahrt in Richtung Westen am Kreisel der B25 mit der Staatsstraße 1066 vorübergehend dicht ist.
Angesprochen auf die Navigationsgeräte der Lkw-Fahrer erklärte Schmidt indes, inzwischen führe das System von Google die Fahrzeuge zumindest dann auf die Westtangente, wenn es Behinderungen auf der B25-Ortsdurchfahrt gibt.
Nicht zuletzt sprach Schmidt die Problematik am Walkmühlweg an, wo Anwohner seit Jahren – aufgrund der Rechtslage vergeblich – ein Tempo-30-Limit fordern. Das von der Bundesregierung angekündigte Gesetz, das die Anordnung solcher Geschwindigkeitsbegrenzungen für Kommunen erleichtern sollte, sei noch nicht in trockenen Tüchern.
Gleichwohl berichtete Schmidt von Überlegungen der Verwaltung, die 40 bis 50 Busse, die täglich überregional zwischen Dinkelsbühl und Dombühl beziehungsweise Ansbach auf dem Walkmühlweg fahren, auf die B25 zu bringen. Denkbar wäre dies bei einem Verzicht auf die Bushaltestelle bei der Dresdener Straße. Um zu erfahren, wie die Betroffenen dazu stehen, bekämen die Bewohner des unteren Hummelbucks und des Röschenhofs bald Post von der Stadt.