Haus für Kinder: Die Kindertagesstätte St. Katharina in Bechhofen eröffnet | FLZ.de

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Veröffentlicht am 21.02.2026 06:00

Haus für Kinder: Die Kindertagesstätte St. Katharina in Bechhofen eröffnet

Mit der neuen Kita ist ein Ort entstanden, der moderne Architektur mit Zugewandtheit verbindet und den kleinsten Mitbürgern der Gemeinde einen bestmöglichen Start in ihre Bildungslaufbahn ermöglicht. (Foto: Johannes Flierl)
Mit der neuen Kita ist ein Ort entstanden, der moderne Architektur mit Zugewandtheit verbindet und den kleinsten Mitbürgern der Gemeinde einen bestmöglichen Start in ihre Bildungslaufbahn ermöglicht. (Foto: Johannes Flierl)
Mit der neuen Kita ist ein Ort entstanden, der moderne Architektur mit Zugewandtheit verbindet und den kleinsten Mitbürgern der Gemeinde einen bestmöglichen Start in ihre Bildungslaufbahn ermöglicht. (Foto: Johannes Flierl)

Es ist ein Meilenstein für die Kinderbetreuung im Markt Bechhofen und zugleich das Ende einer langen Reise durch verschiedene Provisorien: Am 23. Februar 2026 nimmt die neue Kindertagesstätte St. Katharina auf dem Gelände des vormaligen Festplatzes offiziell ihren Betrieb auf.

Nach Jahren der Unterbringung in Ausweichquartieren beziehen die fünf Gruppen der Einrichtung pünktlich nach den Faschingsferien ihr neues, modernes Domizil, das nicht nur architektonisch, sondern auch pädagogisch neue Maßstäbe für die Marktgemeinde setzt.

Rund 5,4 Millionen Euro wurden in das ambitionierte Projekt investiert, das als zweigeschossiger Neubau in nachhaltiger Holzständerbauweise das Ortsbild prägt und Raum für insgesamt zwei Krippengruppen, zwei Regelgruppen und eine Mischgruppe bietet. Die fünf Gruppen werden nach den Faschingsferien in den Neubau einziehen – sie werden von 18 Personen des pädagogischen Personals begleitet. Hinzu kommen ein Hausmeister, ein Koch und eine Küchenhilfe.

Mehrjährige Planung

Der Weg zu diesem Tag war von Geduld und mehrjährigen Planungen geprägt, wie Einrichtungsleiter Jonathan Hill rückblickend berichtet. Bereits im Juli 2020 habe er mit den ersten Überlegungen begonnen, ehe die Kita im September desselben Jahres offiziell an den Start ging.

Die erste Station der jungen Einrichtung befand sich bis August 2021 im vormaligen Schulhaus in Großenried, bevor man in das sogenannte Schellenberger-Areal umzog. Dort diente ein Bürogebäude auf einem früheren Fabrikgelände im Besitz der Marktgemeinde als Notunterkunft. Dass aus dem einstigen Provisorium nun eine hochmoderne Bildungseinrichtung geworden ist, erfüllt alle Beteiligten mit Stolz.

Klimafreundliches Nichtwohngebäude

Thomas Draht, Leiter des Bauamtes der Marktgemeinde Bechhofen und verantwortlicher Architekt für Entwurf und Planung, beschreibt das Gebäude als ein „klimafreundliches Nichtwohngebäude“, das mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) ausgezeichnet wurde. Die Holzfassadenschalung und das begrünte Flachdach, das mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet ist, unterstreichen den ökologischen Anspruch des Projekts, das vom Freistaat Bayern und der KfW gefördert wurde.

Lichtdurchflutetes Raumkonzept

Betritt man das Gebäude durch das zentrale Atrium, offenbart sich ein lichtdurchflutetes Raumkonzept. Eine offene Galerie und ein zentrales Treppenhaus unter einer großzügigen Dachverglasung bilden das Herzstück der Anlage. Auf einer Gesamtnutzfläche von knapp 1.100 Quadratmetern wurde ein Raumprogramm realisiert, das exakt auf die Bedürfnisse der verschiedenen Altersgruppen zugeschnitten ist.

Im Erdgeschoss finden die Kleinsten in zwei Krippengruppen ihren Platz, die durch einen gemeinsamen Sanitär- und Wickelbereich sowie angrenzende Schlafräume verbunden sind. Das Obergeschoss, das barrierefrei über eine Liftanlage erreichbar ist, beherbergt die Regelgruppen und die Mischgruppe. Jede Gruppe verfügt über zusätzliche Intensivräume, die eine individuelle Förderung ermöglichen. Besonders hervorzuheben ist die Weitläufigkeit der Flur- und Gangbereiche.

Pfarrerin Katharina Wolff von der evangelischen Kirchengemeinde Bechhofen, welche als Trägerin der Einrichtung fungiert, erklärt hierzu, dass man diese Flächen bewusst als zusätzliche Bewegungs- und Spielzonen eingeplant habe. Ein gut ausgestattetes Turnzimmer biete den Kindern zudem vielfältige Möglichkeiten zur motorischen Entwicklung und Körpererfahrung.

Christlich geprägtes Konzept

Das pädagogische Profil der Kita St. Katharina ist eng mit dem religiösen Selbstverständnis der Trägerin verknüpft. Pfarrerin Wolff betont, dass die Arbeit auf einem christlich geprägten Konzept basiere, welches das Kind als „einzigartiges und geliebtes Geschöpf Gottes“ in den Mittelpunkt stelle. Man arbeite nach einem konsequent situationsorientierten Ansatz. Dies bedeute, dass das pädagogische Fachpersonal im Alltag genau hinsehe, was die Kinder aktuell bewege und welche Themen für sie bedeutsam seien. Jedes Kind solle die Möglichkeit erhalten, sich in seinem eigenen Tempo zu entwickeln. „Unsere pädagogische Arbeit orientiert sich dabei konsequent am situationsorientierten Ansatz“, so Wolff, wobei dies besonders sensibel während der Eingewöhnungsphase umgesetzt werde.

