Gegen 17.30 Uhr verdunkelte sich der Himmel, Donnergrollen war zu hören. Während in Neustadt nur leichter Regen fiel, tobte sich das Unwetter andernorts aus: Einmal mehr hat es den Aischgrund um Uehlfeld und Dachsbach schwer getroffen. Von vollgelaufenen Kellern und umgestürzten Bäumen wurde berichtet.
Augenzeugen zeichneten am Telefon ein dramatisches Bild. Die B470 stand in Teilen mehrere Zentimeter unter Wasser, Felder waren vom Hagel weiß gefärbt und Felder wurden teilweise ausgespült. Hagelkörner durchschlugen Dächer, das Unwetter löste bei einzelnen örtlichen Betrieben auch Brandmeldeanlagen aus.
Danach liefen bei den Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern die Piepser heiß. Alleine im Uehlfelder Raum wurden bis 20 Uhr rund 20 Keller unter Wasser gemeldet, die Hauptstraße und auch das Torhaus sowie der Gänsmarkt waren schwer betroffen, berichtete Rainer Weiskirchen, Pressesprecher der Feuerwehren im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim.
Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Uehlfeld, Schornweisach, Rohensaas, Peppenhöchstädt, Oberhöchstädt und sogar zur Verstärkung Neustadt/Aisch rückten an, ebenso der Abrollbehälter des Landkreises aus Scheinfeld.
Die amtierende Bürgermeisterin Carina Scherer versuchte am Telefon wenigstens ein bisschen zu beruhigen: Es sei nicht annähernd so schlimm wie bei der Flut im Jahr 2021, so ihre erste Einschätzung – das Ereignis hatte sich am 9. Juli erst zum fünften Mal gejährt. Damals waren die Feuerwehren rund zwei Tage lang im Einsatz, um alle Einsatzstellen abzuarbeiten, allein für Uehlfeld waren es seinerzeit rund 70. „Ich glaube, das kriegen wir heute gemeinsam in den Griff”, sagte Scherer am Dienstagabend aus der Uehlfelder Einsatzzentrale am Telefon. Das Wasser lief da langsam ab, allerdings schüttete es immer mal wieder.
Mit dem nächsten Morgen offenbarte sich dann allerdings ein komplexeres Schadensbild: An etlichen Häusern wurden Fensterscheiben zerschlagen, Bäume gekappt, Autos vom Hagel demoliert, Störche im Sturm getötet. Auch in der Landwirtschaft dürften etliche Verwüstungen aufgetreten sein. Wie groß die entstandenen Zerstörungen sind, wird sich erst im Laufe des Mittwochs und der kommenden Tage herausstellen. Für Augenzeugin Margit Bärthlein ist schon jetzt klar: „Sowas habe ich noch nie erlebt.”
Weiskirchen berichtete um kurz vor 21 Uhr von über 50 Einsätzen aufgrund des Unwetters im gesamten Landkreis – mit Schwerpunkt in Uehlfeld.