Im Jahr 2024 feiert Rothenburg 750 Jahre Reichsstadtprivileg. Die Planung dazu war zuletzt auch Teil des Ausschusses für Kultur und Tourismus. Dr. Jörg Christöphler stellte in der Sitzung als Tourismusdirektor den aktuellen Stand vor.
Am 15. Mai 1274 seien Rothenburgs städtische Freiheitsrechte urkundlich bestätigt worden. Die bezeugte Bestätigung dieses Status soll nach 750 Jahren von April bis November 2024 „in reichsstädtischer Herrlichkeit“ gefeiert werden. Hier ist das geplante Programm.
Die Stadt erhielt im Jahr 1274 damals zahlreiche Freiheiten, die sie von ihren Nachbarn unabhängig machten. Mit der sogenannten Landwehr erwarb man sich ein verhältnismäßig großes Gebiet, das seine wirtschaftliche Unabhängigkeit über Jahrhunderte sicherte. 1802 fiel Rothenburg kampflos an das Kurfürstentum Bayern. Ein Großteil seines Landbesitzes in der Landwehr fiel dank der napoleonischen Grenzziehung an Württemberg.
Den Auftakt des Festjahres bildet eine wissenschaftliche Tagung in der Tagungsstätte Wildbad am 26. und 27. April zum Thema „Modernität der Reichsstädte“. Somit wird das Festjahr mit namhaften Referenten wissenschaftlich eröffnet. Am 27. April findet unter der Leitung von Markus Popp in der Reichsstadthalle ein Konzert des Akademischen Orchesters der Universität Würzburg statt. Zur Aufführung kommt die 7. Sinfonie von Anton Bruckner. Zugleich gedenkt Rothenburg damit des 200. Geburtstages des Komponisten, dessen Werk 1874 uraufgeführt wurde.
Am 15. Mai empfängt Rothenburg auf dem Marktplatz die „Bandierai degli Uffizi“ aus Florenz. Eine in farbenprächtige Gewandungen gekleidete Fahnenschwenker-Gruppe wird den Gruß der einst mächtigen Stadtrepublik Florenz an Rothenburg entrichten. Beteiligt sind ab etwa 17 Uhr auch die Fanfaren des Spielmannszuges des Historischen Festspiels „Der Meistertrunk“.
Es folgen die Festansprache des Oberbürgermeistes Dr. Markus Naser und ein Auftritt des Städtischen Jugendblasorchesters unter der Leitung von Jan Peter Scheurer. Ab 18 Uhr werden szenische Auszüge aus dem „Meistertrunk“ unter der Regie von Reiyk Bergemann dargeboten. Von 19 Uhr bis 21 Uhr findet ein Bürgerfest mit feierlichem Ausklang statt.
Die Pfingstfestspiele des Historischen Festspiels „Der Meistertrunk“ erinnern vom 17. bis 20. Mai an die Belagerung, Einnahme und Befreiung der Stadt im Dreißigjährigen Krieg. Höhepunkte sind das Feldlager vor den Toren der Stadt, ein mittelalterlicher Markt sowie die Aufführungen des „Meistertrunk“ im Kaisersaal.
Vom 2. bis 4. August findet auf dem Marktplatz ein dreitägiges Open-Air-Event mit einem abwechslungsreichen Programm statt. Die Gäste dürfen sich auf eine Liveperformance mit dem bekannten Schauspieler und Autor Markus Grimm am Freitagabend ebenso freuen wie auf ein Konzerterlebnis „One Night with Abba“ am Samstagabend. Am Sonntag wird als weiterer Höhepunkt ein internationales Musik- und Tanzfest rund um den Marktplatz für ausgelassene Stimmung sorgen.
Vom 6. bis 8. September werden im Rahmen der Reichsstadtfesttage im gesamten Altstadtgebiet bedeutende Abschnitte der Stadtgeschichte lebendig. Höhepunkt wird wieder der Einmarsch der Historiengruppen mit Fassadenfeuerwerk beziehungsweise Illuminationsschau am Freitagabend sein.
Nach dem bengalischen Feuerwerk am Samstagabend und dem großen Ausklang am Sonntagabend auf dem Marktplatz gibt es erstmals noch einen weiteren Höhepunkt am Sonntagnachmittag: Auf der Eiswiese im Taubertal wird unter der Regie von Christoph Korwitz eine historische Schlacht nachgestellt. Den Abschluss des Festjahres bildet das „Rothenburger Meisterkonzert“ mit den Nürnberger Symphonikern am 30. November in der Reichsstadthalle.
Vom 1. Juni 2024 bis 31. Dezember 2025 ist im RothenburgMuseum eine große Sonderausstellung zum Thema „Die Waffen einer Reichsstadt“ zu sehen. Mit der „Sammlung Baumann“ verfügt das RothenburgMuseum über eine der größten Waffensammlungen in Deutschland. Die Ausstellung wird mit ihrer Laufzeit bis Ende 2025 auch das Gedenkjahr zu 500 Jahre Bauernkrieg miteinschließen.