Gigantische Windradflügel erreichen Baustelle in Frankenhofen | FLZ.de

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Gigantische Windradflügel erreichen Baustelle in Frankenhofen

Schon die Zahlen sind beachtlich: 23 Tonnen wiegt ein Flügel für den Rotor des Windrades. Unser Foto entstand in Frankenhofen, wo die 80 Meter langen Schwertransporter einige Engstellen passieren mussten. (Foto: Peter Tippl)
Schon die Zahlen sind beachtlich: 23 Tonnen wiegt ein Flügel für den Rotor des Windrades. Unser Foto entstand in Frankenhofen, wo die 80 Meter langen Schwertransporter einige Engstellen passieren mussten. (Foto: Peter Tippl)
Schon die Zahlen sind beachtlich: 23 Tonnen wiegt ein Flügel für den Rotor des Windrades. Unser Foto entstand in Frankenhofen, wo die 80 Meter langen Schwertransporter einige Engstellen passieren mussten. (Foto: Peter Tippl)

Zeitweise ging es nur im Schritttempo: Eine Spezialfirma hat die drei riesigen Flügel für das erste der beiden Windräder, die bei Frankenhofen entstehen, angeliefert. In der Nacht zum Freitag rollten die drei Schwertransporter durch Dinkelsbühl bis nach Weiltingen. Nach Tagesanbruch stand dann die letzte Etappe zur Baustelle an.

Der aus drei Lastwagen und mehreren Begleitfahrzeugen bestehende Konvoi kam auf seiner Route aus Richtung Hockenheim und verließ am späten Donnerstagabend gegen 22 Uhr zunächst planmäßig an der Anschlussstelle Dinkelsbühl/Fichtenau die Autobahn. Doch schon kurz danach waren am Kreisverkehr im baden-württembergischen Neustädtlein größere Hürden zu nehmen. Eineinhalb Stunden habe es gedauert, bis die 80-Meter-Kolosse, von denen jeder einen der 23 Tonnen schweren Flügel geladen hatte, durch den Kreisel durch gewesen seien, berichtete ein Mitarbeiter der Begleitfahrzeuge im Nachhinein. Die Schrauben der abzumontierenden Verkehrszeichen seien eingefroren gewesen.

Schaulustige leuchten Szenerie aus

Dieses Szenario wiederholte sich dann in Dinkelsbühl am Kreisverkehr an der Ölmühle, wo die Staatsstraße 2218 in die Bundesstraße 25 mündet. Die weitere Strecke durch Dinkelsbühl über die B25 nach Wilburgstetten und von dort bis Weiltingen zur „Nachtpause” konnte dann relativ zügig bewältigt werden. Allerdings kam der letzte Laster des Konvois erst gegen drei Uhr auf dem vorbereiteten Stellplatz an.

Aus polizeilicher Sicht verlief der Transport in der Nacht zum Freitag abgesehen vom enormen Zeitaufwand ohne größere Vorkommnisse, wie ein Sprecher der Dinkelsbühler Dienststelle mitteilte. Lediglich einige Schaulustige hätten aus erhöhter Position von einem Radweg aus versucht, beim Eintreffen des Konvois die Fahrbahn anzuleuchten, um die Rangiermanöver besser mitverfolgen zu können. Die Lichter hätten allerdings die Lastwagenfahrer behindert.

Bei herrlichem Sonnenschein wurden dann am Freitagvormittag die letzten Kilometer des herausfordernden Transports zur Baustelle im Waldbereich zwischen Frankenhofen und Seglohe ohne Schäden absolviert. Das letzte Nadelöhr, die Ortsdurchfahrt von Frankenhofen, gestaltete sich im Vergleich zur Fahrt in der Nacht zuvor wesentlich entspannter. Nachdem die Weiterfahrt tagsüber eingeplant wurde, sollte nach Wunsch der Spedition eine Begleitung durch die Polizeiinspektion Dinkelsbühl erfolgen. Unter den gespannten Blicken etlicher Bürgerinnen und Bürgern mit gezückten Handys schob sich der Konvoi an etlichen Engstellen vorbei durch Frankenhofen und kam kurz nach Mittag am Zielort an. Dienstleistende der Polizeiinspektion Dinkelsbühl sowie von der Freiwilliger Feuerwehr Weiltingen sorgten für die Verkehrsabsicherung.

Probebetrieb Mitte März

„Schritttempo“ gaben die Mitarbeiter der Begleitfahrzeuge als das Motto dieses Sondertransports an und verwiesen auf die enorme Länge von immerhin 80 Metern pro Laster. Laut Reinhold Zeilinger von der Bürgerwindgesellschaft Frankenhofen wird demnächst der Kran für die Flügel aufgebaut. Mitte März soll laut Zeilinger der Probebetrieb der beiden Anlagen erfolgen.

Für Anfang Februar ist der nächste Transport für die zweite Windenergieanlage vorgesehen. Parallel wird bereits ein Prospekt für die Bürgerbeteiligung erarbeitet. Das Interesse aus der Bevölkerung sei groß, so Zeilinger. Die Gesamtinvestition wird sich voraussichtlich auf knapp 15 Millionen Euro belaufen. Die beiden Windenergieanlagen befinden sich damit nach achtjähriger Planungs- und Vorlaufzeit auf der Zielgeraden. Nach der Planungsphase fand im Juni 2023 der offizielle Spatenstich mit dem bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger statt. Eine offizielle Einweihung der Anlagen ist laut Reinhold Zeilinger im Sommer dieses Jahres geplant.


Von PETER TIPPL UND MARKUS WEINZIERL
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