Eine-Welt-Kita – fair und global

Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal ist die Zertifizierung als „Eine-Welt-Kita – fair und global“. Dieser Schwerpunkt zieht sich wie ein roter Faden durch den Alltag. Den Kindern werde vermittelt, dass sie Teil einer weltweiten Gemeinschaft seien und ihr Handeln Auswirkungen auf die Umwelt und andere Menschen habe. Themen wie Gerechtigkeit, Solidarität und ein achtsamer Umgang mit Ressourcen seien feste Bestandteile des Lernens.

Diese globale Verantwortung spiegele sich auch in der Verpflegung wider. In der hauseigenen Mensa wird ein eigener Koch täglich frische Mahlzeiten zubereiten. Die Kita bietet eine verpflichtende Vollverpflegung an, da das gemeinsame Essen als wesentlicher Bestandteil des pädagogischen Miteinanders verstanden wird.

Nächstenliebe, Dankbarkeit und Respekt

Die religiöse Erziehung bildet eine weitere tragende Säule. Die Kinder würden christliche Werte wie Nächstenliebe, Dankbarkeit und Respekt vor der Schöpfung nicht nur theoretisch kennenlernen, sondern im täglichen Miteinander aktiv erleben. Regelmäßige Gebete, Lieder und das Feiern der Feste des Kirchenjahres gäben den Kindern Orientierung und Geborgenheit.

Wolff erläutert zudem, dass die Kita als Teil der Kirchengemeinde verstanden werde. Dies zeige sich in einer engen Kooperation, die von gemeinsamen Gottesdiensten bis hin zu gegenseitigen Besuchen mit dem Seniorenkreis reiche. Ziel sei es, den Kindern durch religionspädagogische Einheiten einen altersgerechten Zugang zu Glaubensfragen zu ermöglichen, wobei man anderen Religionen stets mit Offenheit und Respekt begegne.

Digitale Verwaltung, Dokumentation und Kommunikation

Trotz der Besinnung auf traditionelle Werte zeigt sich die Kita St. Katharina in organisatorischer Hinsicht hochmodern. Die gesamte Verwaltung, Dokumentation und Kommunikation erfolgten digital.

Pfarrerin Wolff stellt jedoch klar, dass sich diese Digitalisierung ausdrücklich nicht auf die Arbeit mit den Kindern erstrecke. Dort stünden weiterhin das Lernen mit allen Sinnen und die unmittelbare menschliche Beziehung im Vordergrund. Die Technik diene lediglich dazu, die Abläufe im Hintergrund effizienter und transparenter zu gestalten, um mehr Zeit für die eigentliche pädagogische Arbeit zu gewinnen.

Außenbereich zum Spielen und Entdecken

Auch der Außenbereich der Einrichtung, der auf dem Gelände des ehemaligen Festplatzes entsteht, bietet Raum für Entdeckungen. Er ist funktional in Bereiche für die Krippe und die älteren Kinder unterteilt und mit modernen Spielgeräten ausgestattet. Zahlreiche Rutschen und Klettermöglichkeiten werden dazu einladen, die eigenen Grenzen spielerisch zu erfahren.

Während im Innenbereich bereits alles für den Einzug bereit ist, laufen im Außenraum derzeit noch die letzten Pflasterarbeiten. Sobald die Witterung es zulässt, wird die Gestaltung der Gartenanlagen abgeschlossen. Thomas Draht weist darauf hin, dass nach der vollständigen Fertigstellung der Außenanlagen im Sommer/Herbst eine offizielle Vorstellung für die gesamte Bevölkerung geplant sei.

Firmen aus der Region

Die Realisierung dieses Großprojekts war auch ein Beweis für die Schlagkraft der lokalen Unternehmen. Ein Großteil der beteiligten Handwerksfirmen stammt direkt aus der Region, was die Verwurzelung der Baumaßnahme im Landkreis unterstreicht.

Dass der Baubeginn im Oktober 2024 nach einer Verzögerung durch geänderte Förderprogramme des Bundes schließlich zügig erfolgte, ist der engen Zusammenarbeit zwischen dem Bauamt Bechhofen und der Kirchengemeinde zu verdanken. Von der Fertigstellung der Bodenplatte im Dezember 2024 bis zur Errichtung des Gesamtgebäudes im Frühjahr 2026 verliefen die Arbeiten planmäßig.

Qualitative Bereicherung

Für die Marktgemeinde Bechhofen bedeutet die Eröffnung der Kita St. Katharina nicht nur eine quantitative Erweiterung des Betreuungsangebots, sondern eine qualitative Bereicherung.

Pfarrerin Wolff bringt es auf den Punkt, wenn sie sagt, dass gerade die christlichen Werte dabei helfen würden, ein gelingendes Zusammenleben zu erlernen. Wenn Kinder spüren, dass sie so angenommen werden, wie sie sind, helfe ihnen das, auch anderen Menschen in ihrer Einmaligkeit zu begegnen und in Frieden miteinander auszukommen. Mit diesem Geist der Offenheit und der Wertschätzung öffnet die neue Kita nun ihre Türen und lädt die Kinder ein, ihr neues „Haus für Kinder“ mit Leben zu füllen.

Es ist ein Ort entstanden, der moderne Architektur mit Zugewandtheit verbindet und den kleinsten Mitbürgern der Gemeinde einen bestmöglichen Start in ihre Bildungslaufbahn ermöglicht.


Von Johannes Flierl
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