Immer wieder der gleiche Typ? Warum wir alte Muster wählen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 02.02.2026 05:31

Immer wieder der gleiche Typ? Warum wir alte Muster wählen

Kein Zufall: Ehemalige und neue Partner ähneln sich oft, da vertraute Beziehungsmuster Sicherheit geben, selbst wenn sie ungesund sein können. (Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa/dpa-tmn)
Kein Zufall: Ehemalige und neue Partner ähneln sich oft, da vertraute Beziehungsmuster Sicherheit geben, selbst wenn sie ungesund sein können. (Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa/dpa-tmn)
Kein Zufall: Ehemalige und neue Partner ähneln sich oft, da vertraute Beziehungsmuster Sicherheit geben, selbst wenn sie ungesund sein können. (Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa/dpa-tmn)

Es sind oft die gleichen Menschentypen, die uns anziehen. Daran ist an sich nichts Schlimmes. Schwierig kann es werden, wenn man immer wieder Beziehungen eingeht, die einem selbst und dem Partner oder der Partnerin nicht guttun, auch wenn man es eigentlich besser weiß.

Was verleitet dazu? Das kann zum einen das Vertraute sein, sagt Steffen Häfner. Er ist Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und Ärztlicher Direktor der Klinik am schönen Moos. Instinktiv suche man das, was man kenne, zum Teil schon aus der Kindheit. Vertrautheit wird dann mit Liebe verwechselt.

Bekanntes gibt Sicherheit

Vielleicht bestätigt der oder die andere auch die eigenen Glaubenssätze, wie zum Beispiel „Ich muss mir Liebe verdienen“. Keine gute Grundlage, aber selbst schmerzhafte Überzeugungen fühlen sich laut Häfner sicher an, weil sie bekannt sind.

Vielleicht soll auch eine alte Geschichte neu geschrieben werden nach dem Motto: Diesmal werde ich es schaffen. 

Oder jemand will eine ganz bestimmte Rolle ausleben und braucht ein Ungleichgewicht in der Partnerschaft. 

Solche Rollen können sein: „Ich bin die Starke“ oder „Ich rette andere“. Manche suchen im anderen nur, was sie selbst gern wären.

Dopamin versus Oxytocin

Auch die Chemie im Körper spielt eine Rolle. So sorgen emotionale Achterbahnfahrten in der Beziehung für viel Dopamin, sagt der Experte. Das Ganze fühlt sich lebendig und leidenschaftlich an, laugt aber auf Dauer aus. Eine gesunde Beziehung setzt dagegen auf Oxytocin, was für ein Gefühl von Wärme, Vertrauen und Stabilität steht. Das wird aber oft als langweilig missverstanden.

Um nicht immer wieder in ungesunden Beziehungen zu landen, ist ein Reflektieren wichtig. Wer davor steht, eine neue Partnerschaft einzugehen, sollte laut dem Klinikdirektor genau hinsehen: 

  • Was fühlt sich vertraut an und warum?
  • Rutscht man vielleicht in alte Rollen zurück?
  • Warum wirkt der oder die andere so überaus anziehend?

Aus alten Mustern herauszukommen sei möglich, sagt der Experte. Wichtig sei dafür vor allem der Mut, in einer Beziehung Ungewohntes wie Ruhe, Sicherheit und Echtheit auszuhalten.

© dpa-infocom, dpa:260202-930-629114/1


Von dpa
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