Hohenzollerntag in Heilsbronn: Die Geheimnisse eines uralten Grabes im Fokus | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 08.10.2025 17:00

Hohenzollerntag in Heilsbronn: Die Geheimnisse eines uralten Grabes im Fokus

Pfarrer Dr. Ulrich Schindler betrachtet die Informationen zum Hochgrab der Kurfürstin Anna.  (Foto: Lara Hausleitner)
Pfarrer Dr. Ulrich Schindler betrachtet die Informationen zum Hochgrab der Kurfürstin Anna. (Foto: Lara Hausleitner)
Pfarrer Dr. Ulrich Schindler betrachtet die Informationen zum Hochgrab der Kurfürstin Anna. (Foto: Lara Hausleitner)

Am 12. Oktober ist Hohenzollerntag, ein Aktionstag an verschiedenen Wirkungsstätten der Dynastie. In Schlössern und Burgen sind Veranstaltungen geplant – und auch in einem Gotteshaus: Im Münster Heilsbronn können die Besucherinnen und Besucher viel über Kurfürstin Anna erfahren und die Geheimnisse ihres Grabes entschlüsseln.

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Wirksam. Frauennetzwerke der Hohenzollern im Spätmittelalter” steht am Hohenzollerntag um 14 Uhr eine Sonderführung auf dem Programm. „Anna von Sachsen – detektivische Blicke auf ihr Hochgrab und ihr familiäres Netzwerk” lautet das Thema.

Die Kunsthistorikerin Mara Hofstett wird die Gestaltung des gotischen Grabmals mit seinen zahlreichen Wappen und Inschriften erläutern. Auch die seitlichen Heiligenfiguren wird sie betrachten – und verdeutlichen, was all die Details über die Persönlichkeit Annas verraten. Die Kurfürstin und Gemahlin von Albrecht Achilles, die von 1437 bis 1512 lebte, ließ das Hochgrab lange vor ihrem Tod nach ihren eigenen Wünschen gestalten.

Für die Führung ist eine telefonische Anmeldung unter der Nummer 09872/806252 erforderlich. Treffpunkt ist in der Vierung. Wer keine Zeit hat am Sonntag, kann sich auch allein in der Sonderausstellung über Anna und ihre Zeit informieren, anhand von Texten auf Roll-ups, auf Tafeln sowie auf Bildschirmen.

Die Kurfürstin als gut vernetzte Frau

Demnach scheint Anna eine gut vernetzte Frau gewesen zu sein, die mit ihren andernorts einflussreichen Geschwistern ebenso wie mit ihren längst erwachsenen Kindern und Stiefkindern in regem Kontakt blieb. Keine Selbstverständlichkeit im 15. und 16. Jahrhundert, denn Fürstentöchter wurden damals nach der Heirat ihren Ursprungsfamilien rechtlich entfremdet, wie auf den Infotafeln zu lesen ist.

Das könnte Sie auch interessieren
Ansbacher Alltag vor 100 Jahren: Todesstrafe für „Eisenbahnfrevel” gefordert„Feierabendziegel” im Löhe-Zeit-Museum Neuendettelsau zu sehenAusstellung in Ansbach: Über 7600 Menschen aus Heil- und Pflegeanstalten getötetAusstellung „Totentanz“: Konfrontation mit Vergänglichkeit im Heilsbronner Münster60 Jahre Dreieinigkeitskirche Obereichenbach: Ein Zeichen des gemeinsamen Glaubens„Totentanz im Mortuarium“: Start der Veranstaltungsreihe im Heilsbronner MünsterStadtmauersanierung in Dinkelsbühl: Arbeiten am aktuellen Abschnitt liegen im PlanWie die Stadt Rothenburg ein unscheinbares, aber wichtiges Denkmal gerettet hatAuf Zeitreise durch das Fränkische Museum: Der Feuchtwanger Kalender 2027Tradition trifft Geselligkeit: Salutschüsse begleiten die Kirchweih in KönigshofenMit einem Hauch Einsamkeit: Saku Soukka und die „Windy Windows“ in HilsbachGedenken an jungen Pfarrer: Josef Richter starb 1947 bei Unfall in FeuchtwangenFerienprogramm und Keltenfest: Weiltinger Schanze wird wieder lebendigEhemaliger Bahnhof in Oberdachstetten verkauft: Junges Paar hat große PläneGroßer Andrang beim Bulldog-Dretzn der Dieselfreunde in Ottenhofen

Die weiter bestehende Verbindung zu den nun an entfernten Höfen lebenden Töchtern bedeutete, dass die Mutter ihr Netzwerk gezielt aufrechterhielt, indem sie Geschenke und Besuche machte und Besuche der Töchter empfing. Die Töchter schickten zudem ihre Kinder zu Großmutter Anna, denn deren Witwensitz in Neustadt/Aisch war opulent ausgestattet und galt als Ort umfassender Erziehung und Bildung.

Faszinierende Klostermusik aus dem Mittelalter

Zur Eröffnung der Frauennetzwerke-Ausstellung seien rund 50 Personen gekommen, berichtete Münster-Pfarrer Dr. Ulrich Schindler. Das Vokalensemble „Stella Nostra” aus Berlin habe bei der Veranstaltung faszinierende Klostermusik aus vergangenen Jahrhunderten geboten, darunter auch zwei Gesänge aus der Heilsbronner Klosterbibliothek. Die Ausstellung in Heilsbronn ist Teil eines deutschlandweiten Forschungsprojektes; im Zusammenhang damit werden an zehn Hohenzollern-Orten Präsentationen geboten.


Lara Hausleitner
Lara Hausleitner
Redakteurin für Lokales und Kultur - und Reisende aus Leidenschaft.

"I have never written a word that did not come from my heart. I never shall."
Nellie Bly
north